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Musical West Side Story: First-Class-Produktion auf großer Deutschland-Tournee

Joey McNeeleys Inszenierung demnächst in Baden-Baden, München und Köln

Die Geschichte ist schon zig-tausendmal erzählt und in den unterschiedlichsten Inzenierungen mit unerschiedlichster Qualität aufgeführt worden. Da gab und gibt es Schulaufführungen, Tingeltangel-Tourneeproduktionen oder Stadttheater-Inszenierungen en masse. Nein, über ein zu Wenig an West Side Story können sich auch die Theatergänger hier zu Lande nicht beklagen. Die zeitlosen, unsterblichen Melodien wie „Maria“, „America“, „Tonight“, „One Hand, one Heart“ oder Somewhere“ aus der Feder des begnadeten Leonard Bernstein kann selbst Tante Frieda aus dem provinziellen Q-Dorf beim Staubwedeln vor sich hinsummen. Das Meisterwerk, das als Musical zu einem der erfolgreichsten Bühnenstücke aller Zeiten wurde, ist selbst in den entlegendsten Winkeln unserer Republik schon gespielt worden. Nicht immer und überall hätten die Väter dieses bahnbrechenden Werkes ihre helle Freude daran gehabt. Ab und an aber schon. Die Geschichte vom bis aufs Blut geführte Bandenkrieg zweier verfeindeter Straßengangs und die darin eingebundene, in die 50er Jahre transferierte Love-Story zwischen Romeo, der hier Tony heißt, und seiner Maria getauften Julia ist hinlänglich bekannt – und mittlerweile vielleicht auch etwas abgedroschen. Sie spielt, zeitlich und geografisch, weit, weit weg, im Emigrantenviertel auf New Yorks Upper Westside, und mag uns schon deshalb kaum berühren. Oder doch?

Der Konflikt zwischen den Sharks und den Jets ist kein Schnee von gestern

Was schert es uns, die aufgeklärten Menschen der Internet-Generation, dass sich anno-batsch irgendwelche spätpubertierenden Halbstarken mit unterschiedlichsten ethnischem und kulturellem Background erbitterte Revierkämpfe geliefert und die Köpfe eingeschlagen haben? Nun, Hass und Intoleranz sind so alt wie die Menschheit selbst. Und was damals, zu (un-)seligen West Side Story-Zeiten, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die puertoricanischen „Sharks“ und die sich aus Neu-Amerikaneren polnischer Herkunft rekrutierenden „Jets“ waren, könnten heute bei uns in „good, old Germany“ die Türken der dritten Generation und die deutschstämmige Übersiedler-Jugend aus dem zerfallenden Sowjetreich sein. Spannt man diesen Bogen, ist der Konflikt, um den es vordergründig in dem Musical geht, keineswegs Schnee von gestern, sondern höchst aktuell. Die Parallelen sind offensichtlich. Mit dem Unterschied, dass heuer die Autorität eines Officer Krupke schwerlich genügen würde, um die sich bekriegenden Parteien in die Schranken zu verweisen. Da bedarf es mitunter schon einer Hundertschaft Bereitschaftspolizei…

Qualität und Authentizität 

Ein solches Update des Sujets hätte sicherlich seinen inhaltlichen Reiz und könnte spannend werden. Möglicherweise wird dieses neue Kapitel ja irgendwann aufgegriffen und geschrieben. Doch war das nicht die Intention, von der sich der Mannheimer Veranstalter BB-Promotion bei seinem jüngsten Tourprojekt beflügeln und leiten ließ. Impresario Michael Brenner ging es neben dem Qualitätsanspruch vor allem um Authentizität. Und er versprach sich viel von dem unverbrauchten, bestechenden Charme des Originals, wenngleich mit dem Begriff „Original“ in der Vergangenheit oft Schindluder getrieben worden ist. Hier jedoch nicht.Es macht schon einen Unterschied, ob sich irgendein Provinz-Regisseur an dieser leider allzu oft verhunzten und bekanntesten Vertonung von Shakespeares Romeo & Julia-Motiv versucht, oder ob derjenige welcher aus originärem Fundus schöpft. Und wenn sich die „Erblinie“ dann auch noch direkt zum Ursprung, zum ersten kongenialen Kreativ-Team der Musical-Geschichte (Leonard Bernstein, Jerome Robbins, Arthur Laurents und Stephen Sondheim) zurückverfolgen lässt, um so besser. Und genau das ist hier der Fall.

