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Musical Tanz der Vampire in Hamburg

Hauptrolle für Jessica Kessler: Die 22-jährige verdreht als Sarah dem Vampir-Grafen im Tanz der Vampire den Kopf

Da läuft dem ollen Krolock in seiner grenzenlosen Gier das Wasser im Munde zusammen

Als Mozart an der Alster noch auf den Tasten seines Spinetts herumhämmerte, war sie noch das unerfahrene Küken, dem man eine Chance geben wollte. Und das Mädel vom Niederrhein nutzte die Gelegenheit. Stand Jessica Kessler damals, als das rebellische Genie aus norwegisch-Salzburg in der Neuen Flora aufmüpfig seine Rastalocken schüttelte, als jüngstes Ensemblemitglied des Musicals unauffällig in der zweiten Reihe, spielt sie in absehbarer Zeit an gleicher Stelle schon in der ersten Liga. Der Ort, wo ihre Karriere als Musical-Darstellerin einst ihren ersten professionellen Anstrich erhielt, soll nun auch zum bedeutenden Meilenstein ihrer Laufbahn werden. Mag die Aussicht, von jemanden gebissen und ausgesaugt zu werden, auch nicht für jedermann erstrebenswert erscheinen, für sie ist sie es allemal. Jessica Kessler zieht sich die roten Stiefel an und wird hier nach dem Einzug der Vampire als Erstbesetzung der schönen Sarah zur Tanz der Vampire-Premieren-Cast gehören. Da läuft dem ollen Krolock jetzt schon das Wasser im Mund zusammen. Wer immer das auch sein wird. Man munkelt inzwischen so einiges.

Als Nannerl- und Constanze-Cover hatte die zierliche, gerade mal 163 Zentimeter große Künstlerin in der hanseatischen Stresemannstraße bereits beim Musical Mozart durchscheinen lassen, dass mehr in ihr steckt und sie mit Stellvertreter- und Ausputzer-Jobs eigentlich unterfordert ist. Doch es waren andererseits auch wichtige, freilich auf wenige Monate komprimierte Lehr-Jahre für sie. Aus den dabei und in Folge gewonnenen Erfahrungen sollte die heute 22-Jährige profitieren. Das Rüstzeug für den späteren beruflichen Werdegang hatte sich Jessica Kessler bei Barbara Wachendorf geholt, wo sie eine Schauspielausbildung erhielt. Sie lernte Ballett- und Jazz-Tanz und absolvierte eine Gesangsausbildung an der Niederrheinischen Musikschule in Duisburg. Zu ihren ersten Bühnenerfahrungen zählten Auftritte als Solistin bei der „Sommernacht des Musicals“ in Dinslaken sowie in der Tourneeproduktion des Musicals „Children of Eden“, in der sie die „Yonah“ verkörperte.

Erst Möwenschreie, jetzt Wolfsgeheul

Als ehemalige Kufen-Prinzessin und Vize-Landesmeisterin verlor die Sopranistin auch ohne Schlittschuhe, die sie sich schon im zarten Alter von drei Jahren angeschnallt hatte, auf dem rutschigen Parkett des knallharten, von gnadenlosem Konkurrenzkampf und Ausleseprozessen geprägten Business später nicht den Halt. Seekrank wurde die Dinslakener Landratte im maritimen Hamburg auch nicht, als dann die Titanic vom Stapel lief und in See stach. Dort gehörte die sportliche Wahl-Duisburgerin ebenfalls zur Premieren-Crew, auch wenn es wieder nicht für ein First-Class-Ticket reichte. Immerhin diente man der passionierten Eiskunstläuferin die Erstbesetzung der von einem besseren Leben in Ami-Land träumenden 3.-Klasse-Passagierin Kate Mullins an. Und ihre Namensvetterin Kate McGowan vertrat sie auf dem Arme -Leute-Deck, wenn Not am Manne bzw. der Frau war, ebenfalls mit viel Verve. Madelein Astor konnte ebenfalls  ganz beruhigt einen freien Tag nehmen. Jessica bewegte sich auch im elitären Kreis der superreichen Snobs  auf dem Promenadendeck stilsicher und würdevoll.

