Bethlehem © Stephan Drewianka
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Sie befinden sich hier: Theater / Musicals I-L / Judith - Das Wunder der Schöpfung
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Judith und das Wunder der Schöpfung - Weltpremiere des neuen Chormusicals 2026 in Dortmund

Ist die Schöpfung nicht schön?

Die Stiftung Creative Kirche produziert seit 2010 große Chormusicals, in denen biblische Geschichten mit modernen Themen verknüpft werden. Nach „Die 10 Gebote“, „Amazing Grace“, „Luther“ und „Martin Luther King“ touren in diesem Jahr die „älteren“ Produktionen „Bethlehem“ und „7 Worte vom Kreuz“ durch Deutschland und werden durch die Weltpremiere von „Judith und das Wunder der Schöpfung“ in zwei Vorstellungen am 21. Februar 2026 in der Westfalenhalle Dortmund mit einem 3000-köpfigen, stimmstarken Chor vor mehr als 15000 Premierenzuschauern ergänzt. Das Gemeinschaftsprojekt des Kreativteams aus Autor Kevin Schroeder, Produzent Michael Herberger und den Songwritern Laura Diederich, Ilja Krut und Johannes Pinter hört sich zunächst wie eine Mischung aus Bibelstunde und Öko-Thriller an, überrascht dann aber als stimmgewaltiges Pop-Musical und aktuelles Familiendrama mit gut gezeichneten Figuren mit Identifikationspotential und einer spannenden Geschichte um Generationenkonflikte. 

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Die Handlung von Judith - Das Wunder der Schöpfung

Ende der 1960er Jahre landet Apollo 8 auf dem Mond, und während die Astronauten Genesis 1 aus der Bibel zitieren, sieht Jakob mit seiner schwangeren Frau wie der Rest der Menschheit erstmals das Bild der Erde im Weltraum („Das Wunder des Lichts“). In einer Zeitreise lernt Jakobs Tochter Esther bei einer Umweltdemonstration in den 1980er Jahren Paul kennen, mit dem sie eine Familie gründet und die Geschwister Judith und Micha bekommt. In der aktuellen Gegenwart weiht Esther ihre neue Museumsausstellung „Die erste Generation“ ein, was Judith und ihre Freundin Mire als persönliche Anspielung auf ihre eigenen Umwelt-Aktivitäten missverstehen. Judith erfährt bei einem Arzttermin von ihrer ungewollten Schwangerschaft. Der angehende Vater ist ihr neuer, heimlicher Freund Ammo, der aus Äthiopien stammt und als Gaststudent Umwelttechnik studiert („Gegensätze ziehen sich an“). Als Ammo zurückhaltend auf seine Vaterschaft reagiert, kommt es zum Streit zwischen den beiden und Judith vertraut sich ihrem verständnisvollen Opa Jakob an („Ins Auge des Sturms“). Judith wird überwältigt von ihren Zukunftsängsten, ihr steht das „Wasser bis zum Hals“. Als Ventil bricht sie ins Museum ein und stiehlt das Herzstück der Ausstellung ihrer Mutter, die Büste von Carl Benz, dem Erfinder des Verbrennungsmotors, der in ihren Augen einer der Auslöser der Klimaerwärmung ist. Judiths Mutter Esther muss sich als Kuratoriumsvorsitzende um das Museum kümmern, und auch Judiths Vater Paul hat als Religionslehrer mit Klausurkorrekturen viel zu tun, so dass Judith mit ihrer Freundin spontan auf eine Demo zur Unterstützung einer neuen Klimapolitik an ihrer Uni gehen. Die Aktivisten versuchen den Menschen die Schönheit der Erde bewusst zu machen („Schau Dich nur um“). Hier schöpft Judith neue Kraft und beschließt, ihr Kind notfalls auch allein zu bekommen. Da taucht Ammo wieder auf, und er hat in seinem Glauben die Kraft gefunden, mit Judith gemeinsam eine Familie zu gründen („Ich bin, der ich bin“), doch Judith kann seine Gründe nicht nachvollziehen („Gegensätze - Judith“). Judiths Bruder Micha ist Polizist und warnt Judith vor den Aktivisten, mit denen Judith sich eingelassen hat, da diese sich zu radikalisieren beginnen. Tatsächlich stehen sich bei der nächsten Demo vor dem Museum zwei Lager aus progressiven und konservativen Demonstranten gegenüber („Kein Zurück“). Während Esther versucht zu deeskalieren, wird die schwangere Judith zu Boden gestoßen. Als ein Polizist versucht sie mit einem Schlagstock anzugreifen, geht Ammo dazwischen, stößt den Polizisten zurück und wird daraufhin verhaftet.

