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Theater
Musical Die Päpstin im Theater
Musical Die Päpstin im Theater
Musical Die Päpstin in Fulda © Stephan Drewianka
Musical Die Päpstin in Fulda © Stephan Drewianka

Weltpremiere Musical Die Päpstin in Fulda

Musical Die Päpstin in Fulda © Stephan Drewianka
Musical Die Päpstin in Fulda © Stephan Drewianka
Musical Die Päpstin in Fulda © Stephan Drewianka
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Musical Die Päpstin in Fulda © Stephan Drewianka
Musical Die Päpstin in Fulda © Stephan Drewianka
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Musical Die Päpstin in Fulda © Stephan Drewianka
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Habeamus Mamam - Fulda hat das Musical Die Päpstin!

Es grenzt schon fast an ein Wunder, was Produzent Peter Scholz und Komponist Dennis Martin mit ihrer Musical-Firma Spotlight in der streng katholischen Bischofsstadt Fulda durchsetzten konnten. Nach den religiösen Stoffen um die Heiligen Bonifatius und Elisabeth - Legende einer Heiligen, die mit großem Erfolg gleich mehrere Jahre an den Original-Handlungsschauplätzen Fulda und Eisenach spielten und diese Städte zu Musical Pilgerstätten werden ließ, schafften es die Spotlight es tatsächlich, die fiktive Geschichte von der Päpstin von Romanautorin Donna W. Cross musikalisch auf die Bühne des Schlosstheaters in Fulda zu bringen. Der Weg dorthin war sicherlich steinig, ist der katholischen Kirche doch die “Legende” eines weiblichen Papstes schon lange Zeit ein Dorn im Auge. Die Musical-Fassung von Die Päpstin soll aber nicht in erster Linie ein Angriff auf die männlich dominierte katholische Kirche sein, sondern vielmehr den Weg einer intelligenten und wissbegierigen Frau aufzeigen, der das Lernen von Geburt an untersagt wurde, die zum Erreichen ihrer Ziele ihre Identität als Frau verleugnen und ihre Liebe aufgeben muss, nur um am Ende sogar mit ihrem Leben bezahlen zu müssen.

Handlung und Geschichte des Musicals Die Päpstin

Die kleine Johanna wächst mit ihren beiden Brüdern bei einem strengen Vater, dem Dorfpriester, und einer Mutter auf, die immer noch den heidnischen Göttern in Form der Raben Hugin und Munin huldigt. Johanna mag die alten Geschichten ihrer Mutter und hat doch die christliche heilige Katharina zum Vorbild, da Johanna wie sie Schreiben und Lesen lernt. Als ihr Bruder Matthias stirbt, möchte Johanna an seiner Stelle vom Gelehrten Aeskulapius in die Domschule zu Dorstadt eingeladen werden. Ihr Vater will jedoch den zweiten Sohn Johannes zur Schule schicken, doch der ist wesentlich unbegabter als seine Schwester. Als der Vater bemerkt, dass Johanna Lesen und Schreiben kann, verprügelt er seine Tochter und beschimpft sie als gottloses Wechselbalg. In der Nacht fliehen Johanna und Johannes zu Aeskulapius, der beide in Dorstadt dem recht weltlichen Bischof Fulgentius vorstellt. Sein Gast Anastasius, dessen Ränke schmiedender und selbst vor Mord nicht zurückschreckende Vater Arsenius ihn zu Kaiser Lothar schickte, damit dieser ihn in baldiger Zukunft als Verbündeten auf den Papstthron setzen soll, ist von der geistigen Unzurechnungsfähigkeit der Frauen überzeugt. Doch als er Johanna kirchliche Fragen stellt, weiß diese nicht nur die richtigen Antworten, sondern macht den angehenden Geistlichen sogar lächerlich. Dem Bischof gefällt die aufgeweckte Johanna, und als Markgraf Gerold, sehr zum Missfallen seiner Frau Richild, für Johanna sorgen will, darf sie zusammen mit ihrem Bruder die Domschule besuchen. Doch die Mitschüler machen Johanna das Lernen nicht einfach und als ihr Fürsprecher Aeskulapius Jahre später nach Rom abberufen wird, sieht Johanna ihre Weiterbildung an der Domschule bedroht.