Kurzes Leiden bei den Elenden in Berlin

Noch bevor sich abzeichnete, dass der Luxusliner Schlagseite bekommen und Kurs auf das Abwrackdock nehmen würde, heuerte die gute (Musical on) Ice-Fee bei einer anderen großen Produktion der Stage Holding an: Beim Musical Les Misérables im Berliner Theater des Westens. Dort sollte das Mädel ursprünglich ab 26. September als Eponine-Cover in unerfüllter Liebe zu Marius schmachten und sich eine tödliche Kugel beim aussichtslosen Barrikadenkampf einfangen - was es dann auch tut, aber nicht sonderlich lange. Zur Premiere wird die passionierte Pepsi-Light- und Teetrinkerin mit den olivgrünen Augen noch auf der Tanz der Vampire Bühne stehen, aber dann nach wenigen Shows ihr Packerl schnüren, um gen Transsylvanien zu reisen, wo die Vamps ab 7. Dezember Samba tanzen und demnächst die Proben beginnen. Ihre Essgewohnheiten braucht sie da nicht sonderlich umzustellen. Zwar gibt es dort „im ersten Haus am Platz“, der elterlichen Chagall-Kneipe nicht ihre Lieblingsgerichte (Nudel, Pizza), aber die Zutaten sind schon o.k: Viel Knoblauch. Der gehört in den Karpaten schließlich zur Überlebensausrüstung.

© Text und Fotos by Jürgen Heimann

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Thomas Borchert zeigt Biss und wird Vampir in Hamburg

Die Katze ist aus dem Sack: Nix Lucheni, Graf Krolock ist angesagt

Der (natürlich schwarze) Schleier über der Identität des neuen hanseatischen Krolock-Grafen ist gelüftet. Während sich die Stage-Holding, was die Besetzung der Tanz der Vampire Inszenierung in Hamburg anbelangt, noch in Schweigen hüllt und auf Ende September vertröstet, haben die Vereinigten Bühnen in Wien die Katze bereits aus dem Sack gelassen. Thomas Borchert soll den Fürsten der Finsternis mimen. Statt, wie ursprünglich geplant, die Kaiserin Elisabeth zu meucheln, wird er nun ab 7. November in der Neuen Flora Biss zeigen und mit unstillbarer Gier auf die Suche nach der ein oder anderen Bluttransfusion gehen. Borcherts Name war neben anderen in den diversen Diskussionsforen des Internets wiederholt als möglicher Hauptdarsteller von „Tanz der Vampire“ gehandelt worden. Die Experten mochten bislang aber nicht so recht daran glauben, weil der Künstler in der Neunszenierung des Kunze/Levay Musical-Welterfolgs Elisabeth im Theater an der Wien als Attentäter Lucheni die Mordfeile zücken sollte. Daneben war er als alternierender Tod vorgesehen. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Ein Missgeschick eröffnet neue Möglichkeiten

Die Pressestelle des Hauses hat Mitte der Woche offiziell verlauten lassen, dass der gebürtige Essener definitiv nicht die Sissi killt, sondern sich auf eine andere große Herausfoderung an der Alster vorbereitet und daselbst den Vampirherrscher spielen wird. Als Grund für diesen Personalschwenk wird offiziell eine schwere Handverletzung genannt, die sich der 38-Jährige während  der Proben im Rahmen eines Promotiontermins zugezogen hätte. Da sein linker Arm mindestens für fünf Wochen in Gips liegen müsse, könne er den Lucheni-Part nicht übernehmen.
So wird dem Jekyll & Hyde i.R. – diese anspruchsvolle Doppelrolle hatte er zuletzt an gleicher Stelle mit großer Brillanz ausgefüllt – nichts anderes übrig bleiben, als die Wiener Gala-Premiere am 1. Oktober aus dem Zuschauerraum heraus zu verfolgen. Er wird es verschmerzen können, denn das Trostpflaster an anderer Stelle dürfte mehr als adäquat sei. Der Job-Tausch, den Borchert da macht, ist ja nicht der schlechteste.

