Luther Pop-Oratorium © Stephan Drewianka
Luther Pop-Oratorium © Stephan Drewianka
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Weltpremiere des Chormusicals „Bethlehem“ 2023 in Düsseldorf

Der lange Weg nach Bethlehem

Dieter Falk ist Musikproduzent, der neben der Zusammenarbeit mit vielen internationalen Weltstars auch mit der Gruppe PUR das Album „Abenteuerland“ produziert hat, und Vollblutmusiker, der mit seinen Söhnen Paul und Max unter dem Namen „Falk & Sons“ zwei Jazz-Alben mit modernen Bach-Arrangements herausgebracht hat. In Kooperation mit der Stiftung Creative Kirche schrieb er mit Texter Michael Kunze 2009 das Pop-Oratorium „Die 10 Gebote“ für die Kulturhauptstadt Dortmund als reines Chorstück, das er 2013 für das Theater St. Gallen mit Solo-Künstlern zum echten Chor-Musical „Moses“ erweiterte. 2015 hatte das Pop-Oratorium „Luther – das Projekt der 1000 Stimmen“ zum 500 Jahre Reformationsjubiläum Weltpremiere in der Dortmunder Westfalenhalle - mit einem 3.000 Stimmen starkem Chor, 40-köpfigem Symphonieorchester, einer Rockband und 12 Musicaldarstellern das bisher größte Projekt des Komponisten-Teams Kunze/Falk.
Nach einem Kick-Off Ende 2019 zum neuesten Musicalprojekt „Bethlehem“, sollte das dritte Chor-Musical von Dieter Falk eigentlich Ende 2020 Weltpremiere feiern, doch die Corona-Pandemie sorgte dafür, dass die Premiere in den Folgejahren gleich zweimal abgesagt werden musste. Beim Entstehungsprozess des Musicals wurden von Dieter Falk, Mitkomponist Sohn Paul und Librettist Michael Kunze zunächst Handlung und Charaktere umrissen. Danach legten die beiden Komponisten vor und produzierten die Songs im Studio, bei denen Dieter Falk einen Fantasietext über die späteren Textzeilen sang und dieses Demo dann an Michael Kunze schickte, der  charakterspezifisch passgenaue Texte verfasste und diese von Hamburg zurück nach Düsseldorf schickte, bis das finale Werk vollendet war. Falk komponierte eine Mischung aus Gospel und Pop, zitiert aber auch Weihnachtslieder wie „Freue Dich Welt“, „Adeste Fideles“ oder „Maria durch den Dornwald ging“, und verwendete Bach und Händel-Zitate. Beim dritten Chor-Musical gibt es außerdem mehr Up-Tempo Nummern mit „Gospelwippen“, die bei Sängern und Zuschauern sehr gut ankommen. Mehr Reprisen sollen zudem den Ohrwurmcharakter prägen und die Zuschauer animieren, die auf Monitorwänden eingeblendeten Texte mitzusingen. Das Altersspektrum der teilnehmenden Chormitglieder reicht von  7 bis 93 Jahren. Die 9 professionellen Musicaldarsteller als Solisten treten diesmal enger mit dem Chor in Interaktion,wobei die Solisten wie beim Gospel Textzeilen vorgeben, die der Chor anschließend als Echo zurückwirft.
Die CD-Aufnahme mit einem Chor aus 100 Chorleitern und Chorleiterinnen konnte im März 2020 gerade noch rechtzeitig eingespielt werden, bevor das Verbreiten von Aerosolen in großen Menschenmengen verboten wurde. Während der Corona-Zeit gab es von Dieter und Paul Falk organisierte Online-Musikproben „Singen zuhause“, die zunächst nur für den damals 2.500 Stimmen-Chor gedacht waren, zu denen sich aber  jeden Dienstagabend live bis zu 30.000 Menschen zuschalteten, um gemeinsam die Partitur von „Bethlehem“ zu singen. Der daraus resultierende 3.000 Stimmen-Chor, der am 10. Dezember 2023 in der Grugahalle zur Hauptprobe antrat, war durch 3 Jahre Online-Proben also bestens auf die Aufgabe vorbereitet. Wer Chormitglied werden wollte, musste kein Casting bestehen, sondern sich einfach nur online registrieren.

