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Musical Sunset Boulevard von Andrew Lloyd Webber am Stadttheater Bielefeld

  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Martin Becker
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Martin Becker
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Martin Becker
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Martin Becker
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Martin Becker
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Martin Becker
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  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Martin Becker
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Stephan Drewianka
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Stephan Drewianka
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Stephan Drewianka

Gefangen in Träumen aus Licht

Während sich Hamburg auf Sir Andrew Lloyd Webbers Musical-Fortsetzung des Phantoms der Oper Liebe Stirbt Nie vorbereitet, setzen die Stadttheater gerne auf ältere und freigegebene Webber-Klassiker, um ihre Häuser zu füllen. Gutes Beispiel ist die Charakterstudie der alternden Stummfilmdiva Norma Desmond, die ihre Rückkehr auf die Kinoleinwand plant. Webber schuf 1993 mit dem Musical Sunset Boulevard ein Meisterwerk für etwas reifere, weibliche Darstellerinnen, die sich gesanglich wie schauspielerisch profilieren und sich dabei mit Namen wie Glenn Close, Patti Lu Pone, Elaine Page und Diahann Caroll messen wollen. Die deutsche Großproduktion des Musicals Sunset Boulevard im eigens erbauten Rhein-Main-Theater in Niedernhausen brachte es zwischen 1995 und 1998 mit Helen Schneider auf 992 Aufführungen. Seit 2010 spielen auch deutsche Stadttheater ihre eigenen Inszenierungen von Sunset Blvd. und nach Magdeburg  Bad Hersfeld, Hof, Braunschweig, Klagenfurt, Pforzheim, Würzburg, Lüneburg, Coburg, Tecklenburg und Fürth erwacht die schillernde Filmwelt Hollywoods seit dem 20. März 2015 auch in Bielefeld

Sunset Boulevard mit Brigitte Oelke 2015 in Bielefeld

Mit der unglaublichen Rockröhre einer echten Killer Queen von „We Will Rock You“ ist Brigitte Oelke auf den ersten Blick vielleicht eine der ungewöhnlichsten Besetzungen der Norma Desmond, die es bisher in Deutschland gab. Wer Brigitte Oelke nur im Leder-Outfit kennt, fragt sich, ob sie an der beinahe opernhaften Webber-Partitur Freude hat und wo sie ihre imposante, rote Lockenpracht unter dem Desmond-Turban unterbringen mag. Doch der Bühnenzauber verwandelt die sexy Queen-Rockerin gleich in ihrer ersten Szene in eine um ihren toten Schimpansen trauende Diva mit theatralisch ausladender Stummfilm-Gestik. Und diese Mimik zelebriert Oelke dermaßen gut, dass es bei der tragischen Finalszene des ersten Aktes, bei der sich die von ihrem „Geliebten“ Joe Gillis in der Silvesternacht verlassene Norma die Pulsadern mit Joes Rasiermesser aufschneidet, eine neue Interpretationsmöglichkeit gibt. Je nach Temperament der agierenden Norma hatte man bisher die Wahl zwischen echter Verzweiflung beim Selbstmordversuch oder kühler Berechnung mit der einzigen Intention, Joe reumütig zurückzuholen. Doch bei Brigitte Oelke hat man das Gefühl, sie begeht den Selbstmordversuch, weil die tragischen Figuren ihrer Filmrollen dies in ihrer Situation auch gemacht hätten. Brigitte Oelkes Norma lebt ihre dramatischen Rollen bis ins letzte Detail auch in ihrem realen Leben. Deshalb fällt in Bielefeld die Finalszene vor Normas letzter Nahaufnahme nach dem Mord an Joe erstmals konsequent logisch aus, denn Normas geistiger Zusammenbruch kündigt sich schon früher im Stück in emotionalen Wutattacken und gewaltigen Stimmungsschwankungen einer echten Diva an. Ihre schauspielerisch exzellente Bühnenpräsenz unterstreicht Brigitte Oelke mit einer gesanglich hervorragenden Interpretation ihrer Songtitel – bei Oelke ist es nicht „Nur ein Blick“, den Normas Faszination ausübt, der Stummfilmstar hat Stimme!