Als Vielzweckwaffe vor einer spannenden Herausforderung

Als transsylvanischer Blutsauger-Häuptling im Musical Tanz der Vampire hat er einmal mehr die Chance, seine enorme Wandlungsfähigkeit und Vielseitigkeit unter Beweis zu stellen. Davon abgesehen, wäre die Rolle des Lucheni-Luigi ja nichts wirklich Neues für ihn gewesen. Den Anarchisten hatte er bereits von 1992 bis 1994 in der österreichischen Metropole gegeben. Borchert gilt als Allround-Talent und Vielzweckwaffe, die (fast) alles spielen und singen kann. Ob Snoopy oder Frank ‘n’ Furter, Che, Buddy Holly, Tod, Jean Valjean, Judas, Leopold Mozart oder Colloredo, der Mann hat bislang überall eine gute Figur gemacht.

Das Rätselraten geht weiter

Als Erstbesetzung Graf von Krolock hat er in Hamburg hochkarätige Konkurrenten bzw. Mitbewerber ausgestochen – möglicherweise „with a little  help from his friends“, einflussreichen Förderern an höchster Stelle.  Das spannende Rätselraten um die übrige Cast von Tanz der Vampire geht natürlich jetzt unvermindert weiter. Ist ja vielleicht auch ganz gut so, denn das beschert der Produktion noch mehr Aufmerksamkeit. Mit Jessica Kessler als „Sarah“ war ja schon vorher eine weitere wichtige Personalentscheidung durchgesickert. Regisseur Roman Polanski konnte damit seine Wunschkandidatin durchsetzen.

Für Serkan Kaya die Chance seines Lebens

In Wien geht durch die neue Entwicklung die kaiserliche Welt nicht unter. Für den jungen Künstler und Musical-Darsteller Serkan Kaya eröffnet sich dadurch die Chance seines Lebens. Ursprünglich als alternierender Lucheni und  Baron Hübner vorgemerkt, steigt er nun in die erste Reihe auf und wird den Mordbuben über die gesamte Spieldauer bis 2. Mai 2004 als Erstbesetzung verkörpern.

© Text und Fotos by Jürgen Heimann

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Probenstart Tanz der Vampire in Hamburg: Die Vampire im hanseatisch-transsylvanischen Trainingscamp

Wiedersehen mit alten Bekannten: Viele Künstler mit Bisserfahrung

Mit dem offiziellen Probenstart des Musicals Tanz der Vampire am Montag dieser Woche hat die Stage Holding zugleich auch das Rätselraten um die Zusammensetzung der neuen Hamburger Tanz der Vampire-Cast beendet. Gleichwohl, die Namen derer, die in Schlüsselpostionen der Neuinszenierung beißen und gebissen werden, waren ja bereits in den zurückliegenden Wochen nach und nach durchgesickert. Insofern gab es dahingehend auch kaum noch größere Überraschungen. So hatten es die berühmten Alsterspatzen bereits seit längerem von den Dächern gepfiffen, dass Thomas Borchert, statt in Wien den Kaiserinnenmörder Lucheni zu mimen, in die Rolle des Grafen von Krolock schlüpfen und Felix Martin ihn als Alternate vertreten würde. Auch was die Besetzung der schönen Wirtstochter Sarah anbelangt, war die Entscheidung schon vor geraumer Zeit getroffen worden. Regisseur Roman Polanski hatte dabei seine erklärte Favoritin durchsetzen können: Die 22-jährige Jessica Kessler aus Dinslaken/Duisburg rückt durch diese Wahl endgültig in die erste Musical-Liga auf.

Bewährte Kräfte

Auffallend ist, das die Verantwortlichen auf viele bewährte Kräfte setzen, die bereits aus Stuttgart her einschlägige Biss-Erfahrungen mitbringen. So wird es in der Neuen Flora ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten geben. Dazu zählt beispielsweise auch „Ur-Professor“ Werner Bauer, der als schrulliger Gelehrter Ambronsius im Schwäbischen bereits zu den Ensemblemitgliedern der ersten Stunde zählte und den büchervernarrten Königsberger auch schon in Wien gespielt hatte. Mit dem Schweden Frederick Wickerts als Alfred ist ebenfalls ein „Export“ aus Stuttgart mit ihm Boot. Gleiches gilt für Jan Merchant als Frau Wirtin. Als Chagalls bessere Hälfte hatte die US-Amerikanerin bereits beim Tanz der Vampire im Apollo-Theater auf der Bühne gestanden.

