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Benefiz-Gala Magic Mystic Musical in Duisburg

Gemeinsam kann man viel bewegen

Den Schöpfern des Musicals Flügel – Von Hoffnung getragen Benjamin Hübbertz-Ivartnik und Sebastian Ivartnik liegt viel an sozialem Engagement. Denn sonst wäre ein Musical-Projekt, in dem sich 75 Jugendliche und Erwachsene im Alter zwischen 10 und 45 Jahren zu wöchentlichen Proben unentgeltlich treffen, gar nicht realisierbar. Ziel ist es, dass jeder Mitwirkende lernt, Verantwortung für sich selbst und die gesamte Gruppe zu übernehmen. Neuerdings nennt sich das Ensemble P.R.O.-Y.O.U. – Musical-Projekt für Jedermann, was durchaus wörtlich zu verstehen ist, denn für jeden Interessenten wird ein Platz auf oder auch hinter der Bühne gefunden. Der immense Erfolg dieser Laiengruppe mit ihrem Erstlingswerk »Flügel«, welches 2006 mit dem Herrmann-Hölter-Preis für soziales Engagement und Zivilcourage ausgezeichnet wurde und vom 07. bis 09. Dezember 2007 in Rheinberg zum vorläufig letzten mal zu sehen war, spricht für sich.

Benefizgala zu Gunsten der Deutschen KinderKrebshilfe

Zusammen mit der Eventmanagement-Agentur MT-Productions unter Geschäftsführer Frank Flamme wollte man gemeinsam Großes bewegen und eine Benefizgala zu Gunsten der Stiftung Deutsche KinderKrebshilfe veranstalten. Erstmals sollte das Ensemble mit namhaften Musical-Darstellern gemeinsam auf einer Bühne stehen und singen. Schnell fanden sich mit Jessica Kessler, Kristian Vetter, Werner Bauer und Jerzy Jeszke tatkräftige Unterstützer, die selbstverständlich ohne Gage an dem Benefizkonzert teilnehmen wollten. Doch neue Engagements und verpflichtende Spielpläne bei den ganz Großen im Musicalgeschäft machten den sozialen Plänen dieser vier Darsteller knapp eine Woche vor der geplanten Gala »MAGIC MYSIC MUSICAL« einen Strich durch die Rechnung. Kurzfristig schafften die Produzenten Ersatz mit Ross Anthony und Paul Reeves, sowie Chris Murray und Petter Bjällö, die nun Mara Dorn und Peter Trautwein am 13. Oktober im Duisburger Theater am Marientor musikalisch-prominent unterstützten.

MAGIC MYSTIC MUSICAL sollte nicht nur eine lose Aneinanderreihung von beliebigen Musical-Songs sein, die mit etwas Magie und einigen akrobatischen Show-Acts aufgepeppt wurden. Benjamin und Sebastian planten vielmehr eine Rahmenhandlung passend zum Thema Krebs: ein kleines Kind wird von seinen Eltern im Krankenhaus zu einer neuen Krebstherapie eingeliefert. Alleingelassen von Eltern und Ärzten trifft es auf den aus dem Musical »Flügel« bekannten Engel Fariel, dessen erste himmlische Aufgabe es ist, dem ängstlichen Kind in der schweren Zeit beizustehen und es auf eine Reise zwischen Realität und Phantasie zu entführen. Durch die neuen prominenten Darsteller mussten kurzfristig einige Änderungen in der geplanten Song & Dance-Liste gemacht werden, trotzdem blieb das geplante Konzept mit dem roten Handlungsfaden immer noch erhalten und konnten sich bekannte Musical-Showstopper in einem völlig neuen Rahmen präsentieren.

Gleich zu Beginn der Show zeigte das Flügel-Ensemble mit »Sei hier Gast« aus Die Schöne und das Biest, dass sich die einzelnen Laiendarsteller seit der letzten Veranstaltung zum Teil immens weiterentwickelt hatten. So hatte Malte Mengler als Lumiere bzw. Krankenhauskoch sein komplettes Geschirr, das mit überraschend detailreichen Kostümen auftrumpfen konnte, fest im Griff. Im anschliessenden Schlaflied »Die Schöne und das Biest« bewies Mara Dorn mit Humor, dass auch ein Profi mal einen Fehler machen darf als sie ihren Einsatz zum Musikplayback etwas verfrüht gab, handelte es sich doch um ein neues Playback mit einem längeren Intro als die Sängerin es gewohnt war. Es folgte ein buntes Programm aus 42 Unterpunkten mit einer erfreulich aktuellen Musikauswahl, bei dem sich Profis und semiprofessionelle Laien abwechselten.