Weitere Darsteller und Rollen

Normas schillernde Persönlichkeit lässt andere Protagonisten in ihrem Strahlen buchstäblich im Schatten stehen. Doch ihre Schauspielkollegen können ebenfalls punkten. Die Erstbesetzung Joe Gillis Veit Schäfermeier („Tanz der Vampire“, „Jekyll & Hyde“, „Ich war noch niemals in New York“, „Scarlet Pimpernel“) fiel bei der Premiere am 20.03.15 noch krankheitsbedingt aus und wurde relativ kurzfristig durch Matthias Otte („Mamma Mia!“, „Funny Girl“, „Les Miserables“) vertreten. Otte spielt den desillusionierten Drehbuchautor angenehm zurückhaltend, um im rechten Moment bissig und sarkastisch Norma die Stirn zu bieten. Seine wahre Liebe Betty Schaefer wird von Ulrike Figgener („Wenn Rosenblätter fallen“, „Leben ohne Chris“, „Die Schöne und das Biest“, „Die Hexen von Eastwick“) bezaubernd und mit warmer Stimme gespielt, der es wirklich schwer fällt, ihren Freund Artie Green (Jonas Hein) wegen Joe zu betrügen. Stimmlich nicht immer ganz der Gesangsrolle gewachsen ist Tom Zahner („Othello darf nicht platzen“, „Die Räuber“) als Diener, Regisseur und erster Ehemann Normas Max von Mayerling. Seine Stärke liegt in einer unauffälligen Präsenz, die er mit militärischer Korrektheit und sonorer Sprechstimme perfekt verkörpert und trotzdem Raum für seine ikonenhafte Verehrung Normas bietet. Weitere Rollen besetzten u.a. Benjamin Ambruster (Cecile B. De Mille), Bernard Niemeyer (Sheldrake), Fabian Kaiser (Myron), Natascha C. Hill (Heather) und Lado Lortkipanidze (Hoeg-Eye).

Bühne und Ausstattung

„Sunset Boulevard“ war in der Urfassung ein so extrem teures Ausstattungsmusical, dass die laufenden Kosten der Produktion kaum mit den Einnahmen der verkauften Eintrittskarten aufgefangen werden konnten. Stadttheater sind vor die Herausforderung gestellt, Normas prachtvolle Villa und den Glamour Hollywoods mit geringem finanziellem Aufwand auf die Bühne zu bringen. Thomas Winters Inszenierung für das Stadttheater Bielefeld mit der Bühne und den Kostümen von Ulv Jakobson gelingt dies mit pfiffigen Ideen, so dass man die opulente Originalbühne aus Niederhausen nur selten vermisst. Gleich zu Beginn liegt Erzähler Joe Gillis einfach nur erschossen vor der Außenfassade von Normas Anwesen und nicht im in Bielefeld nicht vorhandenen Swimmingpool. Die Autoverfolgungsjagd, bei der Joe vor seinen Gläubigern über den Sunset Blvd. flieht und in der Einfahrt von Hausnummer 10086 landet, wird als animiertes Film-Storyboard effektvoll eingespielt (Video: Konrad Kästner). Weitere Videoeinspielungen ersetzten z.B. Normas Oldtimer durch einen humorvollen Schwarzweißfilm einer ungeduldig im Auto fahrenden Brigitte Oelke auf dem Weg nach Hollywood. Der Zuschauer vermisst ein reales Auto nicht, auch als sich herausstellt, dass nicht Normas Drehbuch sondern dieser antike Wagen der eigentliche Grund ist, dass Norma vom Filmstudio angerufen wurde. Auch ein sakrales Kirchenfenster, das zunächst wie aus dem „Glöckner von Notre Dame“ fehl am Platze wirkt, in Bielefeld jedoch als Villenfenster dient, kann sich in Normas Gesicht verwandeln, wenn diese ihre vergangenen „Träume aus Licht“ webt. Was im ersten Moment plump und kitschig wirkt, entpuppt sich kurz danach als Gänsehautmoment, wenn die reale Norma mit den Videoprojektionen ihrer jüngeren SW-Alter Egos noch einmal die Höhepunkte ihrer Glanzrollen in synchroner Gestik durchlebt. Ein ebenfalls starker Moment ist Normas Rückkehr in die Hollywood Filmstudios, deren Goldflitter-Kulissen sich auf der Drehbühne wandeln. Beleuchter Hoeg-Eye steht tatsächlich knapp unter der Theaterdecke am Scheinwerfer und setzt Norma bei „Als hätten wir uns nie Goodbye gesagt“ ins rechte Studiolicht. Effektvoll wie damals in Niedernhausen ist auch die Silvesterszene, wenn Normas Villa auf der hauseigenen Hebebühne nach oben fährt und unten die quirlige Feier im beengten Apartment von Artie Green simultan auf einer zweiten Ebene gespielt wird. 

