• Musical Avenue Q Theater Hagen
    Musical Avenue Q Theater Hagen
  • Musical Avenue Q Theater Hagen
    Musical Avenue Q Theater Hagen
  • Musical Avenue Q Theater Hagen
    Musical Avenue Q Theater Hagen
Sie befinden sich hier: Theater / Musicals A-C / Avenue Q
Theater
Musical Avenue Q im Theater
Musical Avenue Q bei Wikipedia

Premiere Musical Avenue Q am Theater Hagen

Avenue Q am Theater Hagen © Stephan Drewianka
Avenue Q am Theater Hagen © Stephan Drewianka
Avenue Q am Theater Hagen © Stephan Drewianka
Avenue Q am Theater Hagen © Klaus Lefebvre
Avenue Q am Theater Hagen © Klaus Lefebvre
Avenue Q am Theater Hagen © Klaus Lefebvre
Avenue Q am Theater Hagen © Klaus Lefebvre
Avenue Q am Theater Hagen © Klaus Lefebvre
Avenue Q am Theater Hagen © Klaus Lefebvre
Avenue Q am Theater Hagen © Klaus Lefebvre
Avenue Q am Theater Hagen © Klaus Lefebvre

Die dunkle Seite der Muppets

In einer Zeit, in der jedes öffentlich geäußerte Wort auf Fremdenfeindlichkeit fast überempfindlich überprüft und geahndet wird, gab es am Theater Hagen am 05.09.15 eine Musicalpremiere, in der gleich einer der ersten Songs den Titel trägt „Jeder ist ein bisschen rassistisch“. Aus dem Mund der Handpuppen von Rick Lyon, die wie die Verwandtschaft von den Muppets oder der Sesamstraße aussehen, aber ansonsten gar nichts mit Jim Henson & Co. zu tun haben, muss man sich dies zu Zeiten der Flüchtlingsproblematik nicht nur gefallen lassen, sondern man darf als Zuschauer auch herzlich darüber lachen. Und auch nachdenken, denn so oberflächlich werden Themen wie Rassenhass, Schwulenfeindlichkeit, Obdachlosigkeit, Drogensucht, Identitätsfindung und Internetpornografie im Musical Avenue Q von Robert Lopez und Jeff Marx (Buch: Jeff Whitty) nicht behandelt.

Obwohl die Broadwaypremiere bereits im Jahr 2003 stattfand, sind alle Themen immer noch aktuell und zeitgemäß. Frech und respektlos sind die original aus New York importierten Puppen und genau das macht die Bewohner der Avenue Q so liebenswert menschlich. Und natürlich stehen hinter jedem Charakter auch ein oder zwei Schauspieler. In Hagen sind dies größtenteils Absolventen der Hochschule Osnabrück, die in liebevoll arrangierter Choreografie von Barbara Tartaglia mit ihren Stoff-Alter-Egos über die Straßenszenerie von Ulrike Reinhard tanzen und singen. Die Symbiose zwischen Puppe und Darsteller ist perfekt gelöst, der Zuschauer nimmt beide wahr und ist verblüfft über die Synchronität von Gestik und Mimik. 

Frisch vom College kommt Princeton, der auf der Suche nach seinem Sinn des Lebens in die Avenue Q zieht. Nicolai Schwab, 21-jähriger Komponist von der Hochschule Osnabrück, der 2014 nicht nur den Freddy in „Carrie“ spielte, sondern auch noch einen zusätzlichen Song für das Horror-Musical schrieb, steckt seine Hand in den orangenen Romantiker, der sich heimlich in Kate Monster (Carolina Walker) verliebt, die gerne eine Monsterschule gründen möchte. Doch dem Liebesglück steht die sexbesessene Lucy, heiß präsentiert von Joyce Diedrich, im Wege, die dem unbedarften Princeton den Kopf verdreht. Trekkie Monster mit der erstaunlich tiefen Stimme von Maciej Bittner hat auch nur Sex im Sinn, holt sich seine „Inspiration“ aber aus dem Internet.
Kim-David Hammann spielt den verklemmten, schwulen Rod, der von seinem Mitbewohner Nicky (Michael Thurner) geoutet wird und deshalb Nicky aus seiner Wohnung wirft. Dazwischen funken eigentlich permanent die zwei „Bad Idea Bears“, herrlich überkandidelt präsentiert von Carolin Waltsgott und Vicco Farah, mit ihren Verführungskünsten zu Party, Alkohol und anderen Drogen. Und dann ist da noch die alte Frau Semmelmöse (Stephanie Junge), die Kate Ihr Leben als Kindergärtnerinnenvertretung schwer macht.

