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Theater
Musical Jeanne D'Arc im Theater
Jeanne D'Arc bei Wikipedia


Deutschlandpremiere Musical Jeanne D'Arc abgesagt!

Maricel © Privat
Ein Bühnenerlebnis aus einem Guss: „JEANNE D'ARC - das Musical“ ist das Baby von Maricel (Wölk). Die Künstlerin aus Hannover zeichnet für die Musik und die Texte verantwortlich.

Bedauerlicherweise wurde die Premiere des Musicals Jeanne D'Arc in Niedernhausen abgesagt.
Autorin Maricel äußert sich bei Facebook so über die Vorkommnisse:
"Ich bin so sprachlos und traurig!
Was genau kann ein Autor bzw. sein Verlag noch tun um Sicherheit über einen Produzenten zu erhalten als finanzielle Sicherheiten, unterschriebene Verträge, ja sogar ein eigens gekauftes Theater...
Leider hat der Produzent von Jeanne d`Arc das Stück abgesagt.
Offensichtlich wird er Insolvenz anmelden und wird derzeit von der Steuerfahndung untersucht. Ich bin fassungslos.
Mir wird wahrscheinlich immer ein Rätsel bleiben, warum so etwas rechtlich möglich ist?! 
Nicht nur für mich als Autorin, sondern auch für meine Kollegen und das gesamte Team tut es weh, dass dieses tolle Stück und die Menschen so malträtiert werden.
Ein kleiner Trost, der Regisseur Stanislav Mosa bekundete, dass er so hinter dem Stück steht, dass er es im kommenden Jahr bei sich im Theater Brünn aufführen will. 
Ich hoffe natürlich, dass eine bestehende Produktion im Weiteren auch für Deutschland einfacher einen Produzenten findet. 
Ich werde guter Dinge bleiben und bedanke mich bei allen, die so hinter dem Stück stehen und für den Beistand, die Unterstützung und die lieben Worte, die mich auf den verschiedensten Wegen erreicht haben!!!!
JEANNE D`ARC ist ein Musical über die Kraft der Überzeugung und das Feuer der Leidenschaft, das immer seinen Weg findet… 
Diesem Motto bleibe auch ich treu, auch wenn ich jetzt erstmal einen Schnaps brauche… Prost!"


Jeanne d'Arc - das Musical © Veranstalter
Jeanne d'Arc - das Musical: ab Mitte 2016 in Niedernhausen
Jeanne d'Arc © Wikipedia
Es gibt kein zeitgenössisches Porträt von Jeanne d’Arc. Dieses Miniaturgemälde eines unbekannten Künstlers stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Jeanne d'Arc - das Musical © Veranstalter
Mystik, Visionen, Fanatismus, Glaubenseifer, Liebe: Das kurze Leben der Jeanne d’Arc bietet Spannung, Dramatik und Emotionen. Für ihre Bewunderer war sie eine Heldin und Heilige, für ihre Feinde eine Hexe. Als solche endete Johanna von Orléans anno 1431 als 19-Jährige auf dem Scheiterhaufen.
Jeanne d'Arc - das Musical © Veranstalter
Eine Weltpremiere im Taunus: Ab 25. Juni kämpft die Jungfrau von Orléans in Niedernhausen gegen die englischen Besatzer. Das Musical von Maricel (Wölk) wird die erste En-Suite-Produktion sein, seit hier 1998 auf dem „Sunset Boulevard“ die Straßenlaternen ausgingen.
Jeanne d'Arc - das Musical © Veranstalter
Das Rhein-Main Theater in Niedernhausen: nach Sunset Blvd. endlich wieder ein Musical

Musical-Weltpremiere "Jeanne D’Arc" 2016 in Niedernhausen

Eine tapfere Jungfrau zwischen Gott, König, Schwertern und Visionen

Das unerschrockene, von vermeintlich göttlichen Visionen beflügelte Bauernmädel wurde gerade mal 19 Jahre alt.  Dann legte der Scharfrichter auf Geheiß der Engländer die Lunte an den Scheiterhaufen. Was übrig blieb, war ein Häufchen Asche. 20 Jahre später wurde daraus eine französische Nationalheldin und später sogar eine Heilige. Das kurze, bewegte und abenteuerliche Leben dieser bekanntesten Jungfrau des Abendlandes kommt nun als „JEANNE D'ARC  - das Musical“ auf die Bühne. Eine Weltpremiere. Der Vorhang hebt sich am 25. Juni im Musicaltheater in Niedernhausen – 20 Autominuten von der Mainmetropole Frankfurt entfernt. 

Musik und Text stammen von der Musicaldarstellerin, Sängerin und Entertainerin Maricel (Wölk). Seit vielen Jahren beschäftigt sich die ägyptische Ex-Prinzessin mit der faszinierenden historischen Figur der Johanna von Orléans, wie dieses legendäre Fräulein ja eigentlich hieß. Dieses hatte im 100-jährigen Krieg zwischen Engländern und Franzmännern auf Seiten von letzteren eine nicht ganz unerhebliche Rolle gespielt.