Gerold lädt die junge Frau zum Markt von St. Denis ein, wo sie sich für die antiken Pläne einer Hydraulikkonstruktion interessiert, die Gerold für sie im Wald nachbaut. Johanna ist begeistert und merkt plötzlich, dass sie in Gerold verliebt ist. Als Gerold den kaiserlichen Truppen befehligen muss, nutzt Richild Gerolds Abwesenheit, um Rivalin Johanna an den Hufschmied zu verheiraten. Bei der Hochzeitszeremonie fällt eine Horde Normannen über das Dorf her und tötet auch Johannas Bruder Johannes. Johanna beschließt als einzige Überlebende des Massakers, einen neuen Weg einzuschlagen, da sich offensichtlich auch Gerold gegen sie verschworen hat: sie schneidet sich ihre Haare ab und hüllt sich in das Priestergewand ihres Bruders. Verkleidet als Mann lernt sie im Kloster zu Fulda alles über Medizin.

Gerold teilt am Hofe die Einflüsterungen von Anastasius bei Kaiser Lothar nicht. Mit Hilfe der Bordellbesitzerin Marioza erkauft sich Anastasius eine Stelle in der Nähe des Papstes. Johanna bekommt im Kloster Besuch von ihrem Vater. Als er erkennt, dass nicht Johannes, sondern seine Tochter vor ihm steht, bekommt er einen Herzinfarkt und stirbt. Doch nun weiß auch Abt Rabanus von Johannas wahrer Identität und empfiehlt ihr die Flucht mit einer Pilgergruppe nach Rom. Unter dem Namen Johannes Anglicus wird Johanna ein angesehener Arzt in Rom. Aeskulapius, nun päpstlicher Haushofmeister, bittet den jungen Mediziner nach dem kränkelnden Papst zu sehen. Johanna pflegt Papst Sergius gesund, der den genialen Ideen seines Arztes mehr vertraut als den Machenschaften seines Stellvertreters Kardinal Anastasius, der Kaiser Lothar zu einem Einmarsch in Rom verhilft. Mit Johannas Hilfe wird eine Konstruktion von Gerold nachgebaut, die wie nach Gottes Willen die riesigen Türen des Petersdoms vor Lothars Heer verschließen, der damit die Regentschaft des Papstes anerkennen muss.

Gerold im Gefolge des Kaisers erkennt sofort, dass Johanna hinter dieser List steckt. Beide treffen sich und Gerold überzeugt Johanna, dass nur seine Frau hinter den Heiratsplänen von Johanna steckte. Doch das Glück der beiden hält nur kurz: Arsenius lässt den Papst vergiften und Johannes Anglicus mit einer List bei der Hure Marioza verhaften. Im Kerker erfährt Johanna, dass das Volk nicht Kardinal Anastasius, sondern Johannes Anglicus zum neuen Papst gewählt hat. Als Papa Populi, Papst des Volkes, verbessert Johanna während ihrer Amtszeit die Lebensbedingungen des Volkes, während sie ihre Beziehung zu Gerold geheim hält. Als sie schwanger und krank wird, will sie nach der Osterprozession mit Gerold fliehen, doch Anastasius will nicht länger auf seinen Papstthron warten: bei der Osterprozession ermordet er eigenhändig seinen Rivalen. Als Johanna dies sieht, erleidet sie auf den Stufes des Petersdoms eine schwere Fehlgeburt, an dessen Folgen sie stirbt. Anastasius wird niemals Papst, verfasst aber als Kardinal die Chronik der Päpste und verschweigt Johannes Anglicus als Papst, doch Johanna bleibt beim Volk als gütige Päpstin in Erinnerung.