Doch in der Avenue Q leben auch „echte“ Menschen. Der erfolg- und arbeitslose Comedian Brian (Tillmann Schnieders, wie alle „Menschen“ Ensemble-Mitglied des Theaters Hagen) verbockt jeden Witz. Ihm kann auch seine japanische Fleundin Christmas Eve (Maria Klier mit herrlich rollendem „L“) als Therapeutin wenig helfen. Als Vermieterin tritt in der einzig von den Autoren des Stückes landesspezifisch nicht festgelegten Rolle Marilyn Bennett als exaltierter Ex-Star Agnetha Fältskog auf. 2012 war dieser Charakter in Mannheim mit dem „Deutschland sucht den Superstar“ B-Promi Daniel Küblböck „besetzt“, der wohl mittlerweile seine Bekanntheit eingebüßt hat. Doch in Hagen funktioniert die Abba-Blondine als gutgelaunt singende Barbie-Puppe wirklich perfekt.

Die Hagener Inszenierung von Sascha Wienhausen mit seinen kleinen modernen Anpassungen an Ort und Zeit unterhält großartig mit den Dialogen von Dominik Flaschka und den Songtexten von Roman Riklin, gespielt von der 6-köpfigen Avenue Q-Band im Arrangement von Stephan Oremus. Ein Besuch in Hagen kann für jeden erwachsenen Puppenliebhaber empfohlen werden, nur Kinder sollten weiterhin lieber mit Ernie und Bert aufwachsen…

Alles zum Musical Avenue Q bei Sound Of Music.

© Text: Stephan Drewianka; dieser Bericht erschien ebenfalls in der Musical-Fachzeitschrift Blickpunkt Musical Ausgabe 78 (Nr. 05/15, September-November 2015); Fotos Schlussapplaus: Stephan Drewianka; Showfotos: Klaus Lefebvre


Musical Avenue Q am Theater Hagen © Klaus Lefebvre
Musical Avenue Q am Theater Hagen © Klaus Lefebvre
Musical Avenue Q am Theater Hagen © Klaus Lefebvre

Hagener Erstaufführung in Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück

Auf der Suche nach einer Perspektive für sein Leben kommt der Collegeabsolvent Princeton in die Avenue Q. Mit wenig Geld, aber großen Träumen passt er somit zu den anderen Bewohnern der Straße: zu der engagierten Kate, die im Kindergarten das Thema „Internet“ behandeln will, jedoch von Trekkie Monster darüber aufgeklärt wird, dass dieses prinzipiell nur für Pornos konzipiert wurde; zu Rod, der noch nicht zu seiner Homosexualität stehen kann. Und dann gibt es auch noch die Bullshit Bären, zwei unschuldig knuddelige Teddys, die Princeton dazu verführen, unvernünftige Dinge zu tun.
Avenue Q ist ein Musical über die skurrilen Bewohner einer fiktiven Straße in einem Randbezirk New York Citys. Alle geben tagtäglich ihr Bestes, um ihrem Leben einen Sinn zu verleihen, einen Job und die große Liebe zu finden – und die ist in der Avenue Q genauso schön und genauso kompliziert wie anderswo. Vielleicht ist sie sogar noch ein bisschen komplizierter, denn die Bewohner der Avenue Q sind nur zum Teil Menschen. Überwiegend sind sie Puppen, und deren Ähnlichkeit mit den Stars der „Sesamstraße“ ist keineswegs zufällig. Hier zeigen die Figuren des Kinderfernsehens ihre erwachsenen Seiten!