Ein Urgestein als Kneipenwirt

Norbert Kohler, die vampirische Vielzweck-Waffe aus dem SI-Centrum, wird in der Stresemannstraße als schwuler Grafen-Filius zu sehen sein. Den hatte er bereits am Neckar gegeben, aber ebenso in den Rollen des Professors und seines Assistenten Alfred eine gute Figur gemacht. Das gilt auch für Stefan Büdenbender als buckliges Grafen-Faktotum Koukol. Neu hinterm Tresen von Transsylvaniens verkappten „Grand-Hotel“ ist Jerzy Jeske als Chagall. Der Pole gehört hierzulande zu den musical-ischen Urgesteinen (Phantom der Oper, Jean Valjean in „Les-Miz“ usw.). Die Schwedin Anna Thorén schließlich übernimmt als Erstbesetzung den Part der Magda.

Vorschusslorbeeren vom „Chefe“

Jetzt hat die hanseatische Blutsauger-Society noch rund 50 Tage Zeit, sich auf den Tanz der Vampire einzustimmen. Bis zur Premiere des Musicals am 7. Dezember wird die international besetzte 46-köpfige Cast unter der Fuchtel von Zuchtmeister Roman Polanski täglich proben. Doch der „Chefe“ hat bereits mit Vorschusslorbeeren um sich geworfen: „Ich bin sehr glücklich, mit dieser fantastischen Besetzung zusammenarbeiten zu können“. Welche Veränderungen die Besucher hier gegenüber der Stuttgart Vorläuferinszenierung wohl erwarten? Abwarten und Knoblauch essen!

© by Jürgen Heimann

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Quicklebendige Untote zwischen Blutrausch und morbider Erotik

Darf’s ein ein Biss(chen) mehr sein? In Hamburg legen die Vampire noch einen Zahn zu

Neben dem (und an der Hand des) stattlichen Grafen von Krolock wirkte der Meister wie der Bub, der mit seinem Papa Weihnachtsshopping bei Karstadt macht. Der lang anhaltende Schlussbeifall im Theater Neue Flora galt natürlich nicht nur dem Star-Regisseur, sondern vor allem dem Ensemble, das ersterer - Komplimente verteilend - vor der Show als beste Cast, die jemals bei „Tanz der Vampire“ auf einer Bühne agiert hätte, bezeichnet hatte. (Wie das wohl auf die Vampire i.R. aus Stuttgart wirken muss?). Roman Polanski tat dies in seiner Muttersprache, weil, wie er einräumte, sein Deutsch kaum dazu ausreiche, in einem Lokal eine Portion Tafelspitz zu ordern. Dafür hat der cineastische Ur-Alfred andere Stärken, und die offenbaren sich seit dem 7. Dezember in Hamburg.

„Nightmare on Stresemann-Street“

Dort, wo vor wenigen Wochen die „Titanic“ unterging, hat Transsylvanien nach Wien und Stuttgart ein neues Konsulat eröffnet. Am 7. Dezember erfolgte daselbst die feierliche Einweihung, Premiere genannt. Rund 2000 Gäste applaudierten stehend. Graf Krolock und sein Gefolge haben, so zeigte sich, nach ihrem Umzug nicht an Biss verloren.

