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Theater

Musical-Konzert von Felix Martin Livehaftig

Premiere des neuen Soloprogramms Livehaftig von Musical-Star Felix Martin in Oberhausen

Nach einer längeren Sommerpause setzte Sound Of Music im Ebertbad Oberhausen die erfolgreiche Reihe Musicalstars In Concert am 30. September 2007 fort. Nach Musicals & More vor gut einem Jahr präsentierte Felix Martin vor ausverkauftem Haus sein brandneues Solokonzert Livehaftig! in Begleitung des Ein-Frau-Orchesters mit der phantastischen Marina Kommissartchik am Flügel.

Das Motto des Abends vertonte der Künstler gleich zu Konzertbeginn mit einem neuen deutschen Text (Felix Martin und Dirk Hetzel) zum Streisand-Klassiker »Don´t Rain On My Parade« aus Funny Girl: das Hier und Jetzt sollte gefeiert werden. Kleine Anekdoten verdeutlichten, was das Leben lebenswert macht (»That´s Life«) und welchen Alltagsproblemen wir täglich begegnen (»Trouble«). Gerne setzt Felix Martin ein stimmungsvolles Lied (»Your Song« aus Moulin Rouge) als Allheilmittel gegen die Widrigkeiten der Welt ein, denn im Mittelpunkt sollte immer der Mitmensch stehen (»People« aus Funny Girl) oder das Ideal einer perfekten Gesellschaft (»Anthem« aus Chess).

Nach soviel Pathos wurde es Zeit für einen Kostüm- und Stimmungswechsel, denn zu gerne wollte Felix Martin an so manches ins Wasser gefallene Open Air-Event des verregneten Sommers erinnern. Zu Blitz und Donner hieß es im Regencape stimmungsvoll »Singin´ In The Rain«. Das Resultat des Regenschauers war ein verschnupftes »Meine Nase läuft« und erhöhte Temperatur mit »Fever«. Zum 50 jährigen Geburtstag von Leonard Bernsteins West Side Story folgte vor der Pause ein schmissig-jazziges Medley der schönsten Songs dieses Stückes, wobei Felix Martin seiner Pianistin in besonderer Weise huldigte, als er bei »Maria« den Namen der angebeteten Dame durch »Marina« ersetzte.

Mit »Tonight« wurde auch der zweite Teil des Abends eingeläutet, doch diesmal in der Version des Hits von Elton John. Nachdenklich ging es weiter mit Jaques Brels »Wenn uns nur Liebe bleibt« und »Der unmögliche Traum« aus Mann von La Mancha. Zur Freude des Publikums hielt uns Felix Martin tiefenpsychologisch frei nach Freud den Spiegel vor: mit »Ich bin dein Spiegel« präsentierte er einen zu Unrecht fast in Vergessenheit geratenen Hit aus Eric Woolfsons Musical Freudiana. Da war es längst Zeit für »Something Stupid«. Diesen Cover-Hit, der durch die Interpretation von Nicole Kidman und Robbie Williams weltberühmt wurde, sang Felix Martin im Duett mit Partnerin Inge Meysel, der er zu diesem Zweck wie in jedem seiner Solokonzerte erneut in perfekter Imitation Leben einhauchte. Inge bestand natürlich darauf, den englischen Klassiker in der deutschen Übersetzung zu singen, worauf Felix natürlich gerne Rücksicht nahm. Nach diesem komödiantischen Highlight musste die Einsicht »Ich bin wie ich bin« aus Ein Käfig voller Narren folgen. Der Abend wurde abgerundet durch einen beeindruckenden Block aus Elisabeth, in dem Felix Martin gefühlvoll alle Highlights des Todes präsentierte, wobei etwas »Du gehörst nur Dir« auch nicht fehlen durfte.

Erst mehrere Zugaben bannten die applaudierenden Zuschauer wieder auf die Sitzplätze: Mit »Vielen Dank für die Blumen« (der Udo Jürgens Klassiker wurde hier bereits als Song aus dem neuen Musical Ich war noch niemals in New York angekündigt) bedankte sich Felix Martin für die floristischen Grüße seiner Fans, mit der italienischen Version von Andrew Lloyd Webbers Welthits »Memory« aus Cats kam ein opernhaftes Feeling a la Jose Carreras auf, die künstlichen Schneidezähne wurden erneut für »Die unstillbare Gier« aus dem Tanz der Vampire eingesetzt, bevor der Abend mit einer gefühlvollen Interpretation des Bette Midler Evergreens »Die Rose« in der deutschen Übersetzung von Michael Kunze endgültig ausklang.

Alles in Allem ist das Konzert Livehaftig! ein erfreulich abwechslungsreicher Streifzug durch die Musicalgeschichte, bei dem streng genommen aktuelle Musicalhits komplett unberücksichtigt blieben. Felix Martin behält jedoch seinen roten Faden, mit denen er die einzelnen Songs miteinander in Beziehung setzt, konsequent im Auge, auch wenn die einzelnen Moderationen mitunter noch einen letzten straffenden Schliff bedürfen, damit der Künstler sich nicht in allzu ausladenden Erzählungen verliert (auch wenn die Geschichten vom Casting zu Les Miserables in Wien, bei dem sich der damals noch schmächtige Martin seinerzeit Toilettenpapier unter die Schulterpolster packte, um einen stattlicheren Marius abzugeben, durchaus Unterhaltungswert aufweisen).

Gesangstechnisch trumpft Martin immer dann besonders auf, wenn es um die Rollen seiner Karriere geht, insbesondere die Nummern aus Freudiana und Elisabeth sind livehaftig wahre Perlen in Martins neuer Interpretation. Außerdem schafft es Martin immer wieder, das Publikum in sein Programm einzubinden. Ob es nun darum geht, den Zuschauern bei »You´re the one, that I want« aus Grease ein beherztes »Uh, Uh, Uh!« im Refrain zu entlocken, bei »Fever« im Takt zu schnippen, sich beim Singen im Regen mitgebrachte Papierhüte aufzusetzen, zur Demonstration von verschiedenen Verbeugungstechniken seiner Opern- und Schauspielkollegen beharrlich um Applaus bittet oder einzelne Damen im Zuschauerraum spontan zum Mitsingen animiert, immer hat Felix Martin seine eingefleischten Fans fest im Griff. Rund drei Stunden Programm vergehen deshalb wie im Fluge und laden dazu ein, Livehaftig! nochmals live zu erleben – Wiederholungen des Soloprogramms sind für Hamburg schon fest in Planung.

© Text & Fotos by Stephan Drewianka; dieser Artikel ist ebenfalls in der Fachzeitschrift Blickpunkt Musical, Ausgabe 06/07, November-Dezember 2007 erschienen

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