Opulente Orchesteruntermalung

Leider etwas schwach fällt hingegen der Opener des zweiten Aktes mit dem Titellied „Sunset Boulevard“ aus, wo Joe etwas verloren in einem leeren, orangefarbenen Bühnenbild sitzt. Ein Stilbruch ist leider auch die Treppe, die Norma in ihrer ansonsten mit Säulen, Ledersofa, Bilderschrein und Orgel recht gut ausgestatteten Villa hinauf- und hinabschreiten darf: die wenigen, schwarzen Stufen mit Rohrstangengeländer wirken wie die billige Gangway und Reling eines Schiffes und ganz und gar nicht wie die Freitreppe eines Palastes, die Max gesanglich im Finale zitiert – schade. Opulent hingegen ist die musikalische Orchesteruntermalung unter der versierten musikalischen Leitung von William Ward Murta, der das Bielefelder Philharmonie Orchester sicher durch die wunderbare Partitur Webbers führt, dabei aber nie die Gesangstimmen übertönt. Musicaldarsteller Thomas Klotz zeichnet sich für Choreografie verantwortlich, die nicht übertrieben einige wenige Szenen optisch unterstützt und auflockert. Mehr muss hier auch nicht gezeigt werden, denn „Sunset Blvd.“ ist kein Tanzmusical. Zunächst steht die visuell und akustisch reizvolle Inszenierung von „Sunset Boulevard“ nur noch bis 29. Juni auf dem Spielplan des Bielefelder Stadttheaters. Die Wiederaufnahme steht nach der Sommerpause am 27. September an. Tauchen Sie mit Brigitte Oelke in ihre Welt der „Träume aus Licht“ ein, denn sie lebt ihr Motto „Kein Star wird jemals größer sein“!

© Text und Schlussapplaus-Fotos: Stephan Drewianka, Musical-World.de; Szenenfotos: Martin Becker


  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Martin Becker
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Stephan Drewianka
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Stephan Drewianka