Nein, es ist eigentlich keine neue Inszenierung. Sie kommt, von einigen marginalen Retuschen abgesehen, gegenüber Stuttgart nahezu identisch daher – wirkt aber, vor allem im ersten Akt, noch etwas straffer, temporeicher und dichter als vorher. Die Bühne des Hauses ist etwas breiter, die Musik ertönt ein klein wenig rockiger, und ein paar zusätzliche Videoprojektionen (für selbige und das gewohnt prächtige, detailfrohe Bühnenbild zeichnet William Dudley verantwortlich) sind ebenfalls hinzugekommen, besonders was den Blick auf das sagenumwobene Schloss anbelangt. Schön passen da auch die Fledermausschwärme ins stimmige Bild, während die Wölfe nicht mehr nur durch Lichtpunkte angedeutet werden. Dass sie gegen Ende des Grafen buckligen Adlatus Koukol zum Frühstück bzw. zur Vesper verspeisen, wirkt viel plastischer.
Passionierte Tanz der Vampire-Wiedergänger werden bemerken, dass die Sequenz der „Roten Stiefel “Stärker als wir sind“ noch um einiges intensiver und bombastischer ausfällt und an der grandiosen Alptraumszene sowieso ihre helle Freude haben. Auch scheint das Lichtdesign (Hugh Vanstone) noch einmal überarbeitet worden zu sein. Es ist, wie die Tonführung auch, knapp und präzise, während die Textverständlichkeit auch in den großen Ensemblenummern hervorragend ist, was heuer ja nicht als selbstverständlich hingenommen werden kann. Aber ansonsten ist, Choreografie (Dennis Callahan) inklusive, alles beim Alten geblieben. Gott sei Dank, sagen die Fans aufatmend. Im Vorfeld waren schon die wildesten Gerüchte darüber zirkuliert. Davon abgesehen: Die Gefahr, dass dieses Stück derart verhunzt werden würde wie unlängst am Broadway, bestand sowieso von Anfang an eher nicht. Das hätten Roman Polanski und Autor Michael Kunze auch nicht mit sich und ihrem Erfolgsbaby machen lassen.

Blutkonserven für die kühlen Hanseaten

Jetzt stellt sich zunächst nur die Frage, ob auch die Hanseaten anbeißen werden und in welchem Ausmaß die Besucher aus dem nicht gerade kleinen norddeutschen Umfeld herbeiströmen. Dass die Stage Holding der deutschen Musicalhauptstadt an der Alster damit nach dem Löwenkönig und „Mamma Mia“ einen weiteren Magneten beschert hat, steht aber außer Frage. Und ein solch vorzeitiges Ende wie unlängst dem Luxusdampfer Titanic wird der opulenten Produktion von Tanz der Vampire wohl auch nicht ereilen. Dafür hat sie ganz einfach zu viel Potenzial.

Die Inszenierung des Musicals besticht vor allem (aber nicht nur) durch eine eingängige, abwechslungsreiche, zwischen wucherndem, treibenden Bombast-Rock und einschmeichelnden Popballaden angesiedelte Partitur aus Jim Steinmans Trickkiste. Der „Wagner des Rock“ hat damit eines der besten und bis heute unerreichten Beispiele für den gelungenen Einsatz von symphonischem Rock-Pop auf einer Theaterbühne geliefert. Und die Show macht Neubesucher wie Wiederholungstäter andererseits durch ihre rasante Abfolge pompöser Szenenfolgen in nahezu filmischer Dichte Staunen. Damit hatte Polanski schon bei der Welt-Uraufführung 1997 in Wien neue Maßstäbe gesetzt.

Wie in einem Musikvideo

Verstärkt wird dieser Eindruck durch Dennis Callahans packende und kreative Choreografie, die der in modernen Musikvideos nachempfunden scheint. Ganz zu schweigen von den aufwändigen, fantasievollen und üppigen Kostümen Sue Blanes und der mal poetischen, dann wieder direkten und simplen Sprache eines Michael Kunze. Und das Ganze ist verdammt spritzig und witzig, comedyhaft und gruselig zugleich. Wer die gleichnamigen Horrorfilm-Parodie aus dem Jahre 1967, die kürzlich in der x-ten Wiederholung über die deutsche TV-Mattscheiben flimmerte, mochte, wird das Musical Tanz der Vampire lieben – aber nicht nur der.

Das 47 Künstler umfassende Ensemble des Musicals Tanz der Vampire (33 Darsteller stehen pro Vorstellung auf der Bühne) rekrutiert sich aus alten Vampir-Hasen und Neu-Blutsaugern. Sowohl Werner Bauer als tattrig-verschrobener Vampirjäger-Professor Ambronsius als auch sein schüchterner und über beide Ohren verknallter Assistent Alfred (Fredrik Wickerts) waren als solche bereits in Stuttgart mit von der turbulent-komischen Partie, ebenso Jan Merchant als resolute Wirtsfrau  Rebecca, Anna Thorén (Magda), Nobert Kohler als schwuler Grafen-Filius Herbert sowie Stefan Büdenbender als buckelig-hässlicher Grafen-Hiwi Koukol. Bauer hatte den versponnenen Gelehrten ja sogar schon in Wien so unnachahmlich gemimt, während Wickerts in und mit der Alfred-Rolle seit seinen schwäbischen Tagen noch gewachsen ist. Ein versiertes Team, das den Anforderungen erwartungsgemäß sowohl schauspielerisch, als auch gesanglich gerecht wurde.

