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Shrek" und "Rebecca" am Deutschen Sommer-Broadway 2017 bei den Freilichtspielen Tecklenburg: Nach Disco und Schwert nun ein verliebter Oger und ein starkes "Ich"

Aladin ist das Kinderstück in Tecklenburg 2017
Pia Douwes & Jan Ammann erobern Manderley in Rebecca zurück
Grüner Oger Shrek ganz groß!
Shrek, Rebecca und die Wunderfunzel von Aladin sollen den Tecklenburger Freilichtspielen in der Saison 2017 volle Ränge bescheren.
Freilichtbühne Tecklenburg © Heiner Schäffer
Die Freilichtbühne in Tecklenburg bietet 2.500 Besuchern Platz und ist damit die größte ihrer Art in Deutschland.
Happy-End bei Shrek  © Stephan Drewianka
Happy-End bei Familie Shrek demnächst auch in Tecklenburg

An Deutschlands Sommer-Broadway gehen die Lichter wieder an. Nur noch wenige Tage zum Start in die neue Saison. Nachdem Artus vergangenes Jahr mit seinem magischen Schwert blank gezogen und Manero-Tony sich mit dem Samstagnacht-Fieber infiziert hatte, setzten die Tecklenburger Freilichtspiele in der neuen Spielzeit auf einen verliebten Oger und ein tragisches, von Daphne du Maurier erdachtes "Ich". Das zauberhafte Reich "Weit-weit-Weg" und "Manderley" haben dann identische geografischen Koordinaten. "Shrek" und das Kunze Levay-Musical "Rebecca" sollen den Theatermachern im Münsterland 2017 wieder volle Ränge bescheren. Wobei man bei Maxim de Winters zweiter und im Schatten ihrer toten Vorgängerin stehenden Ehefrau davon ausgehen kann, dass sie das locker schafft. 

Was Michael Kunze und Sylvester Levay, das kongeniale deutsch-ungarische Composer-Libretto-Gespann, anpacken, wird zu Gold. Die Werke der beiden sind Selbstläufer. Zu den bekanntesten gehören "Elisabeth", "Mozart! und "Marie-Antoinette". Kunze hatte außerdem beim "Tanz der Vampire (Musik: Jim Steinman) seine Hand mit im Spiel. "Rebecca", anno 2006 uraufgeführt, lief bereits mit großem Erfolg in Wien und Stuttgart und soll auch den Broadway erobern. Während das kolossale grüne Wesen mit den abstehenden Ohren einer Animationsfilm-Reihe von DreamWorks entsprungen ist und zwischen 2014 und 2015 die schöne Prinzessin Fional in Düsseldorf, Berlin, München, Zürich und Wien aus den Fängen des bösen Drachen befreite. In beiden Fällen handelt es sich um Nova, um Erstaufführungen. Die beiden Stücke wurden bislang nämlich noch nie unter freiem Himmel gespielt. Mit 2.300 überdachten Sitzplätzen ist Tecklenburg die größten Open-Air-Musical-Bühne in Deutschland. 

Drittes Standbein des Festspielsommers 2017 ist Aladin mit seiner Wunderfunzel. Diese Produktion ist als Familienmusical konzipiert und richtet sich ab 21. Mai vor allem an die jüngeren Besucher. Insgesamt 30 Vorstellungen stehen auf dem Spielplan. Offiziell eröffnet wird die Saison allerdings traditionell erst am Pfingstmontag, der diesmal auf den 5. Juni fällt. Das Motto wie gehabt: "Musical meets Pop". 

Nicht erShreken: Premiere ist am 17. Juni 2017

"Shrek" und sein dauerquasselnder Esel zeigen Lord Farquaad, dem fanatische Herrscher von Duloc, in Teck insgesamt 21 mal den Stinkefinger. Premiere ist am 17. Juni. Die Regie liegt in den Händen von Ulrich Wiggers, die musikalische Leitung hat Giorgio Radoja. Choreografie: Kati Heidebrecht.  Tetje Mierendorf verkörpert die Titelfigur. Weitere Akteure in dieser schräg-romantischen Freak-Show sind Dominik Hees, Roberta Valentini und Thomas Hohler. "Blendende Unterhaltung mit intelligenten Pointen, durchgeknallten Kostümen, toller Technik und viel Gefühl", urteilte die Kritik im Herbst 2014 nach der Deutschlandpremiere im Düsseldorfer Capitol-Theater. Damals führte Andreas Gergen Regie. Den Mann hätten auch die Tecklenburger wieder dafür einspannen können, doch er wurde anderweitig gebraucht. Gergen inszeniert hier stattdessen das hochkarätig besetzte "Rebecca". 