Handlung von Sunset Boulevard

In sich verändernden Zeiten fällt manchen Menschen die Anpassung an den gesellschaftlichen, technischen, aber auch moralischen Status quo recht schwer. Man sehnt sich zurück nach den guten alten Tagen, wo Erfolge zur Normalität gehörten und die eigene Jugend noch viele Wege ermöglichte. Norma Desmond – eine alternde Stummfilm-Diva – verneint eine Anpassung und zieht sich in ein stumpfes Abbild einer schillernden Vergangenheit zurück: Die Zeiten des Stummfilms und der Starlets sind längst vorbei, abgelöst durch den Tonfilm und die neuen Anforderungen an Mensch und Stimme. Neuen Glanz in ihrem Leben verspricht ein junger Mann, der ihren Alltag auf den Kopf stellt. Neue Projekte sind in Aussicht, die Hoffnung auf die Rückkehr zu alter Größe keimt wieder auf, und Norma fühlt zarte Triebe in ihrer Brust. Doch aus der Bewegung, die ihren Alltag für kurze Zeit bestimmt, entstehen nur Träume und Illusionen – und die Ereignisse steuern wie im Strudel auf ein tragisches Finale zu. Webbers weltberühmtes Musical basiert auf dem gleichnamigen Film von Kult-Regisseur Billy Wilder (1950). Mit den Rhythmen der 40er Jahre, musikalischen Ideen aus der Zeit des guten alten Hollywood-Films und der typischen Musicalraffinesse eines Webber avancierte Sunset Boulevard zur Gallionsfigur des dramatischen Musicals. Die Partie der Norma Desmond gehört seither zu den ganz großen Herausforderungen im Musicalbusiness, denen sich u. a. Glenn Close oder Helen Schneider stellten.

Tony-Awards für Musical 1995

Webbers elftes Musical aus dem Jahr 1993 baut die Brücke zwischen Oper und Musical: Eingängige Melodien korrelieren mit sinfonischen Parts und melodramatischen Einlagen, eingebettet in eine Handlung – obwohl auf Wilders Film basierend –, die einer wahren Operntragödie in nichts nachsteht. Die großartige, beinahe kongeniale Adaption des Filmklassikers erhielt nicht zu Unrecht eine Reihe von Auszeichnungen, die für sich spricht. Darunter mehrere Auszeichnungen des Tony Awards 1995 und des Drama Desk Awards 1995.

Brigitte Oelke als Norma Desmond

Wie es sich für ein typisches Webber-Musical gehört, wird an Hits und Dramatik keineswegs gespart – Ohrwürmer, die Live und im Kontext der Inszenierung ein Muss für jeden Musikfan sind, so z. B.: Nur ein Blick, Salome, Kein Star wird jemals größer sein, Ein gutes Jahr, Sunset Boulevard, Als hätten wir uns nie Goodbye gesagt und Träume aus Licht. Webbers Musical ist – wie fast jedes seiner Werke – anspruchsvoll, sowohl im musikalischen als auch darstellerischen Kontext. Die Ambivalenz der Norma Desmond erfordert eine Charakterdarstellerin, die zum einen die ehemalige Größe der Diva erahnen lässt, zum anderen aber die Zerbrechlichkeit und Selbstverstümmelung dieser einstigen Existenz zu spielen vermag – eine Gratwanderung, in der Rolle und Sänger verschmelzen. Mit Brigitte Oelke konnte das Theater Bielefeld eine der großen Persönlichkeiten des Musical-business gewinnen, die mit ihrer kraftvollen und bekannten Musical-stimme der Norma Desmond die tragische Kraft verleiht, aber eben auch – und dies aufgrund ihrer großen Musicalkarriere – jene Facetten oktroyiert, die für Reibung, Dramatik und die nötige Bipolarität in der Figur sorgen. Mit Tom Zahner und Veit Schäfermeier stehen ihr zwei gestandene Männer gegenüber, wobei ersterer als charismatischer Butler, letzterer als narrativer und dennoch emotionsgebundener, gleichwohl „toter“ Liebhaber das tragische Spiel begleiten.

In der Regie von Thomas Winter und der Bühne seines Ausstatters Ulv Jakobsen verschmelzen Tradition und neues Gedankengut, die Ästhetik des Originals wird nicht verneint, sondern bewusst gesetzt, reduziert oder erweitert, um den Kampf der Norma Desmond, den sie zu gleichen Teilen (bewusst/unbewusst) gegen und für sich führt, auf eine dezidierte und differenzierte Ebene zu bringen, der zudem einen Blick hinter die offensichtlichen Fassaden der Akteure erlaubt. Ein spannendes Musical mit großer dramatisch-tragischer Amplitude, den feinen Momenten aufblühender Liebe und Begierde, kontrastierend wilden Szenen und einem Finale, das wahrscheinlich jedem Besucher unter die Haut gehen wird.


