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Welturaufführung von „Sophies Traum“ in Essen

Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka

Hitlers Gnadentodprogramm für behinderte Menschen als Albtraum eines Mädchens

Die Ideologie des Nationalsozialismus eines makelfreien Herrenvolkes hatte keinen Platz für Kranke und Behinderte, die den Genpool der arischen Rasse verunreinigten. Das Euthanasie-Programm „Aktion T4“ im dritten Reich ist leider keine Fiktion. Und selbst heute noch grenzt unsere Gesellschaft Menschen mit Behinderungen immer noch aus und sei es nur mit diskriminierenden Äußerungen. Für Pascal Vogt (Komponist, musikalische Leitung) und Gunnar Ewerts (Text, Konzeption) Grund genug, über dieses recht heikle Thema das Drama-Musical Sophies Traum zu schreiben.

Die junge Sophie wächst während der Zeit des Nationalsozialismus behütet bei Mutter Elise und Vater Herbert auf, der mit seinem Freund General Berger in der Führungsriege der Regierung eine steile Karriere macht und den Idealen seines Vaterlandes blind vertraut. Ihm entgeht dabei völlig die Lage seiner Ehefrau, die unheilbar an Krebs erkrankt ist und ihrer Tochter noch den Wert des Lebens vermittelt, ehe sie stirbt. Allein gelassen freundet sich Sophie mit dem geistig behinderten Lukas an und als sie merkt, in welcher Gefahr ihr neuer Freund schwebt, versteckt sie ihn in einem verschlossenen Zimmer ihrer Mutter. Bald entdeckt Vater Herbert Sophies Geheimnis. Auch wenn Herbert mittlerweile die Ziele seiner Regierung durch den Tod seiner Frau in Frage stellt, kommt es zu einer finalen Konfrontation mit General Berger, die tödlich endet…

Musical-Unterhaltung darf auch zum Nachdenken anregen und einen ernsten Hintergrund haben,  Diskussions-Stoff lieferte „Sophies Traum“ am 22. und 23. November 2014 bei den ersten beiden Aufführungsterminen im Katakomben-Theater in Essen in jedem Fall. Während sich der erste Akt noch eher als intime Familientragödie darstellte, wurde der zweite Akt gesellschaftskritisch zur politisch-historischen Vergangenheitsbewältigung. Zur Realisierung ihrer Idee bedienten sich Pascal Vogt und Gunnar Ewerts der Hilfe zweier ausgebildeter Darsteller: Michaela Schober („Rebecca“ und gerngesehener Gaststar der Konzertreihe „Musicalstars in Concert“) und Thomas Wißmann („Aida“, „Ein Käfig voller Narren“). Beide Profis unterstützen das 24-köpfige Amateurensemble, das mit einigen Mitgliedern aus dem „Sound Of Music“-Chor auch schon viel Bühnenerfahrung (u.a. auch in „Ein Lied von Freiheit“) mitbringt, nicht nur durch guten Rat und Tat hinter der Bühne, sondern übernahmen mit Mutter Elise und als Erzähler auch Rollen im Stück. 

Michaela Schober und alternierend Bettina Lindenblatt stellten die Mutter Elise als mahnenden, aber warmherzigen, guten Geist dar, der ihrer Tochter Sophie (Anna Blochinger bzw. Conny Sander) den Traum einer vorurteilsfreien und liberalen Gesellschaft vermittelte. Marco Kohler gab einen pflichtbewussten und regimeblinden Vater Herbert, der sich aber schließlich auf seine menschlichen Werte zurückbesann, was seinem besten Freund General Berger (Patrick Phlipsen) im starren Geflecht des „Schattenlands“ nicht mehr gelingen konnte. Florian Tobeck erinnerte in seiner Rolle als geistig behinderter Lukas im ersten Moment an Ben aus „Rebecca“ – seine tiefe Freundschaft zu Sophie wurde musikalisch als romantisches Liebesduett („Wir fingen ganz von neuem an“) umgesetzt. 