Die fast 600 Seiten des Weltbestsellers von Donna W. Cross so für die Musicalbühne einzudampfen, dass die Kernaussage des Romans sowie die Haupthandlung unverfälscht erhalten bleibt, ist schon eine gewaltige Leistung, die Dennis Martin und Peter Scholz mit Bravour gemeistet haben. Für die Umsetzung holte sich die Spotlight Musicalproduktion GmbH den tschechischen Regisseur Stanislav Mosa nach Fulda. Mosa inszeniert in seiner Heimat sechs Musicalproduktionen und will im nächsten Jahr auch die Päpstin auf seiner Bühne in Brünn präsentieren.

Sein tschechisches Team entwarf und baute auch eine imposante Drehbühne, die passgenau ins Schosstheater Fulda eingepasst wurde. Christoph Weyers hat sich mit dieser wandelbaren Bühne selbst übertroffen: mal imposante Freitreppe von Rom, mal schwüles Bordell, mal alt-germanischer Wald mit Holzhütte, mal prachtvoller Marktplatz von St. Denis, dann wieder strenge Klosterschule, üppiges Festgelage beim Bischof, Papstthron oder romantischer Wald - alles dreht und wandelt sich in Windeseile im stimmungsvollen Licht von David Kachlir. Zusammen mit den unglaublich detailverliebten, hochwertigen und abwechslungsreichen Kostümen von Andrea Kucerova bietet sich dem Zuschauer ein optischer Leckerbissen, der es mit jeder Großproduktion in Deutschland aufnehmen kann. Da stört es eigentlich gar nicht, dass die gut produzierte Musik aus der Retorte stammt und nicht live von einem Orchester gespielt wird. Nachteil dieser vorproduzierten Musik ist einzig, dass es vielleicht so schnell nicht möglich war, kleine Übergangssequenzen zu produzieren, die eingespielt werden, wenn kurze Bühnenumbauten anstehen: diese kleinen “Pausen” wurden zur Premiere leider noch störend stumm durchgeführt.

Doch diese kleine Schwäche ist leicht zu verzeihen, sind bei der Musik, die irgendwo zwischen mittelalterlichen gregorianischen Gesängen und rhythmischem Pop einen eigenständigen und gefälligen Weg findet. Die umfangreiche Handlung wird natürlich mit viel Dialogen auf der Bühne gezeigt, so dass man sich als Zuschauer manchmal mehr als die 18 Haupttitel des Musicals wünscht. Es ist sehr erfreulich, dass neben den schmissigen Ensemblenummern wie “Jahrmarkt in St. Denis”, “Per Mulierem Culpa Successit”, “Im Namen des Herrn”, “Ewiges Rom” und “Papa Populi” jeder Hauptdarsteller mindestens ein großes Stück auf den Leib geschrieben bekam, um damit wirklich glänzen zu können.

Isabel Dörfler darf als Johannas Mutter Gudrun die “Boten der Nacht” Hugin & Munin (wunderbar als Ballett getanzt von Niklas-Philipp Gertl mit Yasuko Kayamori) beschwören und im 2. Akt so ganz anders als mondäne Bordellbesitzerin Marioza als “Die Cäsarin von Rom” richtig aufdrehen, was wirklich “Lust” auf mehr macht. Überraschend auch das klassische Solo “Hinter hohen Klostermauern” von Dietmar Ziegler als Abt Rabanus (und Bischof Fulgentius im 1. Akt). Christian Schöne darf als widerlicher Bösewicht Anastasius alle Register bei “Zum Ruhme der Familie” (zusammen mit Jogi Kaiser als Vater Arsenius) ziehen, macht aber auch zusammen mit Marcus G. Kulp als Kaiser Lothar und Mathias Edenborn als Markgraf Gerold bei “Parasit der Macht” eine gute, nein böse, Figur. Edenborn überzeugt mit samtweicher Stimme natürlich besonders in den Liebesliedern “Ein Traum ohne Anfang und Ende” und im Duett mit Sabrina Weckerlin als Johanna bei “Wehrlos”.