Auf der sicheren Seite

Mit diesen Besetzungen von Tanz der Vampire durften sich die Verantwortlichen von Anfang an auf der sicheren Seite wähnen. Richtig spannend wurde es angesichts der Frage, wie, mit welchem Gespür und mit welcher Intensität sich der neue Krolock in das Bild einfügen würde. Als solcher hat Kevin Tarte, der ja jetzt auf der 42. Straße als Broadwayproduzent Julian Marsh ganz andere Seiten aufblättert, zumindest in Punkto Bühnenpräsenz nicht gerade kleine Fußspuren hinterlassen. Für Künstler vom Schlage eines Thomas Borchert natürlich eine echte Herausforderung. Aber der Mann hat es drauf, keine Frage. Das wird allerspätestens bei der mit viel Pathos und melancholischer Tragik interpretierten „Gier“ deutlich, die Nagelprobe für jeden Graf von Krolock-Darsteller schlechthin. Auch wenn viele es nicht gerne hören, Borchert ist nicht allzu weit vom nach wie vor unerreichten Vorbild aller Vampir-Grafen, dem seligen Steve Barton, entfernt.

Hut ab vor dem Grafen

Mit seinem beachtlichen Stimmvolumen tut er allen Facetten dieser anspruchsvollen Rolle Genüge. Das zeigt sich bei den sanften Tönen ebenso wie bei den aggressiv-animalischen Gefühlsausbrüchen. Vielleicht ist er hier und da in Auftritt und Gehabe noch ein klein wenig distanziert; es scheint noch etwas an emotionaler Tiefe, an majestätischer, würdevoller Dominanz zu fehlen, was ihm jedoch angesichts des Umstandes, dass er sich diesen Part in kürzester Zeit völlig neu erarbeitet hat, nicht angekreidet werden sollte. Borcherts vokale, mit Gespür eingesetzte Variationsbreite und Kraft machen das mehr als wett – und wenn er sich richtig warmgelaufen hat, ist er ein bissig-erotischer „Fürst der Dunkelheit“ wie aus dem Bilderbuch. Und auf den Alternate, Felix Martin, darf man erst recht gespannt sein.

Jessica Kessler weiß ihre Chance zu nutzen

Die angenehmste Überraschung der Inszenierung heißt jedoch Jessica Kessler. Die junge Frau besticht durch unbefangene Virtuosität und verleiht der Figur der Sarah viel jugendliche Frische, Unverbrauchtheit und Charme. Sie harmoniert stimmlich sowohl mit Borchert wie auch in den lyrischen Pop-Duetten mit Fredrick Wickerts bestens. Obwohl die Dinslakenerin schon bei Mozart, Titanic (und ganz kurz) bei „Les Misérables” (in Berlin) auf den Brettern stand, ist sie doch noch eine Newcomerin, aber eine, der nicht wenige eine große Zukunft voraussagen. Die Sarah-Rolle dürfte der entscheidende Durchbruch für sie werden. Als Chagalls liebreizendes Töchterchen und von Vati überbeschütztes, neugieriges Nympchen auf der Suche nach der Freiheit dort draußen macht die 23-Jährige eine hervorragend Figur. Sie galt von Anfang an als Roman Polanskis Wunschkandidatin für diese Rolle. Spätestens seit der Premiere wird klar, warum . Jessica Kessler begreift diese auch Chance ihres Lebens – und man merkt das.