Die 32 Songs des Musicals sind abwechslungsreich komponiert und wurden als Playback zum Live-Gesang eingespielt. Auf der zur Premiere bereits erhältlichen Highlights-CD singt Dennis Henschel („Das Wunder von Bern“, „Kolpings Traum“) als Gast einen Ohrwurm der Show „Ich kann nicht ich selber sein“, der im Kontext des Stückes von Herbert interpretiert wurde. 

Ob und wie es mit dem Musical Sophies Traum weiter geht, steht noch nicht fest. Natürlich hätte es der Stoff verdient, in irgendeiner Art wieder auf die Bühne zu finden. Hoffen wir, dass sich Theater und Veranstalter finden, die das Thema Euthanasie im Nationalsozialismus nicht abschreckt, so dass „Sophies Traum“ weiterleben kann.

Die CD zum Musical Sophies Traum im Sound Of Music Shop!

© Text & Fotos: Stephan Drewianka; dieser Bericht erschien ebenfalls in der Musical Fachzeitschrift Blickpunkt Musical, Ausgabe 74, Nr. 01/15, Januar-März 2015


Musical Sophies Traum Ankündigung © Pascal Vogt
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka
Sophies Traum in Essen © Stephan Drewianka

Musical Sophies Traum: Wie weit würdest Du gehen, um einen Freund zu retten?

Die junge Sophie, Tochter eines wohlhabenden Offiziers, lebte während des 2.Weltkrieges mit ihrer Familie in Deutschland. Die Mutter stirbt relativ früh an den Folgen eines Krebsleidens, hatte aber mit ihren Tugenden und Einstellungen gegenüber Mitmenschen den größten Einfluss auf die junge Tochter. Der Vater vertrat die typischen Merkmale des Patriarchen in der Familie und vertat die Einstellungen des Nationalsozialismus. Sophie, ihres Zeichens Freiheitskämpferin, folgt den Tugenden der Mutter und setzt sich für eine gerechte und menschlichere Welt ein. Schnell muss sie erfahren, dass es nicht leicht ist, sich damit durchzusetzen. Viele Jahre nach dem 2.Weltkrieg verarbeitet Sophie die Geschehnisse dieser Zeit in einem für sie grausamen Alptraum, der ein Kampf gegen die Zeit und ein Kampf für Lukas, einen ihrer besten Freunde wird, denn Lukas ist geistig behindert….

Die Rollen im Musical Sophies Traum

Elise – Mutter der Sophie, gläubige Frau mit Hang zur Unterordnung. Gibt sich mit der Dominanz ihres Mannes zufrieden, stirbt im Verlauf der Handlung ziemlich früh, hat aber den größeren Einfluss der beiden Elternteile auf ihre Tochter. Durch sie werden Solidarität und Nächstenliebe für Sophie zu wichtigen Themen, vor allem die Menschlichkeit.
Sopran bis e´´

Sophie – Tochter des Herbert, Mädchen in der Pubertät, verliert ihre Mutter relativ früh, hat aber bereits Sitte und Menschlichkeit zu wichtigen Tugenden verinnerlicht. Hängt sehr an der Mutter und kommt schlecht mit ihrem Verlust klar, hat aufgrund ihrer menschlichen Seite ein Herz für Benachteiligte.
Sopran bis e´´, eher klassische Technik

Herbert – Vater der Sophie, lässt gerne den Patriarchen „heraushängen“ und vertritt die Tugenden der Disziplin und Nationalstolz. Wirkt manchmal in seinem Körper gefangen und nicht fähig Gefühle zu zeigen, wird durch den Krieg noch härter gemacht. Kann sich mit dem Gedanken eine Tochter und keinen „Stammhalter für das Volk“ zur Welt gebracht zu haben kaum anfreunden.
Tenor bis a´´, vorzugsweise bis h´´

