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The Hunchback Of Notre Dame

Hunchback of Notre Dame CD-Cover © Ghostlight

CD Studio Cast Recording 2016

32 seitiges Booklet mit Fotos, Produktionsnotizen, Inhalt und komplettem Libretto

23 Titel, 79 min 54 sec

Weder der Disneyfilm von 1996, noch die erste Bühnenadaption von „Der Glöckner von Notre Dame“ als Musical, das 1999 als Weltpremiere das Theater am Potsdamer Platz in Berlin eröffnete, waren echte Kassenschlager, wie es sich der Disney Konzern erhoffte. Laut Produzent Thomas Schumacher lag dies hauptsächlich darin begründet, dass man die dramatische Romanvorlage von Victor Hugo unbedingt familientauglich mit Happy End erzählen wollte. Doch seit fast 20 Jahren arbeitete ein Kreativteam an der Umsetzung eines Musicals für ein erwachsenes Publikum, das Hugos Ruf nach einer toleranteren Welt mit der phantastischen Originalmusik von Alan Menken und Stephen Schwartz erzählen sollte. Das Ergebnis ihrer Arbeit präsentiere das La Jolla Playhouse im Herbst 2014 und anschließend das Paper Mill Playhouse im Winter 2015 als amerikanische Erstaufführung, von der nun eine Studio-Aufnahme eingespielt wurde.

Richter Frollo (Patrick Page mit schmeichelndem Bass) hat sein Amt als Richter gegen seine ursprüngliche Rolle als Archidiakon Notre Dames getauscht, der seinem sündigen Bruder auf dem Totenbett versprach, seinen missgestalteten Sohn mit einer Zigeunerin aufzuziehen. Ohne kitschige steinerne Wasserspeier hält Quasimodo in seinem Gefängnis im Glockenturm von Notre Dame Zwiesprache mit verstorbenen Heiligen. Michael Arden überzeugt als Quasimodo mit einem exzellenten „Jekyll & Hyde“-Effekt: spricht Quasimodo mit echten Menschen, ist seine Stimme brüchig, unbeholfen und verzerrt, doch ist er allein in seiner eigenen Welt, singt er kristallklar und rein, wie es seiner inneren Seelenverfassung entspricht. Nur die Zigeunerin Esmeralda sieht hinter Quasimodos Fratze die Reinheit und Güte, die in ihm steckt. Ciara Renée darf nicht nur die bekanntesten Songs „God Help The Outcasts“ und „Someday“ singen, an der Seite von Andrew Samonsky als Captain Phoebus, der als traumatisierter Heimkehrer aus dem Krieg auch mehr Tiefgang als ein blonder Schönling haben darf, präsentieren beide mit „In A Place Of Miracles“ noch ein gelungenes, neues Liebesduett. Aber auch die alten Filmsongs des Narren und Erzählers Clopin (Erik Liberman) wie „Topsy Torvy“ erstrahlen in der Neufassung im neuen Glanz. Dass dieses Studio-Album zum echten Hörgenuss wird, verdankt es nicht allein dem opulenten 35 Mann-Orchester und seinen guten Solisten, sondern einem gigantischen Chor, der jeden Song zu einem Höhepunkt werden lässt, so dass man sich bereits nach dem 8 minütigen Intro „The Bells Of Notre Dame“ fragt, wie das noch zu toppen sein kann. Doch die vielschichtigen, immer auf ein grandioses Finale komponierten Titel von Alan Menken wissen bis auf den etwas enttäuschenden Song „Flight Into Egypt“ bestens auf höchstem Niveau zu unterhalten. Selbst vermeintliche Lückenfüller, der „Entr’Acte“ oder „Olim“ als Einleitungen der beiden Akte, faszinieren als lateinische Chor-Reprisen der eingängigsten Melodien des Musicals.

Bei Victor Hugo stirbt Esmeralda als verurteilte Hexe auf dem Scheiterhaufen und im „Finale“ wird ihr tragisches Ende zum emotionalen Höhepunkt, der selbst auf der CD-Einspielung zu Tränen rührt und zu Quasimodos tödlicher Rache am verblendeten Frollo führt. Mit dieser Fassung ist Disneys „Hunchback“ endlich erwachsen geworden und präsentiert sich in Musical-Top-Form, die für eine Broadway-Adaption in dieser überragenden Qualität allerdings finanziell nicht realisierbar sein dürfte. Nach Realfilm-Adaptionen von „Cinderella“ und „Das Dschungelbuch“ könnte die Kino-Leinwand dieses Stück aber perfekt in Szene setzten. Bleibt zu hoffen, dass die kreativen Köpfe bei Disney auch auf diese Idee kommen.

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Die CD-Kritik zur deutschen Musical-Fassung aus Berlin finden Sie hier!

© Stephan Drewianka; dieser Bericht erschien ebenfalls in der Musical Fachzeitschrift Blickpunkt Musical, Ausgabe 81 (02/16), März-Mai 2016

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