Und ihr Bühnen-Papa, der jüdische Kneipenwirt Chagal, der sie einsperrt und ihr den Po versohlt, eher er, auf der Suche nach ihr, selbst vom Watz, nee, pardon, vom Vampir gebissen und zu eben einem solchen wird, ihn verkörpert in Hamburg Jerzy Jeske. In der Neuen Flora geisterte der stimmgewaltige Pole einst als Phantom der Oper durch die Katakomben – insofern ist der intime-bissige Nahkampf mit Lieblingsmagd Magda im Sarg eine völlig neue Erfahrung. Jeske ist kein James Sbano, der Ur-Vater aller transsylvanischen Hotel-Manager, aber er gibt dem kauzigen Charakter des lüstern-schmierigen Kneipiers doch wesentlich mehr Format, als dies zuletzt in Stuttgart der Fall war.

Überzeugende Ensembleleistung 

Das Lob des Zuchtmeisters im Ohr, lieferte die hochkarätige Cast des Musicas Tanz der Vampire am Premierenabend eine durchgehend packende und geschlossene Ensembleleistung ab. Die geballte Promi-Macht honorierte dies, wie schon das Publikum bei den vorangegangenen Previews, mit minutenlangem Applaus. Aber den gibt es bei solchen Anlässen ja immer, oder doch zumindest meistens. Trotzdem wird Tanz der Vampire auch bei den angeblich kühleren Hanseaten den Musical-Tourismus weiter ankurbeln und die Begeisterung hervorrufen, die es verdient. Denn das Stück ist nun einmal aus dem Stoff, aus dem Kult entsteht (und schon entstanden ist) – ob das nun einigen neunmalschlauen Kulturkritikern ins konservativ-puristische Weltbild passt oder nicht. Aber auf die hört das Publikum zum Glück ja sowie so nicht.

© by Jürgen Heimann

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Nach über 800 Vorstellungen im Theater Neue Flora

Musical Tanz der Vampire verabschiedet sich aus Hamburg

Am 22.01.06 ging die Spielzeit des Musicals Tanz der Vampire in Hamburg zu Ende – Fans feierten noch einmal ihre Stars  – Die neue Produktion Dirty Dancing – Das Original Live On Stage feiert am 26. März 2006 seine Europapremiere

„Wir werden den tollen Applaus, den frenetischen Jubel und die allabendlichen Standing Ovations sehr vermissen. Hamburg war ein tolles Publikum“, so Roman Polanski zur letzten Vorstellung des Musicals. Gemeinsam mit den Darstellern von Tanz der Vampire verabschiedete sich der Regisseur und Oscar-Preisträger vom Hamburger Publikum. Seit dem Besuch des einmillionsten Zuschauers am 27. November 2005 haben in den letzten zwei Monaten weitere 100.000 Besucher das Musical in täglich ausverkauften Vorstellungen gesehen. Zusammen mit den Spielorten in Wien und Stuttgart haben über 4,1 Millionen Menschen das Musical Tanz der Vampire besucht.

Die Fans organisierten für die Derniere viele Aktionen. So verfassten sie einen Fanbrief, der mit über 40 Metern Länge gestern im Foyer des Theaters aushing. Ausserdem verteilten sie über 1000 rote Rosen im Saal, die dann zum Schlussapplaus auf die Bühne regneten. Als Abschluss sangen sie gemeinsam mit den knapp 2000 Zuschauern ein Abschiedslied, das sie extra für diesem Abend getextet hatten.

Die Produktion der Stage Entertainment feierte am 7. Dezember 2003 Premiere in Hamburg. In 812 Vorstellungen wurden 2123 Blutbeutel aufgebraucht, um die perfekte Illusion eines Halsbisses herzustellen. Die Maskenabteilung verbrauchte rund 1.600 künstliche Fingernägel, über 60 Tuben Sekundenkleber und 46 Flaschen Nagellack für die langen und knochigen Vampirhände.

Nachdem die letzten Gäste das Theater Neue Flora verlassen hatten, startete direkt der Theaterumbau. Damit der Zuschauer bei der Musical-Show Dirty Dancing – Das Original Live On Stage hautnah das Geschehen erlebt, wird die Bühne bis in den Zuschauerraum vergrößert. Dafür wird zuvor der gesamte Bühnenbereich entkernt. Ende Januar beginnt der Einbau des neuen Bühnenbilds. Am 1. Februar 2006 wird die gesamte Cast der Öffentlichkeit präsentiert und die Proben beginnen.

© Stage Holding

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