Ein wenig Farbe im KatiElli © Stephan Drewianka
Ein wenig Farbe im KatiElli © Stephan Drewianka
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1001 - Das Musical - Uraufführung des 2-Personen Kammermusicals 2026 im KatiElli Theater Datteln

Die Macht von Worten und Geschichten

Wer kennt nicht die persischen Märchengeschichten aus „Tausendundeiner Nacht“? Jeden Abend begann Sheherazade ihrem frisch angetrauten Mann eine Geschichte zu erzählen. Aber jede Nacht erzählte Sheherazade nur den Anfang der Geschichte als Cliffhanger, die sie erst am nächsten Abend beendete und gleich mit dem ersten Teil einer neuen Geschichte fortfuhr, damit König Schahriyar sie nicht wie seine vorherigen Ehefrauen aus Angst vor deren Fremdgehen bereits am Tag nach der Heirat hinrichten ließ. Da der König immer die Fortsetzung der Episoden von Ali Baba, Sindbad dem Seefahrer oder Aladdin mit seiner Wunderlampe hören wollte, gelang es seiner Frau über 1001 Nächte am Leben zu bleiben, bis der König von Scheherazades Treue überzeugt war. Diese Grundidee des episodenhaften Geschichtenerzählens, mit der sich heutzutage TV-Streamingdienste von Monat zu Monat ihre zahlenden Zuschauer sichern, griffen das Autorenteam Anke Pan (Buch und Liedtexte) und Yuhao Guo (Musik) auf und kreierten daraus eine moderne Fassung für ihr Kammermusical „1001“.

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Die Handlung von 1001

Ava (Ana Ramirez) hat den Halt in ihrem Leben verloren und steht auf einer Brücke, um sich das Leben zu nehmen. Der belesene Kioskbesitzer Jonah (Pascal Schürken) beobachtet Ava und verwickelt sie in ein Gespräch, wobei er beginnt, Ava eine Geschichte zu erzählen. Ava ist fasziniert von Jonahs Erzählkunst, bis er seine Geschichte abbricht mit dem Versprechen, sie am nächsten Abend zu Ende zu erzählen, wenn Ava zu einem neuen Treffen wiederkommt. Und Ava verschiebt tatsächlich ihre Selbstmordpläne und kehrt von da an jeden Tag zurück, um die nächste unendliche Geschichte von Jonah zu hören. Der überrascht sie mit lustigen, tragischen und nachdenklichen Anekdoten, bei der Ava immer mehr auftaut und beginnt, auch aus ihrem Leben zu erzählen. Als sie Jonah den Grund gesteht, warum sie sich vor Wochen das Leben nehmen wollte und im Gegenzug auch einmal eine persönliche Geschichte von ihm hören möchte, blockt Jonah unvermittelt ab. Dann verschwindet Jonah plötzlich und der Kiosk bleibt geschlossen. Ava findet einen Brief, der ihr Jonahs tragische Wahrheit ausführlich offenbart und warum sein Geständnis sie allein, aber mit neuem Lebensmut zurücklässt.

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Die Entstehung und Autoren von 1001 - Das Musical

Die beiden Autoren kommen aus dem klassischen Fach. Anke Pan aus Mülheim an der Ruhr spielte bereits mit 4 Jahren Klavier, hatte ihr erstes Klaviersolo im Orchester mit 7 Jahren, studierte Musik in Köln und gewann zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien. Ihre dritte CD „Three Suites For Two Pianos“ spielte sie mit ihrem Kollegen Yuhao Guo ein, der ebenfalls in Köln Klavier studierte und Träger zahlreicher Musikauszeichnungen ist. Nach Veröffentlichung einiger Eigenkompositionen auf CD beschloss das Team, ein Musical zu schreiben. Am 24.04.23 feierte „Danke für Nichts – Ein Generation-Z Musical“ Premiere im Theater Schweinfurt. Aber bei diesem Erstlingswerk sollte es nicht bleiben. Nach zwei Jahren Entwicklungszeit und einer Crowdfunding-Aktion stand das Konzept des Kammermusicals „1001“. Mit Bernd Julis Arends und seinem KatiElli-Theater in Datteln fanden sie eine familiär-intime Aufführungsstätte für ihr 2-Personen-Kammermusical. Am magischen Datum 10.01.26, das zufällig dem Musicaltitel entspricht, fand die Uraufführung vor dem begeisterten und gleichzeitig zu Tränen gerührten Publikum statt. 

 

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Die Darsteller, Band, Bühne und die Songs von 1001

Ana Ramirez aus Hamburg („Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ beim Brüder Grimm Festival Kassel, „Danke für Nichts“, „Addams Family“) spielt die verlorene Ava mit dem dunklen Geheimnis sympathisch und einnehmend. Pascal Schürken, der 2022 sein Musical-Studium an der Hochschule Osnabrück mit Auszeichnung abgeschlossen hat und seitdem u.a. in Mel Brooks „Frankenstein Junior“ (Bonn), „Operette für zwei schwule Tenöre“ oder „Titanic“ (Krefeld und Mönchengladbach) mitwirkte, spielt Jonah mit überschäumendem und enthusiastisch-mitreißendem Lebensmut, den er in jede seiner kleinen Geschichten legt, ohne zunächst etwas von sich selbst preiszugeben. 
Begleitet werden die gut harmonisierenden Stimmen von einer kleinen Straßenmusiker-Band, die mit in die Handlung integriert wird. Luca Miketta (Gitarre) und Julian Böckeler (Schlagzeug) führen gemeinsam mit dem Komponisten Yuhao Guo (Keyboard) mit abwechslungsreichen Musikstilen von Jazz, Tango und klassischer Musical-Ballade durch die bewegende Handlung. Die Bühne ist liebevoll mit einer Stadt-Silhouette vor dem Kiosk gestaltet, der wiederum mit Buchseiten beklebt ist.

Die vier eigentlich geplanten Vorstellungen im KatiElli-Theater wurden wegen des großen Erfolges im Februar noch um zwei Zusatzvorstellungen erweitert. Die 14 Songs des neuen Kammermusicals gibt es bei den bekannten Musik-Streamingdienstleistern auch zum Hören für zu Hause. Vielleicht findet „1001“ auch in anderen kleinen Theatern eine neue Heimat. Das Duo Pan-Guo hat auf jeden Fall bereits weitere Ideen für kreative Stücke, auf die man sicherlich gespannt sein darf.

© Text & Fotos: Stephan Drewianka, dieser Bericht erschien ebenfalls in der Musical Fachzeitschrift Blickpunkt Musical   – Ausgabe 

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