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Der unsicheren Zukunft begegnen mit Gemeinschaft, Hoffnung und Glauben

Nach ihrem kurzen Krankenhausaufenthalt kann Judith ihre Schwangerschaft vor ihrer Familie nicht mehr verheimlichen, was zu Streit und Vorwürfen führt („Hör zu“). Judiths Sorge gilt jedoch Ammo, der nach Äthiopien abgeschoben werden könnte und im Gefängnis auf seine Verurteilung wartet. Mit Opa Jakob organisiert Judith juristischen Beistand. Eigentlich könnte ihr Bruder das Fehlverhalten seines Kollegen aufdecken, denn Micha stand nicht weit entfernt, möchte seinen Kollegen aber auch nicht verraten („Schwarz und Weiß“). Weil Judith sich mehr für Ammo als für die Demos interessiert, kommt es zum Bruch mit Freundin Mire. Da findet Judith in einem klärenden Gespräch mit ihrem Vater, der nach seiner Trennung von Esther viel zu wenig Zeit mit seiner Tochter verbracht hat, endlich die Unterstützung, die sie sich erhofft hatte („Hör zu“). Micha hat doch für Ammo ausgesagt, so dass er aus der Haft entlassen wird und Judith und Ammo nun zusammen sein könnten. Doch sind Videos von Ammos „Angriff“ im Internet aufgetaucht, so dass die Förderer Ammos Stipendium zurückziehen und er Deutschland verlassen muss („Gegensätze – Abschied“). Judith ist am Boden zerstört, doch findet sie in Ammos Glauben Kraft für eine gemeinsame Zukunft („Glauben“). Vor den sich gegenüberstehenden Lagern der Demonstranten gesteht sie ihrer Mutter den Diebstahl der Statue und appelliert an alle, dass man einer unsicheren Zukunft nur in Gemeinschaft, Hoffnung und Glauben begegnen kann, was die Lager zumindest kurzfristig befriedet. Im Kreis ihrer sie nun unterstützenden Familie sieht Judith mit ihrem ungeborenen Kind und Ammo schließlich einer positiven Zukunft entgegen („Das Wunder des Lichts“).

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Die Hauptdarsteller mit einem Feuerwerk an Emotionen

Unter der Regie von Christoph Drewitz entfalten die sieben Hauptdarsteller ein Feuerwerk an Emotionen mit gesanglich abwechslungsreichen Höchstleistungen. Allen voran spielt Alida Will, frisch von der Theaterakademie August Everding in München mit dem Master of Arts, nach Cathy in ihrer Eigenarbeit „Die letzten 5 Jahre“ und Nannerl in „Mozart“ ihre erste offizielle Hauptrolle als Judith mit jugendlicher Power und einer bemerkenswerten Stimme, die man auch in anderen Produktionen gerne wiederhören möchte. Oliver Edward („Hamilton“, „& Julia“) überzeugt als Judiths Freund Ammo durch seinen unerschütterlichen Glauben an eine bessere Zukunft. Charlotte Heinke („Mord im Orientexpress“) überzeugt als resolute Mutter Esther mit Profilierungssucht in Beruf und Karriere, während Detlef Leistenschneider („Hercules“, „Der Glöckner von Notre Dame“) als überforderter Vater Paul eher auf Rückzug als auf Konfrontation eingestimmt ist. Frank Logemann („Wicked“, „Pretty Woman“) besticht als warmherziger und verständnisvoller Opa Jakob, den sich jede Enkelin nicht besser wünschen könnte. Benjamin Oeser („Bethlehem“, „The Rocky Horror Show“) schafft als Bruder Micha den Twist vom unsympathischen Schwarzseher zum erlösenden Helden, dessen Gewissen ihn am Ende doch das Richtige tun lässt, obwohl er Ammo gegenüber zunächst rassistische Tendenzen zeigt. Josefine Rau („Cabaret“, „Die Bremer Stadtmusikanten“) spielt eine nicht echte Freundin Mire, die eine langjährige Freundschaft für ihre politischen Einstellungen opfert. Als Cover kamen Antonia Wortberg (Judith, Mire), Silke Braas (Esther), Aliosha Jorge Ungur (Ammo, Micha) und Patrick Imhof (Paul, Jakob) am Weltpremierenspieltag zwar nicht in Ihrer Funktion als Cover zum Einsatz, trodem spielten alle zur leitenden Unterstützung des Chores mit.. 