Dieses Musical West Side Story, mit der die Mannheimer derzeit die Republik überziehen, ist die beste, die dem hiesigen Publikum seit langem vorgesetzt wurde. Und plötzlich ist sie auch wieder da, die Magie und die Faszination, die diesem Stück innewohnt, dem, wie spürbar wird, die Jahre seit der Uraufführung anno 1957 im New Yorker Winter Garden Theatre nichts haben anhaben können. Es hat keine Patina angesetzt, und es wirkt, egal auf welcher Ebene, weder antiquiert noch unmodern. Das Gegenteil ist der Fall. Die Reaktionen, die der Kritiker, als auch die des Publikums, beweisen, dass die Rechnung aufgeht. Nach dem offiziellen Tour-Auftakt wenige Tage vor Weihnachten in der Alten Oper in Frankfurt war das Festspielhaus in Baden-Baden die zweite Station am Wegesrand. Hier wie da waren die Shows nahezu alle ausverkauft. Vom 30. April bis einschließlich 13. Juni gastiert das Ensemble im deutschen Theater in München, ehe sich der Musical Dome in Köln nach einer kurzen, verfrühten Sommerpause vom 6. bis 25. Juli in die Hinterhofschluchten New Yorks verwandelt. Die Deutsche Oper in Berlin (17. August bis 5. September) und das Bremer Musical-Theater (7. bis 19. September) folgen als Spielorte. Auch über eine Ausdehnung der Gastspielreise ins europäische Ausland wird derzeit nachgedacht.

Schauspiel, Musik und Tanz verschmelzen beim Musical West Side Story

Die Bedeutung des Werkes, die bis in die heutige Zeit Gültigkeit hat, liegt vor allem in der bis dato unübertroffenen Verschmelzung von Schauspiel, Musik und Tanz zu einer Form des „totalen Theaters“, wobei vor allem das einzigartige, atemberaubende Bewegungsvokabular zum beinahe wichtigsten, dramaturgischen Stilmittel gerät. Dafür, für die in Folge oft kopierte aber selten auch nur annähernd erreichte Ursprungsvorlage zeichnete einst der 1998 verstorbene Jerome Robbins, Ideengeber, Regisseur und Choreograf  der West Side Story in Personalunion, verantwortlich. Heute heißt der Mann, der sich als würdiger, künstlerischer Erbnehmer erweist, Joey McNeeley.

Weltweit sind nur drei Regisseure vom „Robbins Right Trust“ autorisiert, „WSS“ auf den der Original -Produktion basierenden Vorlagen einzustudieren. McNeeley, bereits mehrfach für einen Tony Award nominiert, gehört dazu. Das „Wunderkind des Broadway“ hat u.a. auch die Choreografien von Smokey Joe’s Café, The Life, The Wild Party und zuletzt The Boy from Oz entworfen. Auch die Vergabe der entsprechenden Lizenzen und Aufführungsrechte, um die sich Brenners BB-Promotion erfolgreich bemühte, ist bis heute an strenge Auflagen gebunden. Mit dem Zuschlag war der Weg frei, das epochale Stück, das gerne auch als „Mutter des modernen Musicals“ bezeichnet wird, in der ursprünglichen Intention seiner Väter in Deutschland (und Europa) zu präsentieren.

Ein First-Class Musical mit atemberaubender Choreografie

Dabei heraus kam eine First-Class-Produktion, die weit den Rahmen dessen sprengt, was üblicherweise mit Tournee-Standard umschrieben wird. Regisseur und Choreograf McNeeley führt ein dynamisches, energiegeladenes und überwiegend am Broadway gecastetes junges Ensemble in den Bandenkrieg zwischen Jets und Sharks. Jerome Robbins hätte seine helle Freude daran, könnte er sehen, wie kraftvoll, atemberaubend und präzise seine  Tanzsequenzen hier umgesetzt werden. Jeder einzelne Tänzer muss ein ganz bestimmtes, auf die jeweilige Figur zugeschnittenes, individuelles Repertoire an Gesten einstudieren. In der Summe entsteht dadurch stilisiertes Tanztheater, das die bis aus Messer geführten Auseinandersetzungen in dem benachteiligten Einwanderer-Milieu Manhattans intensiver und konzentrierter widerspiegelt, als es jede noch so realistische Darstellung vermag.

