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  • Emotions Musical-Show Ja, ich will vielleicht © Stephan Drewianka
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Emotions Musical-Show in Oberhausen

  • Ja, ich will vielleicht © Stephan Drewianka
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Musical-Show Ja, ich will (vielleicht) – jetzt erst recht!

Neben den Musical-Stars der großen Produktionen gibt es talentierte Sänger, die das Genre Musical lieben, aber noch nicht in einer professionellen Mega-Show auf der Bühne gestanden haben. Dennis Treiblmair hatte Ende Oktober 2007 nach seiner Amateur Musical-Show Emotions über die letzten Tage eines kleinen Theaters, in der er mit fünf Chor-Kollegen bekannte Musicalhits in einem neuen, überraschend witzigen Kontext präsentierte, zusammen mit seiner Freundin Patricia Schäfer die Idee zu einer romantischen Hochzeitskomödie. Mit neun Freunden probten die ambitionierten Amateure zahlreiche Songs aus diversen Shows und feilten fast ein Jahr an der Story um eine Braut, die in der Kirche kalte Füße bekommt und erst noch einmal darüber nachdenken will, ob sie den richtigen Mann fürs Leben gefunden hat.

Rechtliche Probleme mit der Stage Entertainment

»Ja, ich will (vielleicht)« sollte am 8. November 2008 im Bürgersaal des Lito Palastes in Oberhausen Sterkrade Premiere feiern. Der Kartenvorverkauf lief so gut, dass die 530 Plätze schnell ausgebucht waren und noch ein Zusatztermin für den 9. November angeboten wurde. Doch fünf Wochen vor diesem Datum bekam Dennis Treiblmair unerwartet einen Anruf eines Anwalts der Stage Entertainment, die in Deutschland die Mega -Musicals auf die Bühne bringt. Nach einem aktuellen Gerichtsbeschluss könnte die Stage Entertainment nun rechtliche Schritte gegen alle Produktionen einleiten, die in einem thematischen Kontext Lieder aus >ihren< Musicals verwenden. Der Schock saß tief, denn welche musicalinteressierte Amateurgruppe will sich schon auf einen Rechtsstreit mit dem größten Musicalanbieter Deutschlands einlassen?

Präsentation der Musical-Songs als Konzert mit Moderation

Einzig die schlichte Präsentation von Musicalsongs in einem Konzert sei gestattet. Statt vor Goliath zu kapitulieren, warf der kleine David, pardon Dennis, nun das gesamte Konzept der Hochzeitskomödie über den Haufen. Das neue Motto, das nun auch in den Titel der Show einfließen sollte, hieß: »Jetzt erst recht!« Mit Team-Kollege Markus Psotta wurde in Rekordzeit eine Moderation für ein Konzert entwickelt. Songs, die zwar im alten Kontext einen Sinn ergaben, für sich allein gestellt jedoch nicht mehr bühnenwirksam waren, wurden schweren Herzens gestrichen und dafür neue Lieder ins Programm genommen.

Nach einer kurzen Erklärung von Dennis Treiblmair ging das runderneuerte Konzert dann am 8. November in neuer, rechtskonformer Version pünktlich um 20.00 Uhr vor dem restlos ausverkauften Haus in Premiere. Eine bunte Mischung verschiedener Lieder um die Liebe verzauberte schnell das begeisterte Publikum. Klassiker aus My Fair Lady, Cabaret, Hair, A Chorus Line, Grease und Fame wetteiferten mit moderneren Stücken aus Wicked, König der Löwen, Mamma Mia!, Elisabeth, We Will Rock You, Moulin Rouge, Jekyll & Hyde und Dirty Dancing um die Gunst der Zuschauer.

