• Schatten über Armaleth © Musicalproduktionen Dr. Nadine und Thorsten Uebe-Emden GbR
    Schatten über Armaleth © Musicalproduktionen Dr. Nadine und Thorsten Uebe-Emden GbR
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Interview zur Entstehungsgeschichte des Fantasy-Musicals „Schatten über Armaleth“

Homestudio © Musicalproduktionen Dr. Nadine und Thorsten Uebe-Emden GbR
Nadine und Thorsten Uebe-Emden © Musicalproduktionen Dr. Nadine und Thorsten Uebe-Emden GbR
Casting im Februar 2019 im Kulturhaus Lyz in Siegen mit Nadine und Thorsten Uebe-Emden, Lena Poppe © Birgit Poppe
Ensemble Schatten über Armaleth 2020 © Valeria Kaschade

Entscheidung über Gut und Böse

Dr. Nadine Uebe-Emden und ihr Ehemann Thorsten Uebe-Emden haben zusammen mit Mark Neumann das Fantasy-Musical „Schatten über Armaleth“ geschrieben und eine Highlights-CD sowie zusätzlich eine 4-Track EP „Dunkle Geheimnisse“ produziert und herausgebracht. Wie es zu der CD-Produktion kam und wie die Geschichte um zwei Welten im Kampf Gut gegen Böse den Weg auf eine Theaterbühne finden soll, wollten wir von den beiden Komponisten im Online-Interview erfahren.

Musical-World: Was ist der „Schatten über Armaleth“?

Thorsten: Der „Schatten über Armaleth“ ist eine dunkle Macht, die ihre Fänge nach dem sonst friedlichen Königreich ausstreckt. Prinz Rhys von Armaleth und seine Freundin Elena finden am Strand eine mysteriöse, weißhaarige Frau, die einen blauen Kristall um den Hals trägt. Sari kann sich nur an ihren Namen erinnern, verliebt sich in Rhys und möchte ihm fremde Länder zeigen, wovon er seit Jahren träumt. In der Bibliothek findet Sari eine Prophezeiung, dass sie als Hüterin des Lichts mit Kristall und Schwert den Herrscher der Schatten Antagon vernichten muss und der Preis dafür der wahren Liebe Tod sei. Auf einem Basar will Sari ein Schwert kaufen, doch ihr Kristall wird von einem Dieb gestohlen. Rhys macht Sari einen Heiratsantrag, doch der Herrscher der Schatten entführt Sari durch ein magisches Portal. Die eifersüchtige Elena fühlt sich schuldig, da sie Saris Kristall gestohlen hat und mit einem magischen Ritual Antagon einen Weg aus Tel Amra nach Armaleth geöffnet hat. Das Orakel eröffnet Elena, dass sie die Magie des gestohlenen Kristalls aktiviert hat, und gibt Rhys das Schwert, um Sari zu befreien. Durch Zufall treten der Bibliothekar Liberio und Rhys mit dem Schwert durch ein Portal nach Tel Amra, während Elena mit dem Kristall zurückbleibt. Sari wird von Antagon gefoltert, um der Schattenwelt beizutreten. Rhys und Liberio treffen auf Saris Lehrmeister Karak und mit vereinten Kräften aus Magie und Wissenschaft wollen sie die Hüterin des Lichts befreien. Elena bittet das Orakel, das Portal nach Tel Amra erneut zu öffnen, damit sie den Kristall zu Rhys bringen kann. Eine finale Schlacht entscheidet, ob Gut oder Böse über beide Welten herrschen werden.

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Blick in den Regieram der „alten“ Klangschmiede in Wölmersen © Musicalproduktionen Dr. Nadine und Thorsten Uebe-Emden GbR
Nico Koslowski aus Altena bei den Gesangsaufnahmen der Rolle „Karak“ im Sommer 2020 © Valeria Kaschade
Valeria Kaschade bei den Aufnahmen der Rolle „Elena“ Anfang 2020 © Dennis Schmidl
Blick in den Regieram der „alten“ Klangschmiede in Wölmersen während der Gesangsaufnahmen im Oktober 2019 © Valeria Kaschade

Musical-World: Wie kommt man auf die Idee, ein Fantasy-Musical zu schreiben?

Thorsten: Mir sind die musikalischen Gene in die Wiege gelegt worden. Sehr früh habe ich Trompete gespielt, bin zum E-Bass gewechselt und habe etwas Akustik-Gitarre gespielt. Das Songschreiben begleitet mich seit meiner Jugend ab meinem 15. Lebensjahr. Irgendwann bin ich aufs Musical aufmerksam geworden mit „Starlight Express“ und „Die 3 Musketiere“ und bin einem Musicalverein beigetreten, wo ich Nadine kennengelernt habe. Da geisterte bereits die Idee eines eigenen Fantasy-Musicals im Kopf herum. Bis dahin hatte ich nur einzelne Songs geschrieben, aber eigentlich wollte ich eine ganze Geschichte mit Musik, Dialogen und Szenen erzählen.