20 mal brennt Manderley

Die Story kommt, der Romanvorlage entsprechend, eher düster, dramatisch und unheimlich daher und erzählt in eindrucksvollen, schwermütigen Bildern, wie sich die "Ich" genannte Gesellschafterin nach ihrer Eheschließung auf dem stattlichen im nebligen Cornwall gelegenen Anwesen von  Manderley gegen den omnipräsenten Geist ihrer unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommenen Vorgängerin behaupten muss. Es ist ein Kabinettstückchen, bühnenreif ersonnen von zwei Meistern ihres Fachs. Die Ruinenkulissen des Theaters mit ihrer einzigartigen Atmosphäre sind wie geschaffen dafür. Und dann natürlich die Musik. Sie ist gewaltig, mitreißend, unter die Haut gehend. Halt ein echter Levay.  Da brennt die Luft. Und Manderley zum Schluss ebenfalls

Auflauf der Stars: Hochkarätige Besetzung 

Bei den Personalien haben die Tecklenburger "Burg"-Herren geklotzt. Pia Dowes, Jan Amann, Anne Welte, Roberta Valentini und Thomas Hohler stehen in der ersten Reihe. Mit der Titelrolle bei "Rebecca" wurde Milica Jovanovic betraut. Für die talentierte Aktrice eine riesige Herausforderung, aber auch eine immense Chance. Neben Andreas Gergen (Regie) gehören u.a. Tjaard Kirsch (Musikalische Leitung) und Danny Costello (Choreografie) zum Kreativteam. Die Produktion läuft vom 21. Juli (Premiere) bis 9. September. Insgesamt 20 mal hebt sich der imaginäre Vorhang. 

© Text: Jürgen Heimann, Fotos: Heiner Schäffer, Stephan Drewianka

Die Tafelrunde tanzt Disco-Fox: König Artus vom "Saturday Night Fever" 2016 in Tecklenburg infiziert

Musicals in Tecklenburg 2016: Artus & Saturday Night Fever © Freilichtspiele Tecklenburg
Erst müssen wir mal den bevorstehenden Winter hinter uns bringen. Doch der neue Tecklenburger Theatersommer lockt bereits verheißungsvoll. Auf dem Spielplan stehen die deutschlandweit erste Open-Air-Inszenierung von „Saturday Night Fever“ und die deutsche Erstaufführung von "ARTUS Excalibur".
Artus Excalibur in Tecklenburg © Stephan Drewianka
Artus Excalibur in Tecklenburg © Stephan Drewianka
Artus Excalibur in Tecklenburg © Stephan Drewianka
Artus Excalibur in Tecklenburg © Stephan Drewianka
Artus Excalibur in Tecklenburg © Stephan Drewianka
Artus Excalibur in Tecklenburg © Stephan Drewianka
Artus Excalibur in Tecklenburg © Stephan Drewianka
Artus Excalibur in Tecklenburg © Stephan Drewianka

Deutschlands größte Musical-Freilichtbühne rüstet auf – Tony Manero und Merlin wollen zaubern 

Die Tecklenburger Freilichtspiele rüsten auf – programmatisch wie baulich. Deutschlands größte Freilicht-Musical-Bühne hat schließlich einen (guten) Ruf zu verteidigen. Und nach der überaus erfolgreichen Saison 2015 mit fast 100.000 Zuschauern sehen Intendant Radulf Beuleke und die Seinen die Zeit gekommen, ein kleines Sümmchen in die Infrastruktur zu investieren. Gut, es sind gleich 400.000 Euro, die der Schatzmeister locker gemacht hat – oder hat müssen. Man(n) gönnt sich ja sonst nix. Und dabei haben die Verantwortlichen vor allem bedacht, dass ihre Gäste gut bedacht sein und ein Dach über dem Kopf haben wollen. Deshalb wurde der in die Jahre gekommene den Zuschauerraum überspannende Wetterschutz, unter dem die Theatergänger seit 1993 bei Sonne, Wind und Regen Zuflucht fanden, abgerissen. Er soll durch eine neue, modernere Konstruktion ersetzt werden. Die ein oder andere Verbesserung an Sound- und Lichtanlage ist da auch noch drin.