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Imposanter Chor bei Judith aus über 3000 Stimmen

Der heimliche achte Hauptdarsteller ist selbstverständlich der imposante Chor aus 3000 Stimmen, der von Dirigent Roland Orthaus und Chorarrangeurin Miriam Schäfer souverän um so manche herausfordernde Klippe gelenkt wurde, denn die Partitur war vielstimmig mit einigen flotten Passagen alles andere als Gospel-seelig getragen. Die Sängerinnen und Sänger auf den Rängen, die alle namentlich in einer gratis verteilten Zeitung als Ersatz für ein später erscheinendes Programmheft/Fotobuch mit DVD und Doppel-CD Erwähnung fanden und dessen jüngstes Mitglied 7 Jahre und die älteste Sängerin 91 Jahre alt waren, hatten eher Statistenfunktion, die aber immerhin mal bunte Socken über die Hände stülpen durften, mit farbigen Papieren wedelten und von weißen Hemden in schwarze Jacken schlüpften. Eine weitere Gruppe von Chormitgliedern war direkt hinter den Darstellern auf der Bühne platziert, und hier musste in der Choreografie von David Hartley auch geschauspielert werden, insbesondere bei der imposanten Demonstration aus zwei gespaltenen Lagern, bei der mit zusammengerollten Textheften als Schlagstöcken in den Händen wütend gegeneinander gewettert wurde.

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Bühnenbild, Lichtdesign und Videoprojektionen

Ein weiteres Highlight war das zwar einfache aber effektive Bühnenbild von Adam Nee. Hier dienten mehrere halbkreisförmige, leuchtende Raumteiler auf Rädern zusammen mit einer zentralen runden Form, die an eine Zielscheibe erinnert, als bestimmende Requisiten für immer neu arrangierte Spielräume mit gebrochener oder perfekter Symmetrie, die mal an das Skelett eines Walfisches oder an Ringe einer Zielvorrichtung erinnerten. Im pfiffig ausgeklügelten Lichtdesign von Philipp Zanders erschienen auf einem halbdurchlässigen, herabsenkbaren Gazevorhang imposante Videoprojektionen von Annie Bracken, die die Schönheit der Natur passend zu den Zitaten aus Genesis 1:1-5 bis Genesis 2:1-3 wie eine prachtvolle Naturdokumentation veranschaulichten.

Sehenswerter Start des Chormusicals für die Tournee 2027

„Judith und das Wunder der Schöpfung“ hat mit der Weltpremiere in Dortmund einen sehenswerten Start für die weitere Tournee im nächsten Jahr gelegt. Bereits jetzt kann man sich für die geplanten Auftritte am 31.01.27 in der SAP Arena Mannheim, am 06.02.27 in der ZAG Arena Hannover, am 27.02.27 im Telekom Dome Bonn, am 20.03.27 in der Porsche-Arena Stuttgart und am 10.04.27 in der PSD Bank Arena Nürnberg für den Chor bewerben! 

© Text & Fotos Stephan Drewianka; dieser Bericht erschien ebenfalls in der Musical-Fachzeitschrift Blickpunkt Musical

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