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Musical South Pacific am Staatstheater Kassel

  • Musical South Pacific in Kassel © Dominik Ketz
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  • Musical South Pacific in Kassel © Stephan Drewianka
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Mit Bastrock und Schrumpfkopf gegen Herbstdepressionen

Hierzulande hält der Herbst mit Schweinegrippe Einzug, aber im Staatstheater Kassel träumt man vom warmen Südsee-Flair - zumindest seit dem 24. Oktober 2009 heißt das Motto “Bali Ha´i” im Opernhaus. Der Musical Klassiker South Pacific von Richard Rodgers (Musik) und Oscar Hammerstein II (Songtexte) von 1949 gewann 1950 neun Tony Awards und konnte mit der Neuinszenierung am Broadway im Jahre 2008 weitere sieben Trophäen abstauben. 1958 wurde das Musical South Pacific für das Kino verfilmt und erhielt den Oscar für die beste Filmmusik. 2001 gab es mit Glenn Close und Harry Connick Jr. eine Fernsehproduktion, die sich jedoch nicht wirklich an der Urfassung des Stückes orientierte. In Deutschland ist dieser Klassiker mit den Showstoppern “Some Enchanted Evening” und “Younger Than Springtime” relativ unbekannt und wurde bisher nur in einer einzigen Produktion an den Städtischen Bühnen Hildesheim 1999 aufgeführt.

Handlung und Geschichte des Musicals South Pacific

Das Staatstheater Kassel beweist mit seiner aktuellen Musical-Produktion South Pacific, dass das Thema Rassenproblematik zur Zeit des zweiten Weltkriegs im Südpazifik nicht zuletzt dank der opulent-cineastischen Musik von Rodgers ein Garant für einen unterhaltsamen Theaterabend sein kann. Regisseur Matthias Davids inszeniert die drei Geschichten der “Tales Of The South Pacific” von Autor James A. Michener, der 1948 für sein Debütwerk mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde, gradlinig nach der klassischen Vorlage: Auf einem amerikanischen Marinestützpunkt im Südpazifik träumen die Marinesoldaten von der Nachbarinsel Bali Ha´i, auf der die Einheimischen nicht nur ihre Töchter vor den Soldaten versteckt halten, sondern wo es auch wundersame Rituale und wunderbare exotische Schätze geben soll. Die Kuriositätenhändlerin Bloody Mary weckt vor allem Luther Billis Interesse, diesen Ort besuchen zu müssen. Doch der Weg zur Insel ist nur Offizieren gestattet und so überzeugt der Matrose seinen neuen, jungen Vorgesetzten Lieutenant Joseph Cable davon, ihn auf einen Besuch auf das mystische Eiland mitzunehmen. Während Billis sich eine Eberzahn-Zeremonie ansieht, verliebt sich Cable in die 17-jährige Tochter von Bloody Mary. Eine Heirat zwischen beiden ist jedoch nicht möglich, eine Ehe eines US-Lieutenants mit einer Polynesierin wäre das Ende seiner Karriere. Cable hat den Geheimauftrag, herauszufinden, ob die Japaner einen Angriff planen. Er benötigt dazu jedoch die Hilfe eines Ortskundigen. Seine Vorgesetzten empfehlen ihm den französischen Plantagenbesitzer Emile De Beque, der sich erst kürzlich in die viel jüngere Krankenschwester Nellie Forbush verliebt hat. De Beque verheimlicht seiner neuen Liebe zwar nicht den Grund, warum er Plantagenbesitzer im Südpazifik wurde, nachdem er einen Mann im Streit durch unglückliche Umstände ungewollt ermordete und deshalb seine Heimat verlassen musste. Allerdings verschweigt er, dass er Vater von zwei halb-polynesischen Kindern ist, die er in seinem Hause nach dem Tod ihrer Mutter alleine aufziehen muss. Als Nellie hinter dieses Geheimnis kommt, kann sie ihre ethnischen Vorurteile nicht überwinden und bricht den Kontakt zu De Beque ab. Jetzt gibt es keinen Grund mehr für De Beque, die gefährliche “Operation Alligator” mit Cable abzulehnen. Erst als Nellie erfährt, dass beide Männer verschollen sind, wird sie sich über ihre wahren Gefühle bewusst und überwindet ihre rassistischen Vorurteile. Aber nur ein Mann kehrt von der Mission lebend zurück.