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Bethlehem - Moderne Weihnachtsgeschichte

Der erste Song „Bethlehem“ zeigt das jetzige Bethlehem mit Stacheldrahtzäunen, wo gleich drei große Weltreligionen nicht immer friedlich aufeinandertreffen, bevor wir in den Brunnen der Zeit treten und im Jahre 0 unserer modernen Zeitrechnung landen. Der zweite Song „Menschen In Not“ ist momentan leider durch zwei Kriege aktueller den je. Bethlehem ist kein politisches Stück, doch haben viele Texte ganz aktuell einen Bezug erhalten, den sie bei ihrer Entstehung vor über 3 Jahren noch nicht hatten. Es geht natürlich um das Wunder der Geburt Jesu, das in der Textzeile mündet „Das Leben gewinnt mit jedem Kind“.
Josef kommt mit seiner hochschwangeren Maria in Bethlehem an, wo sie als Fremde gemieden werden, doch finden sie Unterschlupf in einem Stall. Drei Astrologen beobachten als Könige der Wissenschaft einen Kometen, dem sie folgen und so an den Hof von Herodes gelangen, wo sie behaupten, dass der Komet die Ankunft eines neuen Königs verspricht, was Herrscher Herodes gar nicht gutheißt und mit seiner engsten Beraterin Mamba zu verhindern gedenkt. Ein Engel verkündet Josef und später auch den Hirten, dass Maria Gottes Sohn gebären wird. Als die drei Gaben der Astrologen zur Geburt Jesu neben Gold und Weihrauch auch die bittere Myrrhe enthält, sieht Maria darin ein böses Omen und flieht mit Josef nach Ägypten. Zu Recht, denn Herodes befiehlt Mamba zur Sicherung seiner Macht, alle Neugeborenen in Bethlehem zu töten, doch Mamba entscheidet sich für eine andere Lösung…

Umsetzung, Darsteller und gigantischer Chor

Viel Handlung gibt es für Regisseur Gil Mehmert nicht umzusetzen, der sich bei seiner Inszenierung auch auf wenige Requisiten wie die leuchtenden Buchstaben des Wortes Bethlehem, einen Einkaufswagen mit Maria und Josefs Habseligkeiten und modernen Kostümen von Bettina Tönne vorrangig in Schwarz mit Jeans und Leder verlässt. Star der beindruckenden Show ist der gigantische Chor auf den Rängen des PSD Bank Domes in Düsseldorf, atmosphärisch illuminiert im passenden Lichtdesign von Michael Grundner und dirigiert an zwei Seiten von Danny Sebastian Neumann und Miriam Schäfer. 14 Musiker und Musikerinnen sorgen für die instrumentale Begleitung, die vom Sound Engineering von Carsten Kümmel auch mit den Solo-Darstellern perfekt verständlich abgemischt wird, während sie in der Choreografie von Yara Hassan an passender Stelle auch mal einige Tanzschritte aufführen dürfen.
Als Maria überzeugt Alina Ju Tchin Simon mit einer kristallklaren Stimme bei „Du wirst stets mein Kind sein“, Benjamin Oeser darf als Josef bei „Wenn Gott ein Mensch ist“ zweifeln, wie Jesus seinen Platz in der Geschichte einnimmt. Bonita Niessen verkündet als Engel mit starker Gospel-Röhre und beindruckender Robe Jesu Geburt gleich mehrfach, während Mischa Mang als Herodes seine „Macht“ mit allen Mitteln behalten will. Sein bestens gestimmtes Instrument ist Mamba, die mit Karolin Konert fantastisch ihren „Nachtwein“ darreicht. Die drei weisen Astrologen sind mit Sebastian Wurth (Melchior), Florian Minnerop (Balthasar) und Marlon Wehmeier (Caspar) harmonisch aufgestellt und mit M, B, C auf den Baseball-Kappen immer gut auseinanderzuhalten. Julia Lißel führt als Erzählerin durch die biblische Geschichte. Stefan Stara und Veronika Rivó kamen als Cover in den beiden Vorstellungen am 16. Dezember 2023 nicht zum Einsatz.
„Bethlehem“ ist auch ohne viele Kulissen ein beindruckendes Spektakel mit biblischen Ausmaßen und weiß durch schmissige Gospel-Rhythmen gut zu unterhalten. Die Show wird in den nächsten Jahren zur Adventszeit gleich in mehreren Städten auf Tournee gehen, und interessierte Sänger und Sängerinnen können sich schon bald online als Chormitglieder registrieren

© Stephan Drewianka



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