  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Martin Becker
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Martin Becker
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Stephan Drewianka
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Stephan Drewianka
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Stephan Drewianka
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Stephan Drewianka

Besetzung Sunset Boulevard 2015 in Bielefeld

Norma Desmond - Brigitte Oelke
Joe Gillis - Veit Schäfermeier
Max von Mayerling - Tom Zahner
Betty Schaefer - Ulrike Figgener
Artie Green - Jonas Hein
Cecile B. De Mille - Benjamin Armbruster
Sheldrake - Bernard Niemeyer
Myron - Fabian Kaiser
Manfred /Schuldeneintreiber - Carlos H. Rivas
Mary /Ärztin - Michaela Duhme
Heather / Astrologin / Johanna - Natascha C. Hill
Larissa - Evelina Quilichini
Schuldeneintreiber/ Kellner - Ramon Riemarzik
Torwächter - Lutz Laible
Hoeg-Eye - Lado Lortkipanidze

Die gebürtige Schweizerin Brigitte Oelke brillierte in zahlreichen Titel- und Hauptrollen in Premieren und Uraufführungen der bekanntesten Musicals wie u.a. Evita, Cabaret, West Side Story, Grease, Sweet Charity, Jesus Christ Superstar, die Welturaufführung von Tanz der Vampire in Wien, Jekyll & Hyde in Bremen und Köln, Das Mädchen Rosemarie in Düsseldorf und We Will Rock You in Köln, Zürich, Wien, Stuttgart und Berlin. Zurzeit spielt sie Mama Morton in Chicago in St. Gallen. Brigitte Oelke ist bekannt als DIE Killer Queen in allen deutschsprachigen Produktionen von We Will Rock You – das Original Musical von Queen und Ben Elton und wurde 2004 persönlich von Roger Taylor, Brian May und Ben Elton dafür ausgesucht. Bis heute hatte und hat sie zahlreiche TV- und Bühnen-Auftritte mit ihren einstigen Jugendidolen und erreicht mit der CD-Veröffentlichung zu We Will Rock You Goldstatus in Deutschland und der Schweiz. Mit der Single Power Of Trust belegte Brigitte Oelke gemeinsam mit Joy Fleming den 2. Platz beim deuschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2001. Abseits der großen Musicalbühnen kennt man sie als eindrucksvolle Rocklady oder wandelbare charismatische Sängerin auf Rock- und Open-Air-Bühnen im In- und Ausland. Seit 2011 ist ihre erste Solo-CD The Private Session mit akustischen Songs erhältlich, die sie gemeinsam mit dem Gitarrenvirtuosen Frank Rohles produziert hat.

Bereits während seiner Ausbildung am Konservatorium der Stadt Wien konnte Veit Schäfermeier Erfahrungen als Hauptdarsteller sammeln, u. a. in Produktionen wie The Appletree (Adam), The Secret Garden (Archibald Craven), Me and my Girl und Die Blume von Hawaii (Stone). 1999 gewann er den 1. Platz des Landesgesangswettbewerbs NRW in der Sparte Musical sowie den Förderpreis beim Bundesgesangswett-bewerb in Berlin. 2000 spielte er noch während der Ausbildung im Ensemble des Musicals Mozart! in Wien. Bei Jekyll & Hyde in Bremen, Wien und Köln war er unter anderem alternierend in der Titelrolle zu sehen. In Les Misérables am Theater des Westens in Berlin war er die Erstbesetzung des Grantaire und spielte außerdem noch den Thénardier. Als Chagall, Professor Abronsius und Graf von Krolock stand er 2005 in der Hamburger Inszenierung von Roman Polanskis Tanz der Vampire auf der Bühne und bei der Premiere 2006 in Berlin als Erstbesetzung Professor Abronsius. Im Theater Bielefeld übernahm Veit Schäfermeier 2007 die Titelrolle in Jekyll & Hyde. Im gleichen Jahr verkörperte er auch den Fred Hoffmann in der Welturaufführung von Ich war noch niemals in New York im Hamburger Operettenhaus und danach im Theater des Westens den Winnetouch im Musical Der Schuh des Manitu. In diesen Rollen hört man ihn auch auf den beiden Cast-Alben. Außerdem stand Veit Schäfermeier im Theater Bielefeld als Sir Percy in Wildhorns The Scarlet Pimpernel auf der Bühne und gastierte mit Grease in München und Frankfurt. 2011/12 spielte er in Bielefeld den Anatoly in Chess und Songs For A New World und seit November 2011 steht er wieder im Theater des Westens in Berlin als Professor Abronsius im Tanz der Vampire auf der Bühne. Seine letzten Projekte am Theater Bielefeld waren Eckhard - Das Musicalchen, außerdem war er als Stine in City of Angels zu sehen.