Die Hausherren  und –frauen müssen das alles freilich aus eigener Kraft stemmen. Öffentliche Zuschüsse gibt es dafür nicht.  Sonst subventioniert das Land Nordrhein-Westfalen jedes Kasperl-Theater. Aber für kulturelle Stätten, deren Glanz weit über die Landesgrenzen hinaus strahlt und die Besucher aus allen Teilen Deutschlands anlockt, ist allen Sonntagsreden zum Trotz kein Geld da. Für den laufenden Spielbetrieb jeweils auch nicht. Das verstehe, wer will. 

Aber das ist eine grundsätzliche Frage der Kulturförderung. Während Stadt- und Staatstheater ohne immense öffentliche Stütze gar nicht existieren könnten, müssen die freien, privaten und vereinsgebundenen Einrichtungen sehen, wie sie klar kommen. Aber gerade hier, wie im Falle Tecklenburg, spielt die Musik. Hier finden die eigentlichen Innovationen des Musiktheaters statt, hier wird nicht  am Geschmack des Publikums vorbei geplant. Die große Open-Air-Bühne am Randes des Teutoburger Waldes  ist immer wieder für eine deutsche oder gar europäische Erstaufführung gut. Und das können die gesponserten staatlichen und kommunalen Spielstätten nicht von sich behaupten.

Fast 100.00 Besucher in der abgelaufenen Saison 2015

In der abgelaufenen Saison hatten neben dem Familienmusical "Die Schöne und das Biest" Sir Andrew Lloyd Webber‘s mit mehr als sieben Leben ausgestatteten CATsen sowie,  als Deutschland-Premiere,  "Zorro" auf dem Spielplan gestanden. Wobei die Miezen mit knapp 44.000 Besuchern dem maskierten Rächer der Enterbten (für letzteren wurden 22.000 Tickets verkauft) den Rang abmiauten und sogar das Ergebnis von "Joseph" aus dem Vorjahr 2014 noch toppen konnten.

Und die Weichen für die Spielzeit 2016 sind längst gestellt – in die richtige Richtung, wie es aussieht. Manero-Tony lässt grüßen. Das ist bzw. war so eine Art Fred Astaire des Disco-Booms im weißen Angeber-Anzug. Der Typ mit den "elastischen" Beinen, eine modernere Version von "Schmidtchen Schleicher", hatte sich regelmäßig das Samstagnacht-Virus eingefangen. Und im "Saturday Night Fever" wird der hüftschwingende Casanova nach längerer Pause auch im kommenden Jahr wieder schwelgen. Das gleichnamige Bee-Gees-Musical ist das erste Stück, das im Rahmen des neuen  Tecklenburger Theatersommers 2016 auf dem Spielplan steht. "SNF" wird erstmals überhaupt als Freilicht-Inszenierung präsentiert, weshalb Regisseur Ulrich Wiggers irgendwie schon Pionierarbeit leisten kann und darf. Premiere: 22. Juli 2016.  Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Klaus Hillebrecht, die Choreografie besorgt (erstmals in Tecklenburg) Hakan T. Aslan.

Wieder eine deutsche Erstaufführung mit Musical Artus

Und dann Partitur-Change. Nach den Notenblättern der Gibb-Brothers breitet der Dirigent  - in diesem Fall allerdings in Gestalt von Tjaard Kirsch - etwas ganz anderes auf seinem Pult aus. Etwas, das "der gute alte Frank" ersonnen und zu Papier gebracht hat: eingängige, spannende und dramatische Melodiebögen. Dem US-Amerikaner verdanken die Freilichtspiele schon solche Produktions-Hits wie "Jekyll & Hyde" und "Der Graf von Monte Christo". Der kreative Erfolgskomponist ist ein Garant für volle Ränge. Sein Name: Frank Wildhorn.  Dessen jüngstes Kabinettstückchen, "ARTUS Excalibur",  erlebt das Tecklenburger Publikum als deutsche Erstaufführung. 