Musical Avenue Q am Theater Hagen © Stephan Drewianka
Musical Avenue Q am Theater Hagen © Stephan Drewianka

Die 2003 in New York uraufgeführte lebensfrohe Show verzichtet auf „political correctness“ und lief mit rasanten Songs wie dem weltbekannten „The internet is for porn“ erfolgreich am Broadway, wo sie unter anderem den Tony Award für das beste Musical gewann. Am theaterhagen erlebt dieses Kult-Stück seine NRW-Premiere.
Für die Inszenierung zeichnet Sascha Wienhausen verantwortlich, der bereits bei zahlreichen Musicals Regie führte und seit 2009 eine Professur für Pop- und Musicalgesang an der Hochschule Osnabrück inne hat. Zu seinem Produktionsteam gehört die freischaffend tätige Bühnen- und Kostümbildnerin Ulrike Reinhard, die u.a. am Theater Basel, Theater Baden-Baden, Westfälischen Landestheater und Staatstheater Darmstadt arbeitete. Die belgische Videokünstlerin Lieve Vanderschaeve unterstützt das Team mit ihren bunten Lehrvideos für Erwachsene. Sie beschäftigt sich mit Film, Computeranimation, Zeichnung, Objekt und Malerei und produziert Video-Installationen für Theater. Die italienische Choreographin Barbara Tartaglia gastierte u.a. in New York, England, Italien und Deutschland und kreierte, v.a. im Musicalbereich, zahlreiche Choreographien sowie Gala- und Benefiz-Veranstaltungen und Varieté-Shows. Steffen Müller Gabriel wirkte als Kapellmeister in Mönchengladbach und Saarbrücken ist derzeit koordinierter Erster Kapellmeister und Studienleiter am Theater Hagen.


Musical Avenue Q am Theater Hagen © Stephan Drewianka
Musical Avenue Q am Theater Hagen © Stephan Drewianka
Musical Avenue Q am Theater Hagen © Stephan Drewianka
Musical Avenue Q am Theater Hagen © Stephan Drewianka

Erstaufführung Avenue Q am 5. September in Hagen

Premiere Avenue Q: 5. September 2015, 19.30 Uhr, Theater Hagen (Großes Haus)
Hagener Erstaufführung in Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück

Musik und Songtexte von Robert Lopez und Jeff Marx
Buch von Jeff Whitty
Deutsch von Dominik Flaschka (Dialoge) und Roman Riklin (Songtexte)

Musikalische Leitung: Steffen Müller-Gabriel
Inszenierung: Sascha Wienhausen
Bühne und Kostüme: Ulrike Reinhard
Choreographie: Barbara Tartaglia
Video: Lieve Vanderschaeve
Dramaturgie: Miriam Michel

Besetzung Musical Avenue Q

Agnetha Fältskog     Marilyn Bennett
Christmas Eve        Maria Klier
Brian            Tillmann Schnieders
Princeton        Nicolai Schwab
Rod            Kim-David Hammann
Kate Monster        Carolina Walker
Lucy            Joyce Diedrich / Mariyama Ebel
Nicky            Michael Thurner  und Mariyama Ebel / Stephanie Junge
Trekkie Monster    Maciej Bittner und Mariyama Ebel / Stephanie Junge
Boy-Bär, Ricky, Neuankömmling        Vicco Farah
Frau Semmelmöse    Stephanie Junge
Girl-Bär            Carolin Waltsgott
Boxes            Mariyama Ebel, Carolin Waltsgott, Vicco Farrah
Trekkie Monster II    Carolin Waltsgott und  Vicco Farrah
Avenue Q-Band

Termine und Aufführungen Avenue Q

Avenue Q in Hagen, Minden und Osnabrück

Weitere Aufführungstermine: 18.9., 27.9. (18 Uhr), 11.10. (18 Uhr), 4.11., 18.11. 2015, 9.1., 21.1., 5.2., 29.4., 6.5. 2016, jeweils um 19.30 Uhr, wenn nicht anders angegeben

Aufführung in Minden am 24.10. (20 Uhr) und 25.10. (18 Uhr)  2015
Aufführung in Osnabrück am 19.12. 2015 und 2.1. 2016 (jeweils 19.30 Uhr)

© Theater Hagen; Bühnen-Fotos: Klaus Lefebvre; Schlussapplaus-Fotos: Stephan Drewianka