Musikalische Leitung Musical South Pacific von Kai Tietje

Unter der musikalischen Leitung von Gastdirigent Kai Tietje, der im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen schon so manchen Musical-Klassiker erfolgreich entstaubte, erwacht in Kassel das Südseedrama South Pacific zu einem symphonischen Leckerbissen, der in seiner epischen Breite an monumentale Filmmusik erinnert. Wie ein roter Faden zieht sich die Melodie von “Some Enchanted Evening” unaufhörlich durch den Abend und wird so gleichermaßen zum Leitmotiv und Ohrwurm. Die Hymne “Bali Ha´i” verfolgt ähnlich intensiv die Matrosen in ihrem Wunsch , das Unbekannte zu entdecken. Die Opernsängerin Lona Culmer-Schellbach gibt in der Rolle der Bloody Mary ihr Musicaldebüt und überzeugt restlos sowohl mit ihrer klassischen Gesangsstimme als auch schauspielerisch mit ihrem herrlichen Polynesier-Dialekt und der Fähigkeit, Schrumpfköpfe und Baströcke marktschreierisch anzubieten. Mit “Younger Than Spingtime” verkörpert Matthias Stockinger als Lieutenant Joseph Cable die romantische Balladenseite der Musik.

Gaststar Kristin Hölck

Mit dem Gaststar Kristin Hölck, die schon in den Großproduktionen Die 3 Musketiere, Elisabeth, Les Miserables, Das Phantom der Oper, Cats und Joseph And The Amazing Technicolour Dreamcoat einige wichtige Hauptrollen verkörpern durfte, ist Kassel ein wahrer Glücksgriff für das Musical South Pacific gelungen: Hölck präsentiert sich in der Rolle der jungen und naiven Nellie Forbush mit einer explosiven Energie und jugendlichem Elan, der den Funken einfach überspringen lassen muss. Herrlich die Szene, in der sie sich im Bikini die Liebe zu einem älteren Mann unter der Dusche aus dem Kopf waschen will (“I´m Gonna Wash That Man Right Outta My Hair”) und dann plitschnass weitere zehn Minuten auf der Bühne spielt oder dem ebenso überschäumenden “Honey Bun” bei einer Weihnachtsfeier für die Matrosen. Bei soviel naiver Ausgelassenheit gleicht ihre Aussage, sie könne die Ehe ihres Geliebten mit einer Polynesierin nicht tolerieren, einem Faustschlag - aus dem quirligen Mädchen, das immer nur Spass haben will, wird plötzlich eine reife Frau, deren verstockte Ansichten ihrer Beziehung einen Schlussstrich setzen. Partner André Bauer, der als Kaiser Franz Joseph in Elisabeth schon einmal eine strenge Vaterfigur verkörperte und in Kassel als Emile De Beque den sympathischen und aufgeschlossenen liebenden Papa spielt, hat mit dieser Aussage sichtlich seine Probleme. Beide Darsteller harmonisieren gesanglich ausgesprochen gut - ein neues Musical-Traumpaar in Hessen.

Damit es jedoch nie zu Ernst auf der Bühne wird, vertreibt Philippe Docloux als Luther Billis als Anführer der Marines mit flotten Sprüchen und nacktem, tätowierten Oberkörper die dunklen Gedanken an Rassismus und Krieg. Beim Männerchor “There Is Nothing Like A Dame” darf auch mal nach der Choreografie von Simon Eichenberger schmissig getanzt werden. Ein Extralob noch an die Kinder Seu-Hyun Ahn (als Ngana) und Leon Demuru (Jerome), die den Abend mit dem französischen Kinderlied “Dites Moi” ganz allein auf der Bühne eröffnen müssen!

Das Bühnenbild des Musicals South Pacific, bei der über eine Videoprojektion sehr romantisch auf dem schneeweißen Plantagenanwesen De Beques die Sonne im Meer versinkt, ein Armeelastwagen im Marinecamp zu einer Weihnachtsbühne umfunktioniert wird oder Palmen im schwarzen Silhouette-Scherenschnitt als bewegliche Elemente wie in einem Pop-Up-Buch immer wieder wechselnde Szenarien erschaffen, wurde von Mathias Fischer-Diskau stimmig umgesetzt. Einzig die Schlüsselszene, in der Cable die schöne Liet lieben lernt, verliert auf nackter Bühne mit nur einigen zu groß fotografierten tropischen Topfpflanzen in der Rückprojektion jegliche Faszination und strahlt keinen mystischen Dschungelflair der erstmals betretenen Insel Bali Ha´i aus...

Das Spektrum der Kostüme von Judith Peters reicht von eleganten Abendroben einer Dinnerparty, über schnieke Uniformen und Matrosenanzüge in einer Wäscherei bis hin zu den polynesischen Baströckchen; zusammengenommen versetzt dies den Zuschauer zurück in die Zeit des zweiten Weltkriegs und in den Südpazifik, egal welches Schmuddel-Wetter gerade noch vor dem Opernhaus herrschte.

Fazit: Mit dem Musical South Pacific präsentiert sich im Staatstheater Kassel eine rundum gelungene Produktion, die es lohnt, entdeckt zu werden! Zunächst verzaubert Bali Ha´i das deutsche Publikum bis zum 02.07.2010 in insgesamt 30 Aufführungen.

© Text: Stephan Drewianka, Musical-World.de; Bühnenfotos: Dominik Ketz, Schlussapplausfotos (4): Stephan Drewianka, Musical-World.de

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