Nadine: Als ich Thorsten in unserem Musicalverein kennenlernte, hatte er schon begonnen, ein Musical zu schreiben und ich fand das damals langweilig. Ich bin erst eingestiegen, nachdem wir geheiratet und 2014 unseren Sohn bekommen haben. Da haben wir alles auf den Tisch gelegt und uns noch einmal das Drehbuch vorgenommen, denn wenn man Fantasy macht, braucht man klare Gesetzmäßigkeiten für die erschaffene Welt. Wir haben monatelang die Story bereinigt, weil vieles nicht mehr passte. Obwohl schon viel stand, hat der erste Akt weitere 2 Jahre gebraucht, denn wir mussten erst lernen, wie man gemeinsam Songs schreibt. Der zweite Akt war dann in nur einem Jahr fertig. Wir wussten genau, wo es hingehen sollte und wo wir wichtige Songs brauchten und haben uns prima ergänzt.

Dann haben wir eine Highlights-CD produziert, die zeigen sollte, was unser Stück musikalisch ausmacht. Als No-Name Produzenten sollte die CD unsere Visitenkarte werden. Deshalb haben wir sie hochwertig produziert. Fantasy kann trashig bis hochwertig sein und wir wollten mit einem Vorab-Fotoshooting zeigen, was wir vorhaben und über die Fotos die Sänger für unsere CD casten.

Auftritt bei Die Schreibmaschine 2020 © Valeria Kaschade
Auftritt bei Die Schreibmaschine 2020 © Valeria Kaschade
Auftritt bei Die Schreibmaschine 2020 © Valeria Kaschade
Auftritt bei Die Schreibmaschine 2020 © Valeria Kaschade

Musical-World: Ihr wart am 12.10.2020 bei der „Schreibmaschine“, die neue Musicals erstmals einem Publikum mit Profi-Unterstützung vorstellt. Wie kam es dazu?

Thorsten: Wir hatten „Die Schreibmaschine“ schon länger im Blick. Früher fand diese Veranstaltung immer in Berlin statt, was für uns ein längerer Weg gewesen wäre. Dann kam Corona dazwischen und das Reisen wurde noch schwerer. 2020 hatten wir das Glück, dass die Veranstaltung erstmalig in Köln stattfand. Mit nur 3,5 Wochen Vorlaufzeit haben wir über unsere Kontakte ehemaliger Vereinsmitglieder Profis gesucht. Es ist schon ein bewegendes Gefühl, die eigenen Songs von Profis interpretiert zu hören. Wir haben ihnen dazu eine Interpretationsfreiheit gelassen, wenn sie Kleinigkeiten ändern wollten, damit sie sich in dem Stück wiederfinden.

Musical-World: Gibt es konkrete Pläne für eine Live-Aufführung?

Nadine: Wir haben auf eine recht einfache Umsetzung geachtet. Wir sind eines der wenigen Musicals, bei dem es mehr weibliche als männliche Hauptrollen gibt, weil die im Amateurbereich schwer zu besetzen sind. Wir haben 5 weibliche und 4 männliche Charaktere, die den Darstellern schon etwas abverlangen, was nicht ganz trivial ist. Trotzdem ist es einfach umzusetzen, und auch wenn es noch weitere Nebencharaktere gibt, kann man das Stück gut mit einem kleinen Ensemble spielen. Alle Songs liegen in digitaler Form als Playback vor. Man könnte es als Schulaufführung bringen oder als High-End Produktion mit großem Live-Orchester. Es war uns wichtig, dass man unser Musical auch aufwendig produzieren kann, wenn man das Stück aufwerten möchte. Es ist auch möglich, sehr viel schauspielerisch umzusetzen. Unsere Welt hat Magie wie „Harry Potter“ mit Magie-Begabten und Personen, die nicht zaubern können. Dann haben wir das klassische Motiv Gut gegen Böse, wobei wir darauf geachtet haben, dass man nicht sofort erkennen kann, welche Rolle die Charaktere tatsächlich übernehmen, weil ihre Motive am Anfang noch nicht klar sind. Und hier bietet ein Fantasy-Musical sehr viele Möglichkeiten. Gegen Ende wird die Handlung über verschiedene Stränge komplexer, was uns im 2. Akt viel Gehirnschmalz gekostet und Kopfzerbrechen bereitet hat. Auf der CD gibt es im Finale den „Ruf zur Schlacht“, die Vorbereitung auf das Ende, in der wir in nur einem Song vier Handlungsstränge zusammenführen. Das ist ein starkes Motiv, weil auf der Bühne vier Szenen parallel gespielt werden, die sich im Refrain zu einer Einheit zusammenfügen. Und es gibt ein weiteres Highlight, das man auf der CD nicht hört und was wir bisher nicht kommuniziert haben. Hier im Interview möchten wir exklusiv dieses Geheimnis lüften.
Wenn man sich die CD am Ende anhört, wird man verwirrt sein, da sich die letzten beiden Songs „Ein Funke Hoffnung“ und „Manchmal“ inhaltlich widersprechen. In einem Song geht es um Rhys Tod, und im nächsten Song singt er am Ende wieder mit. Wir haben das Musical so aufgebaut, dass es zwei alternative Enden gibt. Wir denken uns das so, dass sich der Zuschauer in der Live-Vorstellung für ein trauriges oder ein happy End entscheiden darf. Ab einem gewissen Punkt verzweigt die Handlung und wir haben zwei unterschiedliche Songs für jeden alternativen Handlungsstrang. Das Ende lässt den Zuschauer mit einem komplett anderen Gefühl nach Hause gehen, je nachdem, für welches Ende sich die Gäste entschieden haben. Auf der CD sind die letzten beiden Songs die beiden alternativen Enden, man hört entweder den einen oder den anderen.