Das packende Stück war 2014 in St. Gallen (welt-)uraufgeführt worden. Eine deutsche Erstinszenierung sollte, so der ausdrückliche Wunsch des dortigen Intendanten Werner Signer, wennschon dann in Tecklenburg über die (Freilicht-)Bühne gehen. So sei es. Es geht um Visionen und um Freundschaft, um Liebe, Magie, Glück, Hass und Verrat. Da laufen König Artus und die Ritter der Tafelrunde zu Höchstform auf. Merlin, der zwielichtige Zauberer, aber auch. Die Location in "Teck" mit ihren frühmittelalterlichen Ruinenfragmenten und Mauerresten scheint wie geschaffen für diesen Stoff, aus dem die Sagen sind… Premiere ist am 18. Juni. Auch in diesem Fall hält Ulrich Wiggers als Hausregisseur die Fäden in der Hand. Für die Choreografie steht Kati Heidebrecht gerade.

Erste Garde der deutschen Musicalszene am Start

Wer in beiden Inszenierungen auf der weitläufigen Freilichtbühne als wer oder was agieren wird, nun ja, da haben die Beuleke und Co.ziemlich genaue Vorstellungen. Und sie sind sich auch schon mit "ihren" Künstlern einig. Aber erst wenn die Verträge unterschrieben sind, werden die Personalien aus dem Sack gelassen. Der Intendant sagt aber: "Bei uns geht die erste Garde der deutschen Musicalszene an den Start!" Nach den Erfahrungen der Vorjahre glauben wir ihm das unbesehen.

Der Kartenvorverkauf für die neue Saison beginnt übrigens am 18. November. Als Kinder- und Familienstück  sind  „Die 3 Musketiere“ gesetzt.

© Jürgen Heimann, Fotos: Stephan Drewianka

Artus Excalibur in Tecklenburg © Stephan Drewianka
Artus Excalibur in Tecklenburg © Stephan Drewianka
Artus Excalibur in Tecklenburg © Stephan Drewianka
Artus Excalibur in Tecklenburg © Stephan Drewianka
Artus Excalibur in Tecklenburg © Stephan Drewianka

Tecklenburger Musical-Saison 2014: Musicals Joseph, Sunset Boulevard und Robin Hood

Open-Air Programm Tecklenburg © Freilichtbühne Tecklenburg
Musical Joseph © Freilichtbühne Tecklenburg
Cooler Träumer zwischen guter Laune, Kalkül und Vision: „Joseph“ schlüpft in Tecklenburg zum zweiten Male in seinen bunten Mantel.
Musical Joseph © Stephan Drewianka
Alexander Klaws und Reinhard Brussmann in Joseph
Musical Joseph © Stephan Drewianka
Julian Looman als Pharao in Joseph
Musical Sunset Boulevard © Freilichtbühne Tecklenburg
Düster, opulent und dramatisch: Mit „Sunset Boulevard“ stammt auch das zweite Stück der neuen Tecklenburger Spielzeit aus der Feder von Musical-Papst Sir Andrew Lloyd Webber.
Musical Sunset Blvd. © Stephan Drewianka
Sunset Blvd. mit Maya Hakvoort und Julian Looman
Musical Sunset Blvd. © Stephan Drewianka
Bereit für die Nahaufnahme: Maya Hakvoort in Sunset.Blvd.
Familienmusical Robin Hood © Freilichtbühne Tecklenburg
„Robin Hood und die Kinder von Sherwood Forrest“ ist ein spannendes und witziges Musical für die ganze Familie.

Musicals zwischen Hollywood, Kanaan und Sherwood Forest

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, hat der alte Herberger-Seppl mal behauptet. In Tecklenburg sieht man das, was die jeweils alte und neue Spielzeit anbelangt, genauso. Längst bevor im Frühherbst der virtuelle Schlussvorhang für  den Monte Christo-Grafen gefallen war, hatten die Verantwortlichen der Freilichtspiele hier schon an den Weichenstellhebeln für die Saison 2014 gedreht.  Mittlerweile konnte Intendant Radulf Beuleke schon die ersten Fahrplandetails nennen. Und der Zug dampft in Richtung Kanaan, Hollywood und Sherwood Forest.