Tom Zahner wurde 1956 in den USA geboren und absolvierte seine schauspielerische Ausbildung an der Webber Douglas Academy of Dramatic Art in London. Am Theater Bielefeld war er bereits 1993 als Max in Othello Darf Nicht Platzen, als Schufterle in Die Räuber und als Kebab in Klassen Feind zu sehen. Bis 2008 brillierte er in über 75 Rollen. Heute wird Zahner vor allem als Sprecher gebucht. Seine Stimme ist sein Markenzeichen.

Ulrike Figgener ist gebürtige Marlerin (NRW) und sammelte schon viele Erfahrungen bei nationalen und internationalen Galas, sang eine der Hauptrollen in Gerickes Romeo und Julia, war in der Produktion Simba oder das Löwenland in der Wiener Stadthalle zu sehen und feierte im Sommer 2009 ihr Debut bei den Aspacher-Festspielen als Ensemblemitglied in My fair Lady. Es folgte die Rolle der Mindy in Alan Balls 5 Im gleichen Kleid im Interkulttheater Wien sowie das Sondheim Tribute Konzert im Ehrbarsaal Wien. 2011 spielte sie unter anderem im Kindertanzmusical Der König der Löwen im Z 2000 (Stockerau) die Rolle des Pumba sowie auch im Ensemble von Aida auf der Felsenbühne Staatz! Im Frühjahr 2012 stand sie in der Rolle der Iris in Wenn Rosenblätter fallen sowie auch als Anna in der österreichischen Erstaufführung von Leben ohne Chris in Wien auf der Bühne um sich im Sommer 2012 als Madame Aubert auf die Titanic der Felsenbühne Staatz zu begeben. Sie schloss ihr Musicalstudium am Vienna Konservatorium in Wien ab, um gleich ihr erstes Engagement nach der Ausbildung als Cover Belle bei der Europatournee von Die Schöne und das Biest zu beginnen. Die Hexen von Eastwick war ihr erstes Stück am Theater Bielefeld.

Jonas Hein begann mit 16 Jahren sein Studium in Gesang, Schauspiel und Tanz an der Folkwang-Universität der Künste in Essen. Schon während seiner Ausbildung stand er in Pinkelstadt und als Roger in Rent auf der Bühne. Er gehörte 2007 zu den Preisträgern des Bundesgesangswettbewerbs in Berlin. Nach Abschluss seines Studiums spielte er an den Vereinigten Bühnen Bozen Jean Michel in Ein Käfig voller Narren. Von 2010 bis 2014 war Jonas Hein festes Mitglied der Musical-Company am Theater für Niedersachsen in Hildesheim und war dort in über 20 Produktionen zu sehen, unter anderem in den Uraufführungen Das letzte Einhorn und Zum Sterben schön, in den deutschsprachigen Erstaufführungen Side Show, Children of Eden und Rocky over the Rainbow sowie zuletzt als Gabe in Next to normal. 2012 nahm Jonas Hein an der Castingshow The Voice of Germany teil und arbeitete mit Xavier Naidoo zusammen. Im selben Jahr begleitete er als Solist das Weihnachtsspektakel im Circus Barum.

