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ICH GEHÖR NUR MIR – Die Musicals von Michael Kunze & Sylvester Levay 2008 in Oberhausen

Musical-Konzert über Elisabeth, Rebecca und Mozart

Am 16. Februar 2008 feierte ein für das ausrichtende “Sound Of Music”-Team ganz besonderes Konzert seine Premiere im Ebertbad in Oberhausen. Hier, wo sich namhafte “Musicalstars In Concert” seit 2006 die Klinke in die Hand geben, konzeptionierte Andreas Luketa eine Zusammenfassung der Werke von Michael Kunze und Sylvester Levay unter dem Elisabeth-Motto “Ich gehör nur mir”. Praktisch alle wichtigen Songs der drei Werke des Autoren-Teams Kunze-Levay sollten vorgestellt werden, verbunden durch eine Moderation verschiedener Schauspieler, die aus dem Leben von Elisabeth und Mozart erzählen sollten und so dem Publikum die vielleicht gar nicht so bekannten historischen Persönlichkeiten unabhängig von der Musicalhandlung näher zu bringen. Ein interessantes Konzept, doch wie schon Luccheni sagte: “So wie man plant und denkt, so kommt es nie!”

“Mr. Musical” Andreas Luketa war nicht überzeugt von der Präsentation der Schauspieler und entschloss sich kurzfristig, die Moderation als Erzähler selbst zu übernehmen. Da die Moderation meist auf mehrere Personen im Dialog ausgelegt war, musste der Text neu überarbeitet werden. Zudem fiel wegen Krankheit ebenso kurzfristig Musicalstar Paul Kribbe aus, der mit Ethan Freeman und Felix Martin sehr zur Freude des Publikums extrem prominent ersetzt werden konnte. Ebenfalls erst eine Woche vor der Premiere hinzugekommen war Bettina Meske, die zusammen mit Kristin Hölck, Nicole Mühle, Thomas Hohler und Patrick Stanke sowie dem Ruhrpott-Pourie-Ensemble unter der Leitung von Birgit Zacher die Darsteller -Riege komplettierte.

Unter der musikalischen Leitung des Ein-Frau-Orchesters Marina Komissartchik am Klavier begann der Abend mit einem instrumentalen Intro zum Elisabeth-Block. Kristin Hölck schlüpfte problemlos in ihre alte Rolle und präsentierte durchgängig eine überzeugende Sissi von den Jugendjahren bis zur alternden Diva mit der unstillbaren Todessehnsucht. Ethan Freeman zeigte mit der richtigen Portion Zynismus seinen Luccheni der ersten Stunde, den er im Ebertbad auch ohne Kostüme und Kitsch mit augenzwinkerndem Humor gerne erneut spielte. Ebenfalls ein alter Hase in Sachen Elisabeth war Felix Martin, der als Unisex-Tod erneut in eine seiner Paraderollen schlüpfen konnte. Die grösste Überraschung war sicherlich der 22 jährige Thomas Hohler (d´Artagnan in den 3 Musketieren in Berlin und Stuttgart), der hier einen verletzlichen und fragilen Kronprinz Rudolf ablieferte, als hätte er diese für ihn unbekannte Rolle bereits mehrere hundert mal im Theater verkörpert.

Nicht völlig überzeugen konnte in meinen Augen einzig Patrick Stanke als Kaiser Franz Joseph, der sich nicht ganz zu Hause in dieser Rolle fand, so dass nur die Duette “Nichts ist schwer” und “Boote in der Nacht” etwas an Intensität einbüssen mussten. Erfreulich war zwar die Tatsache, dass der japanische Extra-Song “Kein Kommen ohne Geh´n” für den Tod ebenfalls aufgeführt wurde. Felix Martin musste den deutschen Text vom Notenblatt ablesen, was zunächst irritierte, aber aufgrund des kurzfristigen Engagements des Sängers mehr als verzeihlich war.

Die verbindenden Moderationstexte von Andreas Luketa wurden emotionslos vorgetragen und zeigten die Facetten der historischen Persönlichkeiten losgelöst von der Musicalhandlung - trotzdem unterhaltsam und informativ. So wurde verständlicherweise die Figur des Todes nie erwähnt, sehr wohl aber die verwirrten Gemütszustände einer zerbrechenden Herrschaftsdynastie: eine nette Geschichtsstunde, die weit mehr war als die Nacherzählung der Handlung des Musicals.

Noch vor der Pause - etwas aus dem Zusammenhang gerissen, aber nicht weniger spannend - drei Songs aus dem aktuellen Kunze-Levay-Hit Rebecca, hier nur angekündigt aus dem Off von Sound Of Music-Partner Markus Tüpker. Da es sich bei Rebecca um eine reine fiktionale Romanfigur handelt, wurde auf eine weitere Moderation verzichtet. Doch wirken die Lieder auch auf sich allein gestellt:  “Zeit in einer Flasche” (Kristin Hölck überzeugte auch als naive “Ich”), “Sie ergibt sich nicht!” mit einer stimmstarken (wenn auch nicht immer aus bereits erwähnten und verzeihlichen Gründen ganz textsicheren) Bettina Meske als ausdrucksstarke Mrs. Denvers und dem Hölck-Freeman-Duett “Jenseits der Nacht”.

Teil 2 des Konzerts begann mit “Mozart!”, der von Herrn Luketa trefflich durch zeitgenössische Aussagen als Wunderkind zwischen Genie und Wahnsinn charakterisiert wurde, was manchmal jedoch unfreiwillig wie “Das Wort zum Sonntag” eines Priesters anmutete. In die Rolle des Hauptakteurs schlüpfte der Mozart-erprobte Patrick Stanke und überzeugte gleich von den ersten Noten von “Ich bin Musik”, die trefflicher nicht hätten passen können. Stanke blühte in dieser Rolle im Gegensatz zu seinem Franz Joseph förmlich mit jeder Strophe mehr auf und ließ beinahe vergessen, dass es sich ja “nur” um eine konzertante Aufführung handelte. Ebenfalls routiniert und mit viel Gefühl bei der Sache waren Ethan Freeman, der sein Herz in Eisen schloss, Nicole Mühle, deren Prinz fort war und Kristin Hölck, die immer irgendwo tanzen wird. So holte der komplette Cast das Gold von den Sternen...

Danach ging es zurück zu Rebecca mit dem Titelsong (Bettina Meske) sowie “Gott Warum” (Patrick Stanke). Als spannenden Ausblick auf die kommende Musical-Premiere von “Marie Antoinette” in Bremen im Januar 2009 durfte Kristin Hölck den Schlüsselsong “Blinded” - leider noch in englischer Version - vorstellen, der neugierig auf mehr machte. Als Zugabe präsentierte Herr Martin noch “Der letzte Tanz” und Herr Freeman seinen “Kitsch”, bevor sich das gesamte Ensemble zur “Gold von den Sternen” -Reprise zunächst vom Publikum verabschiedete... Zunächst?

Dank der positiven Resonanz auf das Konzert plant das “Sound Of Music”-Team, dieses Konzert auch in andere Städte auf Tournee zu schicken. Und vielleicht wird Herrn Luketa & Co bewusst, dass es auch interessante Musicals von Sondheim, Boublil & Schönberg oder auch von Sir Lloyd Webber gibt, die nur auf einen ähnlich spannenden Konzertabend warten...

© Text und Fotos by Stephan Drewianka, Musical-World.de

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