Bibel, Kinoleinwand und Eichenwälder in Tecklenburg

Mit dem grellbunten Bibelspektakel Joseph und dem ungleich düsteren Sunset Boulevard setzt man am Deutschen Sommer-Westend nächstes Jahr ganz auf die Webber-Karte. Beide Stücke stammen aus der Feder des geadelten britischen Musical-Papstes, entstanden in dessen kreativer Frühphase  – und sind seine schlechtesten nicht. Für Beuleke und Co. wird es ja zunehmend schwieriger, die Rechte für zeitgemäße Musical-Produktionen bzw. solche mit entsprechender Zugwirkung zu erwerben, nachdem hier im mit 2300 Sitzplätzen  Deutschlands größtem Musicaltheater unter freiem Himmel in den vergangenen Jahren schon so gut wie alles gelaufen, was sich die Fans wünschen. Alles? Nein nicht ganz. Einige Punkte stehen dahingehend nach wie vor als unerledigt auf der To-Do-Liste. Das zähe Bemühen, hier irgendwann doch noch mal den Zuschlag zu erhalten dauert an. Steter Tropfen …

Musical Joseph: Dreaming-Joe und rockender Pharao mit Alexander Klaws in Tecklenburg

Allzu oft wiederholen möchten sich die Münsterländer nun ja auch nicht. Aber hin und wieder lässt sich ein Remake nicht umgehen, was beispielsweise bei dem Mann mit dem bunten Mantel im Musical Joseph der Fall sein wird. Das ist aber nicht weiter schlimm, das es ja schon ein paar Jährchen her sind, dass der coole Träumer und der rockende Pharao aus der alttestamentarischen Geschichte auf der Burg einen Engel am und vom Teck-Himmel schweben sahen. Das war erstmals und zuletzt anno domini 2003 der Fall gewesen. Die zugleich erste deutschsprachige Freiluft-Inszenierung dieses rasanten Bibel-Happenings überhaupt. Damals (Regie: Dean Welterlen) hatte Sven Olaf Denkinger den Dreaming-Joe gegeben, 2014 wird Alexander Klaws im Musical Joseph von seinen neidischen Brüdern auf dem Flohmarkt vertickt, um sich in Folge u.a. auch den Nachstellungen von Potiphar’s sexuell etwas hyperaktiven Frau Gemahlin erwehren zu müssen. Das bereits 1968 entstandene Frühwerk des Barons Webber wird in Tecklenburg insgesamt 21 mal aufgeführt. Premiere des Musicals Joseph ist am 21. Juni 2014, Derniere am 24. August. Die deutsche Übersetzung der Tim Rice-Texte stammt übrigens von Heinz-Rudolf Kunze.

Lesen Sie jetzt hier den kompletten Premierenbericht mit Fotos und Video vom Musical Joseph mit Alexander Klaws!

Musical Sunset Boulevard

Etwas jüngeren Datums (1993) ist das auf dem gleichnamigen Film von Billy Wilder basierende Musical Sunset Boulevard (Deutsch: Michael Kunze), eine hochdramatische-emotionale Geschichte um das letzte Aufbäumen und Scheitern der alternden, noch der Stummfilmzeit entstammenden Cineasten-Diva Nora Desmond. Im jungen Drehbuchautor Joe Gillis sieht die Leinwandseniorin ihre letzte Chance, die Kurve doch noch zu kriegen und den Übergang ins moderne, Tonfilm geprägte Hollywood zu schaffen. Uwe Kröger und Helen Schneider (später Yngve Gasoy-Romdal und Daniela Ziegler) hatten mit der Interpretation dieser Rollen weiland im Niedernhausener Rhein-Main-Theater Maßstäbe gesetzt, wo das Stück von 1995 bis 1998 lief. 2011 flanierten die Bad Hersfelder auf der aus dem Westen von Los Angeles in die Ost-Hessische Kurstadt verlegten Prachtstrasse  -  Nora Desmond-Comeback für Helen Schneider inklusive.