Kurzweilige Unterhaltung im Lito-Palast Oberhausen

Und die konnte schnell gewonnen werden, lieferten sich die beiden Hauptmoderatoren des Abends, Dennis Treiblmair und Markus Psotta, ein nicht enden wollendes Duell um den Titel >Moderator< und >Co-Moderator< wie es humorvoller und pointenreicher nicht hätte sein können. Beiden Akteuren kann man eine ruhmreiche Komiker-Karriere voraussagen, doch damit würde man beiden nicht gerecht, denn zudem können sie auch noch grandios singen! Während sich Treiblmair eher klassisch mit »Dies ist die Stunde« in die Herzen der Musicalfans singt, bringt Rock-Röhre Markus Psotta den Lito-Palast mit »I Want To Break Free« zum erbeben und kann das Publikum selbst A Capella bei der Zugabe mit We Will Rock You zu Höchstleistungen im Fußstampfen und Klatschen animieren und das selbst noch nach kurzweiligen dreieinhalb Stunden!

Auch das restliche Ensemble liefert für eine Amateurgruppe hochkarätige Leistungen ab. Patricia Schäfer kommt als dritte Moderatorin zwar nur schwer gegen ihre männlichen Kollegen an, wird musikalisch aber »Heiß geliebt«! Deniz Fingskes überzeugt als schwuler Hochzeitsplaner, »Tanzt Durch die Welt« und liebt die hohen Töne bei »Kitsch«. Denise Dietzel erstrebt den Ruhm von »Fame« und verdreht den Männern mit »Mein Herr« den Kopf, während Svenja Baumann »Wie Herrlich« mit Steffi Barth vom »Aquarius« und »Let The Sunshine In« trällert. Ein Highlight ist auch die erst dreizehnjährige Viola Janßen, die als Jeanne D´Arc »Bis man den Himmel berührt« oder mit Dennis Treiblmaier ein erfrischend junges »Wie Du« als Elisabeth zitiert. Das Ensemble verstärken Timo Horn, und Sören und Marius Bloch, die mit dieser Show ihr »Time Of My Life« feiern.

Bei all der überschäumend guten Laune sollte man auch die ernsten Momente im Leben nicht völlig vergessen. Patricia Schäfer liefert ein rührendes »Durch meine Finger rinnt die Zeit« aus Mamma Mia! ab. Drei Weltpremieren aus der Feder des Jungkomponisten Alexander Holz erblicken ebenfalls das Licht der Welt. Treiblmair lernte Holz durch das >Musical-Netzwerk< im World Wide Web kennen und Holz komponierte für ihn gleich mehrere Songs: »Ich bin Dein« erzählt die traurige Geschichte eines Mannes, der seine Frau bei einem tragischen Autounfall verliert und nun allein für sein kleines Kind sorgen muss. »Du bist nicht allein« verspricht ein Freund, um den überforderten Vater von seinen Depressionen zu befreien. Im Gegensatz dazu schlägt »Kleines Baby« dann als humorvoller Feel-Good-Song wieder den Bogen zu den heiteren Momenten und der Refrain in der Babysprache nistet sich als Ohrwurm gleich beim Publikum ein.

Da ein Musicalabend mit verbindender Handlung dank der nicht vorhandenen Ich Will Spaß-Mentalität der Stage Entertainment für Amateure nicht mehr möglich ist, verspricht Dennis Treiblmair schon für das nächste Jahr ein gemeinsames Projekt mit Komponist Alexander Holz. Wenn man die bekannten Songs nicht mehr verwerten darf, komponiert man sich eben ein eigenes Musical. Es soll ein spannender Musical-Thriller werden. Bei dem Potential der sogenannten >Amateure< darf man auf das Ergebnis in jedem Fall gespannt sein. Es tut sich viel – »jetzt erst recht«!

© Text und Photos by Stephan Drewianka; dieser Artikel erschien ebenfalls der Winter-Ausgabe der Fachzeitschrift Blickpunkt Musical, Ausgabe 06/08, Winter 2008

  • Emotions Musical-Show Ja, ich will vielleicht © Stephan Drewianka
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