Hauptdarstellerin Weckerlin, die mit Bravour auch schauspielerisch den Part der Johanna sowohl als liebende Frau als auch lernenden Mönch oder gütigen Papst mit intensivem Spiel verkörpert, hat natürlich gleich mehrere wunderbare Songs zu singen, die Dennis Martin zusammen mit Peter Scholz und Christoph Jilo (Songtexte) der begabten Darstellerin direkt auf deren Stimmbänder geschrieben zu haben scheint. Johanna macht in ihren Soli eine beeindruckende Wandlung durch: während sie sich zunächst fragen muss “Wer bin ich, Gott?” als sie beschließt, nur noch als Mann aufzutreten, über das unglaublich intensive “Einsame Gewand”, bei dem sie unerkannt durch das überfüllte ewige Rom zieht und ihre wahre Identität vor allen Augen verbirgt bis hin zur triumphalen Selbsterkenntnis zur Papstweihe, als sie mit “Das bin ich” endlich ihre Rolle und ihre Ziele, dem Volk als Vorbild zu dienen, erkennt und annimmt. Sabrina Weckerlin ist immer eine Gänsehaut wert!

Leider fällt Norberts W. Conrads als Johannas Vater bei “Wechselbalg” nicht wirklich positiv auf, während er später als Papst Sergius die wesentlich sympathischere Rolle spielen darf, die aber leider nicht im Gedächtnis bleibt. Hervorstechender sind da Daniele Nonnis als Erzähler Aeskulapius, dem man gerne mehr als nur einige Gesangszeilen in den Ensemblenummern gewünscht hätte, Eveline Suter als eifersüchtige Richild und Evita Komp als heilige Katherina. Wer vermutet, bei der Päpstin gäbe es keine Tanzszenen, wird durch die recht schwierigen Choreografien von Julia Poulet eines Besseren belehrt, die das gesamte restliche Ensemble (u.a. Dennis Henschel, Sascha Kurth, Matthias Bollwerk) mit einbindet.

Somit bietet “Die Päpstin” alles, was das Musicalherz begehrt: eine ergreifende Story, untermalt mit mitreißender Musik in bestem Ton, stimmungsvollen Bühnenbildern mit aufwändigen Kostümen und einigen der besten Musicaldarsteller, die es momentan auf deutschen Bühnen zu bewundern gibt. Während die ersten Spotlight-Produktionen “Bonifatius” und “Elisabeth - Legende einer Heiligen” erst in der zweiten bzw, dritten Spielzeit in der optimierten Version richtig überzeugen konnten, schafft “Die Päpstin” gleich im ersten Anlauf eine grandiose 3 Stunden Nonstop-Unterhaltung auf höchst professionellem Niveau. Das soll jetzt aber bitte nicht heißen, dass nach dem 14. August 2011 und zahlreichen Zusatzvorstellungen, die aufgrund der hohen Ticketnachfrage zusätzlich in den straffen Terminplan aufgenommen wurden, Schluss sein muss. Natürlich freuen wir uns auf ein Wiedersehen in einer der nächsten Spielzeiten und wenn der Päpstin dann ein zusätzlicher Song spendiert wird, umso besser! Fulda hat neben einem “Papa Populi” auch ein Musical fürs Volk!

© Text & Fotos: Stephan Drewianka

Alles zum Thema Päpstin (inklusive der Cast-CD) bei Sound Of Music!

Alles zu Sabrina Weckerlin bei Sound Of Music!

Nach einer grandiosen Welturaufführung 2011 ist "Die Päpstin" vom 06. Juli - 12. August 2012 im Schlosstheater Fulda und vom 18. August bis 16. September 2012 im Theater Hameln erneut zu sehen!