Große Musical-Namen: Maya Hakvoort und Reinhard Brussmann

Ein ganz großer Name steht dafür auch auf der Besetzungsliste im Theater auf der Burg: der von Maya Hakvoort. Damit gibt die Ausnahmekünstlerin aus den Niederlanden, die seit 1989 so gut wie alle großen weiblichen Musicalrollen im deutschsprachigen Raum, die der Elisabeth inklusive, bekleidet hat, hier ihren Einstand. Als Junior-Lover Joe Gillis an ihrer Seite: Julian Looman. Die Fans wird es freuen, während es andererseits auch nicht verwundert, dass Reinhard Brussmann auch in der Saison 2014 in Tecklenburg wieder einen Fuß in der Tür hat. Der Ur-Valjean aus Österreich, ein Charakterdarsteller und echter Allrounder, hatte hier ja bereits im vergangenen Jahr als Monte Christo-Mitgefangener Abbé Faria einen bärenstarken Job abgeliefert und sich nebenbei auch als Banditenchef Manitus Schuh angezogen.  Auf dem Boulevard des Sonnenuntergangs schlüpft der Künstler in die Rolle des undurchsichtigen Butlers Max von Mayerling. Zur weiteren Cast zählen u.a. Annemieke vanDam als Betty Schaefer (wird bei einigen Vorstellungen durch Wietske van Tongeren vertreten), und Thomas Hohler als Artie Green. 

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht zum Musical "Sunset Blvd." mit vielen exklusiven Fotos!

Der Kartenvorverkauf hat begonnen

Regie führt Andreas Gergen, der hier schon bei den Musicals Crazy for You und Hairspray die inszenatorischen Fäden gezogen hatte. Die Partitur dürfte bei Tjaard Kirsch und seinem großen Orchester wieder in den besten Händen sein. Das Musical Sunset Boulevard ist ein Ausstattungsstück, das den Tecklenburgern und ihrem stattlichen Personalfundus gelegen kommt, nicht zuletzt, weil sie da mit ihrem großen Chor und ihrer großen Statisterie wieder aus dem Vollen schöpfen können. 20 Shows stehen auf dem Spielplan. Premiere ist am 25. Juli 2014, der letzte Vorhang fällt am 13. September. Der Kartenvorverkauf für beide Musical-Produktionen hat bereits am 20. November 2013 begonnen.

Musical Sunset Blvd. © Stephan Drewianka
Musical Sunset Blvd. © Stephan Drewianka
Musical Sunset Blvd. © Stephan Drewianka
Musical Joseph mit Alexander Klaws © Stephan Drewianka
Musical Joseph in Tecklenburg 2014 © Stephan Drewianka
Alexander Klaws im Musical Joseph 2014 © Stephan Drewianka

Musical Sunset Blvd. © Stephan Drewianka
Musical Sunset Blvd. © Stephan Drewianka
Musical Sunset Blvd. © Stephan Drewianka
Musical Joseph © Stephan Drewianka
Musical Joseph © Stephan Drewianka
Musical Joseph © Stephan Drewianka

Dem fiesen Sheriff eine lange Nase machen

Witziges und Spannendes für Alt und Jung wartet derweil hinter den dicken Stämmen alter Eichen -  im Sherwood Forest. Das Familienmusical als dritte Angebots-Säule hat in Tecklenburg lange Tradition und ist für die Hausherren ein sicherer (Publikums-)Hafen. „Robin Hood und die Kinder vom Sherwood Forest“ werden diesmal hier kühne Abenteuer bestehen und dem fiesen Sheriff eine lange Nase machen. Rdaulf Beulecke zeichnet für Text und Libretto verantwortlich, Klaus Hillebrecht packte das Ganze in eingängige Melodien. Bereits am 25. Mai  werden die Bogensehnen gespannt. Bis 3. September stehen 33 Vorstellungen an. 

