• Musical Ewig Jung in Datteln © Stephan Drewianka
    Musical Ewig Jung in Datteln © Stephan Drewianka
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Ewig Jung Musical im Theater
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Premiere von „Ewig Jung“ im KatiElli-Theater in Datteln

Ewig Jung in Datteln © Stephan Drewianka
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Ewig Jung: Wilde Ü80-Party mit Gehstock, Gebiss und anderen Gebrechen

Seit der Uraufführung von Erik Gedeons Musical „Ewig Jung“ am 10.01.2001 im Thalia Theater Hamburg (damals noch unter dem Titel „Thalia Vista Social Club“) erfreuen gar nicht so senile Sänger-Greise die Theaterzuschauer in ganz Deutschland mit ihren ganz eigenen Ü80-Versionen von Hits der 60er-90er Jahre von Alphaville über Peter Maffay bis Steppenwolf. Das Stück war schon in vielen kleineren Theatern zu Gast und überrascht dabei immer wieder mit einer Besonderheit: es spielt in „naher“ Zukunft in eben genau der Spielstätte vor Ort mit den „echten“ Hausdarstellern, die vergangene Highlights längst vergangener Spielpläne Revue passieren lassen. Obwohl die verschrobenen Charaktere durch das Buch fest vorgegeben sind, scheint es an jeder individuellen Spielstätte die geforderten Stereotypen zu geben.

Für das KatiElli Theater Datteln bedeutet dies, dass wir uns im Jahr 2065 befinden und das Theater längst ein Seniorenheim ist. Die strenge Krankenschwester Jennifer (Kohl) lässt die Insassen einmal im Monat die ehemalige Bühne betreten, die mittlerweile nur noch ein schäbiger Lagerraum für ausrangierte Requisiten ist. Hier schwelgt Theaterleiter Bernd (Julis Arends) mit seiner leicht dementen Gattin Rosaly (Oberste-Beulmann) selig in „Festgepoppt“-Erinnerungen; Dank ihrer wundervollen Alte-Leute-Maske meint man, Loriot und Evelyn Hamann vor sich zu sehen. Dandy-Frauenschwarm Markus (Kloster) erinnert sich gern an „Blutsbrüder“ und dem immer noch lustvollen und unersättlichen Vamp Stefanie (Kirsten) liegen „Höchste Zeit“ und „Wenn Rosenblätter fallen“ immer noch am Herzen. Griesgram Gerwin (Kästner) sorgt mit Joints für Stimmung, während Jan (Wolf) einsilbig nuschelnd für musikalische Untermalung an Keyboard und Gitarre sorgt.

Schräge Vögel aus dem Ruhrpott mit derben Dialogen

Die Regie von Katharina Koch verankert die schrägen Vögel im tiefsten Ruhrpott und stellt augenzwinkernd aktuelle Bezüge zum aktuellen Theaterspielplan her. Selbst ein Duell zwischen Herrn Kloster und Herrn Kästner, das an Slapstick-Szenen der Schwarz-Weiß-Film-Ära wie aus „Väter der Klamotte“ der 20iger Jahre erinnert, ist liebevoll choreografierter Klamauk. Gerade die oft derben Dialoge machen Spaß, selbst wenn einige Witze wirklich tief unter der Gürtellinie liegen. Bissige Kommentare und rabenschwarzer Humor lassen die Komödie schnell das Herz und die Lachmuskeln der Zuschauer erobern, denn so eine verrückte Oma oder schrägen Opa wie man sie präsentiert bekommt, kennt irgendwie jeder. Zwischendurch darf es aber auch mal etwas besinnlicher werden, alt werden will eben doch gelernt sein und ist kein Zuckerschlecken.

Richtig musikalisch aufdrehen dürfen die Darsteller aber bei den Evergreens wie „Born to be wild“, „I will survive“, „Forever young“, „So bist du“, „Green Green Grass“ oder „I love rock n roll“, die durch den skurrilen Kontext auch inhaltlich eine ganz neue Bedeutung bekommen. Hier können die Sänger „ganz die Alten“ sein und für mächtig Stimmung im Theater sorgen. Und so wird nach der Premiere von „Ewig Jung“ am 09.10.2020 dieser Dauerbrenner wohl noch häufig auf dem Spielplan des KatiElli Theaters stehen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Musical aktuell Open Air auf der Freilichtbühne Coesfeld zu sehen!

© Text und Fotos: Stephan Drewianka; dieser Bericht erschien ebenfalls in der Musical Fachzeitschrift Blickpunkt Musical, Ausgabe 109, 06-20

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