Musical Pippin von Stage Focus © Stephan Drewianka
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„Was Sie schon immer über Weihnachten wissen wollten“ - Musical-Gala 2025 im Theater an der Niebuhrg Oberhausen

Eine mal ganz andere Weihnachtsgeschichte

Die Weihnachtsgeschichte im neuen Testament zur Geburt Jesu von Nazareth liest sich nach Lukas recht knapp: „So zog auch Josef von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.“ 

Pfarrer Gottlieb (Gordon Heckes) möchte seine Predigt zum Heiligen Abend etwas aufhübschen, moderner und anschaulicher erzählen, weil in seiner Kirche hauptsächlich gähnende Leere, bzw. das monotone Schnarchen seines einzigen Stammgastes Opa Grinschkowsky (Markus Psotta) vorherrscht. Also bestellt er sich im Internet eine Krippen-Nachbildung mit lebensgroßen Statuen von Maria (Patricia Psotta) und Joseph (Deniz Fingskes) sowie des Erzengels Gabriel (Kira Maxein). Und natürlich erwachen diese Billig-Ramsch-Figuren zum Leben und verschwinden kurzerhand auf den Weihnachtsmarkt, um sich mit Glühwein zu stärken. Aber die Figuren können nicht aus ihrer Haut, bzw. aus ihrer historischen Geschichte und so erlebt das Publikum im Theater an der Niebuhrg vom 05. bis 21.12.25 zwei musikalische Bibelstunden mit viel Humor, Klamauk und Satire, die mit einem Augenzwinkern aber immer respektvoll gegenüber der Vorlage bleiben.

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Alle Jahre wieder zu Weihnachten

Bereits seit 1996 ist dieses Showformat von Holger Hagemeyer alle Jahre wieder in der Niebuhrg zu sehen – und wird doch jedes Jahr individuell und anders erzählt. 2025 unter der Regie von Markus Psotta, der zwei ältere Showformate miteinander kombiniert und dabei besonders viele Musicals zitiert. Was passt besser als „Maria“ aus der „West Side Story“, um Josephs Liebe zu seiner Verlobten auszudrücken, oder die Suche nach einer freien Herberge mit gezückter Laterne zu „Over at the Frankenstein Place“ aus „Rocky Horror“, in der dann aber nur Ouzo getrunken wird? Marias Schlaflied für den Neugeborenen Heiland ist „Dir gehört mein Herz“, bevor Erzengel Gabriel „Der ewige Kreis“ beschwört. Der pöse, pöse lispelnde Herodes ist scheinbar eng verwandt mit King George aus „Hamilton“, wenn er verspricht „You´ll Be Back“. „I will follow him“ erklingt am Schluss, als sich rührselig Opa Grinschkowsky mit seiner lange nicht gesehenen Familie inklusive Enkelkind aussöhnt. 

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Weihnachtsgeschichte für Musicalfans

In der diesjährigen Show gibt es für Musicalfans eine ganze Menge zu entdecken, wobei man immer wieder überrascht ist, wie gut die Originalsongs der zahlreichen Musicals in den Kontext der Jesu-Geschichte passen. Neben den bereits erwähnten Hauptdarstellern, die dem Niebuhrger-Publikum aus vielen vergangenen Vorstellungen diverser Showformate bestens bekannt und beliebt sind, bevölkert ein Chor aus weiteren Personen die Bühne, die im hinteren Bereich liebevoll und detailverliebt als mit Lichterketten geschmückter Weihnachtsmarkt hergerichtet ist. Gesungen wird mit instrumentalem Halb-Playback, was der Spielfreude und Energie aller Akteure aber nicht abträglich ist. 

Man darf gespannt sein, was das Niebuhrg-Team 2026 zum 30-jährigen Showformat-Jubiläum aus der Bibel zaubert. Davor gibt es vom 18.04. bis 07.07.26 übrigens eine weitere Musical-Gala-Premiere: „HBF – Verspätung gibt es immer“ von und mit Markus Psotta spielt in einem Bahnhofskiosk und soll die „heiße Ecke“ in den Ruhrpott transferieren. 

© Text und Fotos: Stephan Drewianka, Musical-World.de; dieser Bericht erschien ebenfalls in der Musical-Fachzeitschrift Blickpunkt Musical Ausgabe

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