Besetzung Sunset Boulevard

  • Norma Desmond: Maya Hakvoort
  • Joe Gillis: Julian Looman
  • Max von Mayerling: Reinhard Brussmann
  • Betty Schaefer: Annemieke van Dam
  • Artie Green: Thomas Hohler
  • und das Ensemble der FreilichtSpiele Tecklenburg 2014 

 Leading Team: 

  • Regie: Andreas Gergen
  • Musikalische: Leitung Tjaard Kirsch
  • Choreografie: Danny Costello
  • Bühnenbild: Susanne Buller
  • Kostüme: Karin Alberti

 Besetzung Joseph and the amazing technicolor Dreamcoat

  • Joseph: Alexander Klaws
  • Erzählerin: Sandy Mölling
  • Pharao: Julian Looman
  • Jakob: Reinhard Brussmann
  • Simeon: Thomas Hohler
  • Ruben: Alexander Bellinkx
  • Gad/Butler: Sebastian Brandmeir
  • Potiphar: Benjamin Witthoff
  • und das Ensemble der FreilichtSpiele Tecklenburg 2014 

Leading Team: 

  • Regie: Werner Bauer
  • Musikalische Leitung: Klaus Hillebrecht
  • Kostüme: Karin Alberti
  • Choreografie: Kati Heidebrecht
  • Bühnenbild: Susanna Buller 

© Text: Jürgen Heimann, Fotos: Stephan Drewianka, Logos: Freilichtbühne Tecklenburg


Der Musical-Sommer 2011 in Tecklenburg kann beginnen © Jürgen Heimann
Musical-Programm Tecklenburg 2011:
Musical Meets Pop 2011 in Tecklenburg © Heiner Schäffer
Musical Meets Pop,
Crazy For You 2011 in Tecklenburg © Heiner Schäffer
Crazy For You und
Jesus Christ Superstar 2011 in Tecklenburg © Heiner Schäffer
Jesus Christ Superstar

Tecklenburg pendelt mit dem Programm 2011 zwischen Golgatha und Wildem Westen

Die Tecklenburger Freilichtspiele laufen sich warm. Nur noch wenige Wochen bis zum Start in die neuen Spielsaison, die traditionell immer schon an Pfingsten beginnt, am zweiten Feiertag, dem Montag. Die Musical meets Pop-Gala markiert auch diesmal wieder den klangvollen Auftakt der sommerlichen Aufführungsreihe, die 2011 von der Gershwin-Revue Crazy for You (Premiere 25. Juni) und dem Webber-Klassiker Jesus Christ Superstar (ab 29. Juli) geprägt wird. Mit dem Kinder- und Familienstück Peter Pan tragen die Macher ab 22. Mai den Interessen ihrer kleineren Gäste Rechnung.

Musical-ische Hochkaräter beim Saisonstart zu Pfingsten

Für die Eröffnungsveranstaltung am 13. Juni schöpfen die Haus- und Bühnenherren um Intendant Radulf Beuleke  wieder aus dem Personalfundus musicalischer Hochkaräter. Pia Douwes, die First Lady des europäischen Musicals, führt die Liste der Stars an. Auf selbiger stehen ferner so populäre Namen wie der des Tecklenburg-Debütanten Jan Ammann und der der Päpstin Sabrina Weckerlin. Im Aufgebot ferner Patrick Stanke, Anne Welte, Marc Clear, Sascha Krebs, Marc Seitz und Filipina Henoch.  Das wird ein Fest! Und das beginnt an diesem Tag bereits um 18 Uhr.  Klaus Hillebrecht und seine Band bestellen das Feld für den dreistündigen Melodiemarathon, der eine spannende Mischung  an Hits und Perlen aus Pop, Rock und Musiktheater beinhaltet. Dass die Veranstalter bei dieser Gelegenheit „ganz nebenbei“ auch PR in eigener Sache bzw. für die beiden anstehenden Hauptstücke machen wollen, versteht sich von selbst. Nicht von ungefähr sind singen und tanzen die Hauptdarsteller aus Crazy for You und J.C. in der ersten Reihe.