Die Kulisse (Bühnenbild: Paul Gallis) beschränkt sich im Wesentlichen auf eine zweigeteilte Feuerleiter -Konstruktion, die je nach Bedarf zur Seite schwenkt oder nach hinten wandert. Wechselnde, großflächige Hintergrundbilder, die wahlweise die New Yorker Straßenschluchten oder eine Hinterhof-Tristesse veranschaulichen, und ein paar Versatzstücke, die Handlungsorte wie Marias Schlafzimmer, Doc’s Drugstore oder das Brautmoden-Atelier andeuten, mehr braucht es nicht. Trotz dieser spärlichen Möblierung wirkt das Ganze alles andere als billig. Vielleicht gerade dadurch wird atmosphärische Dichte erzeugt. Ein Eindruck, der durch das sensible und stimmige Lichtdesign (Peter Halbsgut) noch betont und verstärkt wird.

Die Cast ist ohne Abstriche exquisit. In der Premieren-Show empfahlen sich Colm Fitzmaurice und Carolann M. Sanita als glaubwürdiges und stimmlich bestens disponiertes Liebespaar, wenngleich ersterer für manchen Geschmack etwas zu bieder wirkte – zumindest für den Ex-Anführer einer Streetgang. Und die meist weiß gewandete Sanita entspricht vom Typus her auch nicht unbedingt den gängigen Vorstellungen von einer Puertoricanerin. Als eine solche wie aus dem Bilderbuch kommt hingegen Lana Gordon als Anita daher. Die Rolle der Maria wird im Laufe der Tournee übrigens auch von Katja Reichert gespielt, die selbige ja zuletzt bei der Aufführungsreihe auf der Bregenzer Seebühne verkörpert hat. Sean Attebury steht außerdem im Wechsel mit Fitzmaurice als Tony auf den Brettern. 

Die unvergängliche Melodien des Musicals West Side Story wurden zu Welthits

Das von Donald Chan geführten Orchester intoniert die anspruchsvolle Partitur Bernsteins erfrischend, kraftvoll und prätentiös. Die Musik hat ja in West Side Story, abgesehen von ihrem Unterhaltungswert, eine mehrfache Funktion, nämlich die beiden Handlungsstränge, das dramatische Geschehen und die lyrisch-sentimentale Liebesgeschichte stilistisch zu verdeutlichen sowie die Story als Ganzes zu untermalen und voranzutreiben. Ganz nebenbei glückten dem Meister dabei einige unsterbliche Melodien, die trotz (oder gerade ob) ihrer teilweisen Komplexität, der Integration dissonanter Elemente und der Überlagerung diverser Rhythmen, zu Welt-Hits wurden.

Dem des Englischen nicht ganz so mächtigen Besucher erschließen sich die intelligenten Texte eines Stephen Sondheim leider nicht in allen Nuancen. Daran ändern auch die neben der Bühne aufleuchtenden deutschen Übersetzungen wenig. Die Inszenierung ist durchgehend in der Originalsprache belassen, was den Genuss und das Verständnis ein klein wenig schmälern. Das ist gerade bei „Gee, Officer Krupke“, der witzigsten Nummer des Abends, wirklich schade. Aber bei Jesus Christ Superstar beispielsweise regt sich ja auch keiner darüber auf, zumal es da im Falle einer Eindeutschung des Librettos doch etwas seltsam klingt – wie gewollt und nicht gekonnt, selbst wenn die Übersetzung noch so treffend ist. Die Handlung dürfte in beiden Beispielen ja hinreichend bekannt sein.

© by Jürgen Heimann; Fotos: BB-Promotion

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