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Theater

Musicalstar Jesper Tydén In Concert

  • Jesper Tyden - Soul Secrets © Stephan Drewianka
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Soul Secrets & Musical Feelings

Nach der Sommerpause ging es am 04. Oktober 2008 wieder rund im Ebertbad in Oberhausen, wo seit mittlerweile drei Jahren Andreas Luketa und Markus Tüpker von »Sound Of Music Concerts« namhafte Musicalstars auf die Bühne bitten. Diesmal zu Gast: der blonde Schwede Jesper Tydén, der kürzlich noch als Jonathan Harker »Dracula« jagte, als »Tutanchamun« ägyptische Pyramiden baute oder als junger Verführer Armand das »Moulin Rouge« zum Erröten brachte.

Nach seinem Studium in Göteborg kam Tydén als Hauptmann Phoebus zu Disneys »Der Glöckner von Notre Dame« nach Berlin, blieb danach dem deutschen Publikum erhalten und als Erzherzog Rudolf oder Tod in »Elisabeth« in Essen auch bestens in Erinnerung. Doch auch abseits der Musicalbühnen hat sich Jesper Tydén einen Namen gemacht. Zusammen mit Henrik Westerberg gründete er die Band »The Drunken Sailors«, die ihre selbstkomponierten Stücke gern zum Besten geben.

Bei der Premiere seines Soloprogramms »Soul Secrets & Musical Feelings« trafen die Welten von Rocksänger und Musicaldarsteller Jesper Tydén in einem ruhigen, fast melancholischen Programm aufeinander. Der Begriff Solokonzert war eigentlich fehl am Platze, hatte sich der sympathische Schwede ein harmonisches Streicher-Trio (Irina Baiter, Pirkko Lange und Thomas Borcherts Ehefrau Rebecca) an die Seite gestellt. Vokal wurde er zudem tatkräftig von seiner Frau Stefanie unterstützt, eine Rolle, die in Anbetracht ihrer Leistung weit über die eines >Gaststars< hinausging.

Die Ehepartner wechselten sich am Klavier ab und interpretierten Solo oder im Duett neu arrangierte Popballaden von Sting, George Michael, Bon Jovi, Josh Groban und Savage Garden. Wie für trinkfeste Schweden üblich, griff der »Drunken Sailor« zwischendurch gerne mal zu einem Glas Whiskey, was in Familie Tydén jedoch intern mit einem für Außenstehende nicht ganz nachvollziehbaren Punktesystem geahndet wurde. Mit einem Kompliment hier und da für Gattin Stefanie konnte Jesper sein Punktkonto jedoch schnell wieder auffüllen.

Auch die Eigenkompositionen »Sea Of Love«, »Falling In Love«, »My Heart Is Full Of You« und »Springtime In Paris« gaben tiefe Einblicke in die private Gefühlswelt der Protagonisten. Damit der Abend nicht zu tief in einem besinnlichen Seelenstriptease versank, lockerten schwungvolle Musical-Medleys die Stimmung auf. So durften sich die Fans über die schönsten Songs aus »Miss Saigon«, »Elisabeth« und in schwedischer Originalversion aus »Kristina Fran Duvemala« freuen, das von Björn Ulvaeus und Benny Andersson (den beiden ABBA B´s) geschrieben und bisher leider nur im nordischen Heimatland der Tydéns aufgeführt wurde.

Ebenfalls >musicalisch< im Angebot waren die Einzeltitel »Before The Summer Ends« aus Wildhorns »Dracula« (in der englischen Version eine Premiere), »Papa Can You Hear Me« aus »Yentl«, »Lune« aus dem französischen Musical-Hit »Notre Dame De Paris« und als Zugabe der neue »Mamma Mia!«-Song »When All Is Said And Done«. Überraschend war sicherlich Jespers Interpretation von Herbert Grönemeyers »Der Weg«, bei dem man buchstäblich den Bochumer authentisch heraushören konnte.

Die gefühlvollen Streicher- und Klavierarrangements schmeichelten den Stimmen von Stefanie und Jesper Tydén – vielleicht sogar einen Tick zu sehr, denn der Zuschauer vermisste bei der Überlast an Balladen eventuell den ein oder anderen Uptempo-Song, der einfach mal Spaß machen oder zum Mitklatschen hätte einladen können. Aber wenn die Tage länger werden, draußen Wind und Wetter toben und man sich am liebsten mit einem geliebten Menschen vor den Kamin legt und vom vergangenen Sommer träumt , dann ist das Programm der >Seelengeheimnisse und Musical-Gefühle< genau das Richtige, um die verträumte Seele baumeln zu lassen…

© Text & Fotos by Stephan Drewianka

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