General Berger – guter Freund des Herbert, hat großen militärischen Einfluss auf Herbert. Er wirkt manchmal sehr väterlich im Bezug auf Herbert, obwohl er jünger ist.
Hoher Bariton bis g´´

Todd - tollpatschiger Gehilfe des Generals, eine eher unscheinbare Person, die aber im Verlauf der Handlung immer wieder (vor allem in den Solostücken) seine menschliche Seite zeigt und deutlich macht, wie wenig Sinn er im Naziregime sieht. Verkörpert den „Mitläufer“.
Tenor bis h´´, gut ausgebildetes Falsett

Lucas – ein geistig behinderter Junge, offenherzig, liebevoll und hilfsbereit. Weiß fast nicht wirklich um die Gefahr, symbolisiert dadurch aber Angreifbarkeit und Wertigkeit jedes Menschen. Mit seiner teils naiven, aber sehr reizenden Art, verkörpert eher zwei Seiten der eher ernsten Thematik und bringt dadurch nicht ausschließlich gesellschaftliches Nachdenken zum Zuschauer.
Hoher Tenor bis a´´, helle Stimmfarbe

Ensemble – SängerInnen und TänzerInnen mit schauspielerischem Talent, die z.T. noch entwickelt werden und die Handlung der Rahmenhandlung mitbestimmen. (Volk, Soldaten etc.) – unterschiedliche Stimmlagen

Ankündigung:

Mit Sophies Traum legt das Autorenteam Pascal Vogt (Musik und Idee) und Gunnar Ewerts (Texte) ein Musical vor, das die Grenze zwischen Unterhaltung und anspruchsvollem Inhalt durchbricht.
„Sophies Traum“ handelt als Drama-Musical von einem der schwierigsten Themen unserer Zeit: Dem Umgang mit behinderten Menschen im Nationalsozialismus und erzählt dabei zugleich die anrührende Geschichte der jungen Sophie, die sich in einer grausamen Zeit für Gerechtigkeit und einen geliebten Freund einsetzt.

„Das, was wir hier tun, ist im Grunde moderne Oper. Musical ist es nur dadurch, dass unsere Musik sich aus den Stilistiken Pop und Rock zusammensetzt. Die Geschichte müsste eigentlich eher in einer Oper verarbeitet werden. Wir lieben den Kontrast und sind auch stolz, dass es doch so rockig geworden ist.“ sagt Pascal Vogt, Komponist des Musicals über die Arbeit an Sophies Traum zusammen mit seinem Kollegen Gunnar Ewerts. Vogt und Ewerts kennen sich bereits seit der Schulzeit und sind sehr stolz auf die gemeinsame Arbeit an Sophies Traum.

Pascal Vogt, der als Musical-Sänger und Musiker, vor allem in der Bandarbeit mit behinderten Menschen arbeitet, erzählt von der relativen spontanen Idee: „Ich wollte immer ein Musical schreiben. Die Idee zu diesem relativ dramatischen Stoff, kam mir während meines Studiums der Sonderpädagogik mit Fach Musik in Dortmund. Mit diesem Stück schließt sich auch irgendwie der Kreis meiner bisherigen Arbeit zwischen Musical und musikpädagogischer Arbeit. Es passt auf jeden Fall gut in unsere Zeit, da wir mit diesem Stück sicherlich auch zeigen wollen, dass Inklusion, also die Selbstbestimmung von Behinderten funktionieren kann.“

Man darf also gespannt sein, Anfang 2014 starten die ersten konzertanten Previews für das Stück. Mehr Infos auf der Facebookseite von Sophies Traum, dort kann man auch bereits in die ersten Arbeitsproben hineinhören.

www.facebook.com/pages/Sophies-Traum-Das-Musical-von-Gunnar-Ewerts-und-Pascal-Vogt/501959449835292

Pressetext © Pascal Vogt