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Fotoshooting Schatten über Armaleth © Franziska Imhäuser
Fotoshooting Schatten über Armaleth © Franziska Imhäuser
Fotoshooting Schatten über Armaleth © Franziska Imhäuser

Thorsten: Wir hatten unser Stück zunächst als Hörspielfassung produziert, recht aufwändig mit Geräuschen und Effekten, um es komplett mit beiden alternativen Enden durchgespielt zu haben. Dann haben wir dies Freunden vorgespielt, nachdem sie sich das Ende vorher ausgewählt hatten, und haben auf deren Feedback geachtet, musikalisch und inhaltlich. Wichtig war uns, ob die Leute unserer Geschichte folgen konnten. Zwei Drittel unserer Zuhörer wählten das traurige Ende und sie waren davon so überzeugt, dass sie gar nicht das andere Ende hören wollten.
Das Orakel wird von der imaginären Erzählerin zu einer realen Person im Stück, die dann verrät, welche Version die Zuschauer am Abend gewählt haben. Auch denkbar ist, das Happy End an einem festen Termin zu zeigen und das traurige Ende an anderem Termin, damit man als Zuschauer tatsächlich beide Enden erleben kann.

Nadine: Unser Musical hat eine Aufführungsdauer von 2,5 Stunden und um da hinzukommen, mussten wir massiv kürzen und uns auch von fertigen Songs trennen. Wir selbst werden es nicht umsetzen, da wir berufstätig sind und Kinder haben. Natürlich werden wir bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite stehen, aber ansonsten ist für uns die Reise mit der CD-Veröffentlichung zu Ende. Wir suchen jetzt Ensembles, die sich der Herausforderung dieses Fantasy-Musicals mit zwei alternativen Enden stellen möchten. Die Rechte liegen bei uns, Partitur oder Playback sind komplett vorhanden, und es wäre toll, wenn sich ein Ensemble bei uns melden würde und das Stück umsetzen möchte. Momentan machen wir finale Updates an den Noten und erhalten durch Rezensionen der CD viel positives Feedback.

Thorsten: Es hat viel Spaß gemacht und hinter uns hängt ein Whiteboard mit neuen Ideen, da wir gedanklich schon beim nächsten Stück sind. Wir könnten damit leben, wenn die Welturaufführung nicht 1:1 unserer Vorstellung entspricht, weil der Regisseur einen Song weglassen will oder eine Szene anders umsetzen möchte. Aber Du darfst uns nach der Premiere gerne fragen, ob wir damit zufrieden sind. Wir sind seit über 10 Jahren mit dem Stück beschäftigt und haben es nicht besonders eilig, das Stück so schnell wie möglich auf der Bühne zu sehen. Auch wenn es erst 2023 oder 2024 wird, Hauptsache, es kommt irgendwann auf die Bühne.

Musical-World: Dann sehen wir uns bei der Welturaufführung von „Schatten über Armaleth“, ich freue mich darauf!

© Text by Stephan Drewianka, Musical-World.de, Fotos: Musicalproduktionen Dr. Nadine und Thorsten Uebe-Emden GbR (einzelne Bildnachweise bei den Fotos). Dieses Interview erschien auch in der Zeitschrift Blickpunkt Musical 04-21 - Ausgabe 113.

Alles zum Musical Schatten über Armaleth im Sound Of Music Shop.