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Theater


Rockin' around the X-mas-tree 2008 im Doppelpack: Wo das Christkind Rock’n’Roll tanzt

Klangvolle Treibjagd: Nicole Berendsen und Alex Melcher scheuchten Rudolph durch Remscheid

Die Frau mit der roten Löwenmähne scheint die personifizierte gute Laune. Und die ist nicht aufgesetzt. Obwohl die Zeit, während der man/frau sie auf deutschen Bühnen bewundern konnte, auch schon etwas zurück liegt, kann sich Nicole Berendsen hier zu Lande immer noch auf eine große, treue Anhänger- und Bewundererschar stützen. Und diese Beziehung ist keine Einbahnstrasse. Alle Jahre wieder macht der fröhliche und liebenswerte Musicalstar aus dem Land der Tulpen, Windmühlen und des Gouda im Bergischen Station, um daselbst, in Remscheid, der drittgrößten Stadt dieser Region, die Christtanne wackeln zu lassen. „Rockin’ arround the x-mas-tree“ lautet die Beschwörungsformel, die die Besucher zur Vorweihnachtszeit jeweils in Scharen ins hiesige Teo Otto Theater treibt. Zwei restlos ausverkaufte Shows unterstrichen auch in diesem Jahr die Zugkraft dieser inzwischen schon traditionellen Konzertreihe. Die gehören in Remscheid zum Adventsreigen dazu wie der Speck zum Rührei.

Der Kontrast hätte gravierender nicht sein können. Eben noch, auf der Hinfahrt, heischte das dünne Piepsen einer namenlosen, verzweifelt-talentlosen grauen Hitparadenmaus aus dem Autolautsprecher um Mitleid, und dann dieses vokale Füllhorn, das sich über die Zuhörer im Saal ergießt. Was für eine Stimme! Diese Dame hat Gold in der Kehle. Und sie geizt nicht damit. Die Berendsen in Top-Form. Die reine Energie, kombiniert mit der sichtbaren, sich auf alle übertragenden Freude an der Musik. Ihre gute Laune ist ansteckend. Mit großen und kleinen Gesten unterstreicht der niederländische Musicalstar die Inhalte der zumeist weihnachts-affinen Songs, wobei die Grenze zur seichten, beliebigen Rührseligkeit nie überschritten wird. Streng genommen ist es ein „Best of“, eine komprimierte Zusammenfassung der Highlights aus den vergangenen sieben Jahren. Das hier war der achte Durchgang, dem, versprochen, 2009 der nächste folgen wird.

Souverän und leidenschaftlich

Souverän und scheinbar mühelos nimmt die hoch gewachsene Künstlerin im glitzernden Abendkleid alle gesanglichen Hürden, selbst die höchsten und schwierigsten – und hat doch immer irgendwo noch stimmliche Reserven. Weiß der Himmel, woher sie die nimmt. Es mag nur wenige geben, die der Stimm-Titanin dahingehend das Wasser reichen können. Da wackelt nichts, da gibt es keine Unsicherheiten oder Ausrutscher. Schließlich steht hier ein begnadeter Vollprofi auf der geschmackvoll geschmückten Bühne, aber er steht selten still . Von Jazz über Soul bis Rock reicht das stilistische Spektrum, wobei sich gefühlvolle, mit inniger Leidenschaft interpretierte Balladen und Hymnen mit treibenden Up-Tempo-Nummern und fetzigen Rock-Songs abwechseln.

Die Mezzo-Sopranistin ist in ihrem Element – und sie fühlt sich wohl auf dieser Bühne. Kein Wunder, mit einer solchen Band im Rücken. Christoph Spengler, der „Spiritus rector“ der x-mas-tree-Konzerte, hat wieder schweres Geschütz aufgefahren und mehr als ein Dutzend exzellenter Instrumentalisten um sich geschart – zuzüglich eines hervorragend eingestellten Background-Chors. Und die lassen nichts anbrennen. Spengler, von Hause aus Kirchenmusiker, saß und sitzt bei vielen großen Musical-Produktionen als Keyboarder im Orchestergraben und steht derzeit als Dirigent bei der aktuellen Miami-Nights-Produktion unter Vertrag.

Der Titelsong, aus dem die Show ihren Namen ableitet, durfte auf der 20. Punkte umfassenden Set-List natürlich ebenso wenig fehlen wie „Merry Christmas Baby“, „A Christmas to Remember“, „Christmas Lullaby“, oder das herrlich intonierte „Mary, did you know“. Aber das war auch nur die Spitze klangvollen Eisbergs.

Der Rock’n’Roller und die Nachtigall

Es ist inzwischen guter Brauch, dass die Gastgeberin bei diesen Gelegenheiten als „Special Guest“ jeweils einen prominenten Kollegen als Verstärkung hinzu bittet. Diesmal war es ein Freund als alten, seligen Tabaluga- und Horrorladen-Tagen: Alex Melcher. Sowohl im Kontrast , als auch in der Ergänzung geben die Beiden, der Rock’n’ Roller und die Nachtigall, ein tolles Bühnenpaar ab. Hörenswerter Ausfluss dieser Kombination – ein wunderschönes, aus den beiden Weihnachts -Klassikern „Winter Wonderland“ und „Let it snow“ entwickeltes Duett. Der Vaterfreuden entgegen blickende „Galileo“, der sich, ganz ungewohnt und dem festlichen Anlass entsprechend in einen dunklen Anzug geworfen und sich sogar eine Krawatte umgebunden hatte, freute sich bei John Lennons  „Happy X-Mas“ (War is over) über die hingebungsvolle Unterstützung des Kinderchors. Beim finalen, fetzigen „Santa Claus is comin’ to town“ sollte dieser Pakt später noch einmal bekräftigt werden. Dass Melcher auch beachtliche Songwriter-Qualitäten hat, stellte der sympathische Allrounder in Remscheid mit seiner Eigenkomposition .“A new world“ nachhaltig unter Beweis.

„Power of Love“ im Juni nächsten Jahres

Dazwischen Nachdenkliches und Besinnliches, Heiteres, Swingendes und Mitreißendes, mal verhalten und leise, mal temperamentvoll und aufgekratzt. „Winter Ferryland“, „I’m gonna email Santa“, Coming home for Christmas”, “Love has come”, “Breath of heaven” und, und, und… Ein wunderschöner, unterhaltsamer Abend, der ohne den “rennenden Rudolph” natürlich nicht komplett gewesen wäre. Den Charme und die atmosphärische Dichte dieser Aufführungsreihe spiegelt übrigens ein packender Live-Mitschnitt des x-mas -Konzerts aus dem Jahre 2004 (mit Kristian Vetter als Gast) wieder, der als CD über www.cspengler.de bezogen werden kann.

Dieses war für 2007 der letzte Streich, und der nächste folgt, wenn auch nicht sogleich. Mitte des nächsten Jahres wird es im Remscheider Otto-Theater wieder rockig-kuschelig. Am 15. Juni 2008 geht hier die Reihe „The Power of Love“ in die nächste Runde – natürlich wieder mit Nicole Berendsen. Drei weitere bekannte Musical-Künstler werden ihr dabei assistieren.

© by Jürgen Heimann

Alles zu Nicole Berendsen bei Sound Of Music!