Alte Bekannte und neue Gesichter

Sir Andrews Rock-Oper um die letzten Tage Jesu wird  in der neuen Saison  nach 2001 und 2002 zum dritten Male in „Teck“ aufgeführt, diesmal freilich in einer kompletten Neuinszenierung. Die wird von Marc Clear verantwortet, der damit nach den 3 Musketieren im Vorjahr seine zweite Regiearbeit im Münsterland abliefert. Clear wird auch selbst als Pilatus zu sehen und zu hören sein.  Den Titelpart haben die Verantwortlichen Patrick Stanke anvertraut, der damit nach Jekyll & Hyde und Aida (Radames) seine dritten Hauptrolle an Deutschlands Sommer-Broadway übernimmt. Mischa Mang trägt  als Judas den vom Script her konturenreichsten Part des Stücks; als Maria-Magdalena begegnet uns die Niederländerin Femke Soetenga. Auf alte und beliebte Bekannte stößt das Publikum auch auf anderen Positionen des mit Bedacht ausgewählten Ensembles. So sind „D’Artagnan“ Thomas Hohler als Simon Zelotes, Adrian Becker als Herodes und Stefan Poslowski als Annas mit von der Partie. Musikalische Leitung: Klaus Hillebrecht.

Da steppt der Bär: Shim Sham, Maxi Fords und Cramp Rolls

Aber ehe der Messias gekreuzigt wird, steppt an gleicher Stelle erst mal der Bär. Die turbulente und temporeiche Wild-West-Komödie Crazy for you ist ein krasser Kontrapunkt zum hochdramatischen Krimi um den Tod des Judenkönigs. Karohemden, Boots, Cowboyhüte, Walzer, Swing und viele, durch kleine Metallplatten unter den Schuhsohlen der Akteure verstärkte „Klacks“ zwischen „Shim Sham“, „Maxi Fords“ und „Cramp-Rolls“ - und wie die Schrittkombinationen beim  Step- oder Tap Dance (Französisch: Claquettes)  auch immer heißen mögen - verdichten sich zu einem Parforceritt überschwänglicher Lebensfreude und guter Laune.

George Gershwin hat dieses Werk so, wie es heute in aller Welt gerne aufgeführt wird, nie erlebt. Es entstand in dieser überarbeiteten Fassung erst  1991/92, indem die Ur-Vorlage „Girl Crazy“ unter strenger Aufsicht der Erben um weitere Hits des genialen Komponisten angereichert wurde.  „I got Rhythm“  oder „They can’t take that away from me“ sind die bekanntesten Melodien daraus.  Kurz gesagt geht es darum,  dass die Einwohner eines verschlafenen Kaffs in der Prärie von Nevada eine Musicalshow zur Rettung ihres Theaters auf die Beine stellen.  Turbulente Lovestory und gleich mehrere Happyends inklusive.  Bobby Child, reicher Spross einer Bankerfamilie,  soll das klamme Haus abwickeln,  hat aber insgeheim selbst Bühnenambitionen, verliebt sich in Polly, die hübsche Tochter des Theaterdirektors, und …. Den Rest kann man sich denken – oder auch nicht.

Reinhard Brussmanns Einstand im Münsterland

Auch für diese Inszenierung, bei der Andreas Gergen und Christian Struppeck Regie führen, haben die Tecklenburger ein starkes Darstellerteam gecastet.  Dazu zählen u.a. Marc Seitz (Bobby Child), Filipina Henoch (Polly) und vor allem Bonifatius Reinhard Brussmann, der damit als Theaterdirektor Everett Baker seinen Einstand auf dem Balkon des Münsterlandes gibt. Auch die unvergleichliche Anne Welte ist wieder mit von der Partie, ferner Bettina Mönch, Mathias Schlung und Frank Winkels, um nur einige zu nennen. Musikalischer Leiter ist Tjaard Kirsch, für das passende peppig-schwungvolle Bewegungsvokabular zeichnet der Sänger, Tänzer und Choreograf Danny Costello verantwortlich.

Mit großem Chor und großer Statisterie

Bei beiden Produktionen können die Freilichtspiele wieder ihre hauseigenen Trumpfkarten ausspielen, um die die Konkurrenz sie so beneidet: Den großen Chor und die große Statisterie. Da kommt Leben in die Bude, da füllt sich die weitläufige Bühne mit bis zu 150 Akteuren. Sowohl J.C. als auch CfY bieten Raum genug  für  eindrucksvolle, personalintensive Aufzüge dieser Art.

© by Jürgen Heimann