Die umtriebige Künstlerin aus Hannover hat einen Teil der Songs in Kooperation mit Thomas Lange komponiert und hier und da in den vergangenen Jahren bei diversen Anlässen wie Solo-Konzerten oder Galas schon etwas davon durchschimmern lassen. Kleine Häppchen, die einiges erahnen ließen und Appetit auf mehr machten. Vor allem das Lied „Kleine Mädchen weinen nicht“ schien aus dem Holz gemacht, aus dem Hits erwachsen.

Spannende und mitreißende Partitur

Die Partitur ist spannend, abwechslungsreich, voller offenkundiger und versteckter Ohrwürmer. Gefühlvolle Balladen, packende, mitreißende Ensemblenummern, treibende Rhythmen, zarte, emotionale Melodielinien. Die Mystik des Mittealters verpackt in den Sound der Moderne. Zeitlose Arrangements jenseits kurzlebiger Trends. Keine vordergründige Effekthascherei, sondern nachhaltige Tonkunst mit Tiefgang zwischen Euphorie und Tragik. 

Letztere liegt in der Storyline begründet. Es ist eine Geschichte, die von Leidenschaft und Liebe, Treue, Loyalität, politischen Intrigen und himmlischen Visionen handelt. Von Aufopferung, Verrat, Krieg und Blut. Sie beschreibt die beispiellose Karriere einer Magd, die es bis an die Spitze der französischen Armee schafft, sich in einer von Männern und Glaubenszwängen dominierten Welt behauptet und den englischen Besatzern in der Schlacht von Orléans zeigt, wo der Hammer hängt. Johanna verhilft dem Thronfolger zu Königswürden, doch als Charles VII. wird diesem ihr Einfluss zu groß. Er lässt sie fallen. In unzähligen Filmen und Büchern beschrieben, gibt es nun mit dem Musical eine neue Erzählebene. 

Regie führt Stanislav Moša. Der Tscheche ist „nebenbei“ Direktor und künstlerischer Leiter und Regisseur des Stadttheaters Brünn. Und von dort bringt er auch seinen „Kapellmeister“ mit: Dan Kalousek wird für diese Produktion das Musical-Orchestra Niedernhausen leiten. 

Zweiter Frühling für das Musicaltheater Niedernhausen

Produzent Florian Willmanns („Ein wunderbarer Stoff“) ist zugleich geschäftsführender Gesellschafter der Rhein-Main-Entertainment, der das 1.570 Besucher fassende Theater inzwischen gehört. Mit dieser Inszenierung könnte die Stätte ihren zweiten Frühling erleben. Der 25 Millionen schwere Bau war 1995 errichtet worden, um dem Webber-Stück „Sunset Boulevard“ eine Heimstatt zu geben.  Uwe Kröger und Helen Schneider zählten damals als Frontleute zur Premieren-Cast. Knapp zweieinhalb Jahre später wurde der Spielbetrieb nach 992 Vorstellungen wegen mangelnder Auslastung eingestellt. Das Theater ist seitdem nur noch sporadisch für Tourneegastspiele oder andere Veranstaltungen genutzt worden. „Jeanne D’Arc – das  Musical“ wird hier die erste En-Suite-Produktion seitdem sein. 

Das Stück soll zunächst einmal bis Ende des Jahres auf dem Spielplan stehen. Ist die Besucherzahl entsprechend – schon bei einer 39-prozentigen Auslastung wäre man im grünen Bereich – stünde einer Verlängerung bis Ende 2017 nichts im Wege. Aber der Produzent rechnet natürlich mit einer deutlich höheren Frequentierung. 

1700 Darsteller bewarben sich um eine Rolle

1700 Darsteller hatten sich um eine Rolle – sieben große und 24 kleinere – beworben. 160 von ihnen gelangten in die engere Auswahl. Letztendlich wurde jeder Part dreifach besetzt. Bei der Produktion kommt hochmoderne 3D-Video-Technik zum Einsatz, wie sie beispielsweise auch in Filmen und US-Serien wie „Der Hobbit“ oder „Game of Thrones“ genutzt wurde. 

Ziel des Produzenten ist es, Niedernhausen wieder als Musicalstandort zu entwickeln und zu etablieren. Die Region ist dahingehend ja ein weißer Fleck auf der Landkarte. Die Platzhirsche röhren in Hamburg, Stuttgart, Köln, Berlin und Bochum. Auch von den Tarifen her läuft es auf eine Kampfansage an diese hinaus. Das preiswerteste Ticket soll 39 Euro kosten, während man für das teuerste Billett zu Spitzenzeiten 99 Euronen auf den Tisch wird legen müssen. Die Preisforderungen der großen Anbieter liegen beträchtlich darüber. 

© Text: Jürgen Heimann