Zu den Highlights gehörten sicherlich die Auftritte eines energiegeladenen Petter Bjällö, der bei »This Is The Moment« (Jekyll & Hyde) und dem Titelsong aus Das Phantom der Oper im Duett mit Melanie Ehlke aus dem P.R.O.-Y.O.U.-Ensemble überzeugen konnte. Chris Murray verausgabte sich bei »Gethsemane« (Jesus Christ Superstar) und ließ Javerts »Stern« in der ehemaligen Les Miserables-Spielstätte erneut erstrahlen. Ross Anthony präsentierte mit »Bin endlich da« einen Song aus der fürs nächste Jahr anstehenden Premiere des neuen Musicals »Casino Pique Dame« und zeigte mit seinem Partner Paul Reeves mit »Till The Stars Fall« und »Right Here Waiting« aus ihrer demnächst erscheinenden CD, wie Opern- und Popstimme harmonieren können. Mara Dorn sang in einer Nacherzählung der Handlung des Musicals Flügel im Kleid der Höllenfürstin Talea ein bezauberndes »Nur Für Mich« aus Les Miserables und zusammen mit Peter Trautwein zwei Lieder aus Vom Geist der Weihnacht, welches in der Vorweihnachtszeit auch Station im Theater am Marientor machte.

Überraschend professionell und mit Gänsehautgarantie präsentierten sich die P.R.O.-Y.O.U.-Ensemblemitglieder Ilka Köster, Nina Köster und Vera Domik in »Wer kann schon ohne Liebe sein?« aus Die 3 Musketiere, Melanie Lachmann, Stefan Zebrowski und Maja Janß in »Einen Schritt zu weit« aus AIDA, Nicole Kuhnke und Desiree Richter in »Er lebt in Dir« aus Der König der Löwen, Niko Große-Gehling bei einem herrlich choreographierten »Carpe Noctem« aus Der Tanz der Vampire und Katharina Stricker mit Vera Domik als Hexenfreundinnen Glinda und Elphaba aus dem kommenden Hit Wicked – Die Hexen von Oz, die mit »Defying Gravity« und dem Zauberer David R. Scott tatsächlich das krebskranke Kind zum schweben brachten. Für amüsante Momente sorgten Stefan Zebrowski und Michael Nowak als ausgeflippte Irre mit einem aufmunternden »Hakuna Matata« (König der Löwen). Besonderen Applaus erntete Julia Staedler mit ihrer beeindruckenden Vertikalakrobatik an weißen Stoffbahnen zur Josh Groban-Ballade »You Raise Me Up«, die von Benjamin Hübbertz-Ivartnik gefühlvoll interpretiert wurde. Benjamin war später auch in einer Balletteinlage als Tänzer mit Partnerin Maja Janß zu bewundern zur Begleitung von Sebastian Ivartnik beim Song »Broken Vow« (ebenfalls von Josh Groban). Getanzt wurde klassisch ebenfalls zur Filmmusik zu Schindlers Liste oder lateinamerikanisch zu Moulin Rouge.

Das gesamte Ensemble präsentierte weiterhin je zwei Kostproben aus ihren Musicals Flügel und dem brandneuen Gute Laune-Stück Verliebt, Verlobt, Verlassen, welches im Jahre 2008 seine Premiere feiern wird. Abgerundet wurde das rund 200 Minuten-Mammut-Programm durch den Karten-Zauberer Tom Duval und den beeindruckenden Lichtspielen der Feuerkünstlerin eSteffania, die die anwesende freiwillige Feuerwehr mit ihren wirbelnden Fackeln, brennenden Stangen und Ketten sicher in Verzweiflung stürzte.

Es soll hier nicht verschwiegen werden, dass der Spass am Abend während des ersten Aktes leider durch einige technische Pannen mit defekten oder rauschenden Mikrofonen getrübt wurde. Bedenkt man aber, dass die Darsteller erst am Tag der Vorstellung zum ersten Mal überhaupt auf der Bühne des Theaters am Marientor proben konnten, war die abgelieferte Vorstellung schon eine reife, wenn auch nicht immer ausgereifte, Leistung. Am Ende des Abends betraten die eigentlichen Hauptakteure, viele krebskranke Kinder, die Bühne und zeigten, was sie seit der Pause unter der Leitung von Zirkuspädagogin Tina Schröter und ihrem Team an kleinen Kunststücken gelernt hatten. Der Dank des Publikums war keine Schweigeminute zum Gedenken an ihr schweres Schicksal, sondern eine Minute Applaus, der neue Hoffnung bringen sollte. Produzent Frank Flamme konnte vom Erlös des Abends einen Scheck über runde 10.000 Euro an die Präsidentin der Stiftung Deutsche KinderKrebshilfe, Frau Prof. Schipanski, überreichen. Leider wurde dieses engagierte Projekt durch die öffentliche Lokalpresse weitgehend ignoriert, wodurch das Theater mit seinen rund 1500 Sitzplätzen nur zu ca. 2/3 mit Zuschauern gefüllt werden konnte. Aber wenn alles gut geht, soll MAGIC MYSTIC MUSICAL im jährlichen Turnus auch im nächsten Jahr wieder für einen guten Zweck stattfinden.

Wir drücken die Daumen für alle Mitwirkenden von P.R.O.-Y.O.U. und wünschen weiterhin viel Erfolg für die geplanten Projekte!

© by Stephan Drewianka, Musical-World.de; Fotos: Stephan Drewianka (10), P .R.O.Y.O.U. (8); dieser Bericht erschien ebenfalls in der Musical-Fachzeitschrift BLICKPUNKT MUSICAL, Ausgabe 07/07; November-Dezember 2007