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Musical Success in Köln

Schräg, abgedreht und witzig: Weihnachtspost aus Timbuktu

Zwischen Kakerlaken-Kill und Hämorrhoiden-Salbe: „Success“ hat Kult-Potenzial

Dass gleich die erste der Premiere Anfang November folgende Vorstellung wegen plötzlicher Erkrankung eines Darstellers hatte ausfallen müssen, war zwar ärgerlich, muss aber nicht zwangsläufig ein schlechtes Omen gewesen sein.  Der Ärmste hatte auch nicht zu viel aus der Dose „Kakerlaken-Kill“ genascht, die sich neben anderen Merkwürdigkeiten in der Weihnachtspost aus dem fernen Westafrika befand, sondern war von einer ganz profanen Grippe umgehauen worden. Künstlerpech. Doch nach dieser Startverzögerung geht es mit Vollgas weiter, auf dass sich, wenn auch leicht verspätet, der erhoffte Erfolg doch noch einstelle. Wird er denn wohl auch. Apropos Erfolg: Nichts anderes bedeutet der Name „Success“ in der wörtlichen Übersetzung. Nomen es omen?  Der Untertitel – „Ein Päckchen aus Timbuktu“ – lässt aber zunächst weder auf den Inhalt des selbigen schließen, noch auf den des Stücks. Und das war ja auch beabsichtigt. Die Inszenierung (Regie: Christoph Bietz) entpuppt sich aber als kurzweilige und abgedrehte Horror-Comedy, die durchaus Kult-Potenzial hat.

Im Gloria-Theater, einem ehemaligen Kino in der Kölner Innenstadt, sind für Dezember zunächst noch vier Shows des Musicals Success anberaumt: Am 1., 2., 8. und 9. 12. Die Tarife sind sozial, das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Trotz, die Pause mitgerechnet, fast dreistündiger Aufführungssdauer wird es eigentlich nie langweilig. Verhandlungen über weitere Spieltermine andernorts laufen noch. Die Produktion ist tourneetauglich, der erforderliche Aufwand an Technik und Kulisse gering. Buch und Musik stammen von dem jungen Komponisten und Autor Heiko A. Neher, in dessen Händen auch die künstlerische Gesamtleitung liegt. Nach seinem Achtungserfolg „Caspar Hauser“ wollte einfach einmal etwas Lustiges machen, was ihm denn auch gelungen ist. Dies auch Dank der kleinen, gerade mal aus vier Künstlern bestehenden, aber quicklebendigen, spritzig agierenden und hochtalentierten Cast: Jessie Roggemann, Karin Germann, Martin Bacher und Christoph Trauth. Und ein Chinchilla mischt da auch noch mit, aber das ist ein Steif(f)-Tier . . .

Amüsant und verquer

Das Musical Success ist amüsant und peppig, stellenweise etwas verquer und schräg und hat so ein bißchen von Jekyll & Hyde, was aber nicht daran liegt, dass drei der Darsteller zufällig dem aktuellen Ensemble aus dem Musical-Dome entstammen. Und da wären auch ein Schuss kleiner Horrorladen und etwas vom Frank ‘N’ Furter aus der Rocky Horror Show, der hier aber nicht in Pumps und Strapsen, sondern in der Gestalt des adretten Showstars Chris di Pomodoro daher kommt.

Highlight-CD erscheint in Kürze 

Die skurrile, flapsig-locker erzählte und eine schräge Wendung nehmende Story, über die man sich keine größeren Gedanken machen braucht, ist gar nicht so wichtig. Die unterhaltsame Inszenierung lebt von der flockigen Interaktion der Protagonisten, den witzigen Dialogen, den kleinen Gags am Rande und vor allem der eingängigen, mitreißenden Musik, bei der es nicht weiter stört, dass sie „nur“ eingespielt wird. Neher sind in seiner Partitur einige veritable Ohrwürmer geglückt („Jenseits der Moral“, „Der Prinz aus dem Schuhkarton“, oder der Titelsong „Ein Päckchen aus Timbuktu“ zum Beispiel), und da ist es nur folgerichtig und konsequent, dass noch im Dezember eine Highlight-CD herauskommen soll. Die Charaktere sind mit Gespür ge- und stellenweise bewusst überzeichnet. Da ist die  junge naive Kindergärtnerin Lilly Muff (Jessie Roggemann). Gemeinsam mit ihrer Freundin Monique (Karin Germann) bildet sie eine Zwei-Personen-WG. Als Girlie-Tandem liefern beide Künstlerinnen eine herrlich erfrischenden und glaubwürdigen Job ab.  

Tante Irene hat eine Macke

Das Verhängnis nimmt seinen Lauf, als Tante Irene, die es nach Mali verschlagen und die eindeutig einen an der Waffel hat, ihre Lieblingsnichte –  alle Jahre wieder – mit einem Weihnachtspaket beglückt. Diesmal waren übrigens zwei Küchenkittel, selbstgebackene, geschmacklich aber wieder undefinierbare Plätzchen, eine harthölzerne Fruchtbarkeitstatue und eine große Packung Kakerlaken-Kill drin. Mit diesem Zeugs könnte man einen Bullen umhauen, verheißt die Packungsbeilage, die man, wenn schon kein Arzt oder Apotheker in der Nähe ist, den man fragen könnte, vor Gebrauch unbedingt lesen sollte. Die schrullige Absenderin tritt freilich niemals leibhaftig in Erscheinung, nur als Stimme, der Hella von Sinnens.

Besser als Seymour

Monique träumt von einer Karriere auf der Bühne, doch bislang hat es nur zur Verkäuferin in einem China -Grill gereicht. In Lillys von unerfüllten Sehnsüchten bestimmten Welt dreht sich alles um ihr großes Idol Chris di Pomodoro. Darüber trampelt sie gnadenlos auf den Gefühlen ihres schusselig-schüchternen und sie anhimmelnden Nachbarn Thorben Wittmann (Christoph Trauth) herum. Dessen Klagelied „Sie ignoriert mich“ ist einfach köstlich. Trauth spielt und singt diesen Part mit so viel Hingabe und komödiantischer Raffinesse, dass es jedem Horrorshop-Seymour zur Ehre gereicht hätte. Die beiden Backstagekarten für Pomodoros „Chris-Mas-Spectacular“-Konzert hatte er eigentlich für sich und Lilly besorgt, doch die zieht stattdessen mit ihrer Freundin los. In der Garderobe stehen die Girls nach der Show dem smarten Super-Star gegenüber, der wenig später bei ihnen einzieht, weil er sich angeblich bedroht fühlt. Einige seiner Kolleginnen sind nämlich auf mysteriöse Weise verschwunden.

Paraderolle für Martin Bacher

Für Martin Bacher, das coole Teenie-Idol aus besagtem Schuhkarton, ist dies wirklich eine Paraderolle, bei der er zu Höchstform aufläuft und gesanglich wie schauspielerisch zeigen kann, was in ihm steckt. In dem Stück ist er freilich nicht das, was er zu sein vorgibt, nämlich der smarte, nette, gut aussehende Held. Die Kehrseite seiner Wesens-Medaille ist blutig und grauenhaft. Doch ausgerechnet der tapsige Thorben kommt dem sorgsam gehüteten, dunklen Geheimnis auf die Spur. Und dabei handelt es sich nicht um Gurkenmaske und Hämorrhoiden-Salbe...

© by Jürgen Heimann

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