Der 1946 in Mühlbach in Rumänien geborene Schauspieler Benjamin Armbruster war von 1980 bis zum Beginn seines Ruhestands 2011 im Ensemble des Bielefelder Theaters, wo er in zahlreichen Rollen zu sehen war, u.a. als Orsino in Shakespeares Was ihr wollt, Bertram in The Black Rider, mehrere Figuren in Charles Ludlams Das Geheimnis der Irma Vep, Gus und Jack in Gewöhnliche Sterbliche von David Ives, Verkoffs in Poliakoffs Das Schweigen brechen, in Ralph Benatzkys Meine Schwester und ich, den Jorgos in Rainer Werner Fassbinders Katzelmacher, mehrere Rollen in der Uraufführung von Lothar Trolles novemberszenen (nach Döblin), Squenz (Prolog) in Shakespeares Sommernachtstraum, in Sophokles´ Oedipus, Graf Paris in Romeo und Julia und in Männer! Tore, Tränen und Triumphe. Zuletzt wirkte er in Schlachten//Samurai, Fürstengruft 200//Schiller, Wie es euch gefällt, Der Kirschgarten, Spieler und Struwwelpeter mit. Zudem spielte er sich mit seinen unzähligen Rollen in den Weihnachtsmärchen über viele Jahre in die Herzen der Kinder. Nach dem Besuch eines deutschen Gymnasiums studierte Benjamin Armbruster an der Kunstakademie für Theater und Film in Bukarest. Parallel zum Studium spielte er bei verschiedenen rumänischen Filmproduktionen mit und übernahm in Sergiu Nicolaescos Film Michael, der Tapfere die Hauptrolle. Seit 1966 arbeitete er überwiegend am Theater und gab viele Jahre lang den Winnetou bei den Karl-May-Festspielen in Elspe, wodurch er sich eine überregionale Fangemeinde erspielte. Darüber hinaus übernahm der Schauspieler, bekannt als Kampf- und Action-Spezialist, für viele Produktionen des Theaters auch die Einstudierung der Fecht- und Kampfszenen. In der aktuellen Spielzeit ist Benjamin Armbruster in Bonnie und Clyde und Sunset Boulevard im Bielefelder Stadttheater zu sehen.


  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Martin Becker
  • Sunset Boulevard in Bielefeld © Stephan Drewianka

Musikalische Leitung

William Ward Murta, geboren in Fort Smith/Arkansas und aufgewach-sen in Oklahoma, ist seit 1984 Musical-Kapellmeister am Theater Bielefeld. Er übernahm die musikalische Leitung vieler Produktionen wie Cabaret, Evita, Chicago, La Cage aux Folles, Piaf, Die Comedian Harmonists, der Uraufführung von James Lyons Für mich soll’s rote Rosen regnen, Franz Wittenbrinks Männer – Tore, Tränen und Triumphe, Sekretärinnen und Mütter, außerdem She Loves Me (2006), Jekyll & Hyde (2007), Me and My Girl, Guys & Dolls (beide 2008/09) sowie Crazy For You und in der aktuellen Spielzeit Bonnie und Clyde. Murta ist in Musikerkreisen ein gefragter Arrangeur; zahlreiche seiner Arrangements gehören zu den Standards von Musical- und Gala-Aufführungen im In- und Ausland. Darüber hinaus komponiert er eigene Musicals: 1987 M... wie Marilyn und sein Werk über das Leben von Galileo Galilei, Starry Messenger (Sternenbote), das 2004 sehr erfolgreich am Theater Bielefeld uraufgeführt wurde. Zu Beginn der Spielzeit 2010/11 folgte ebenso erfolgreich die Uraufführung von The Birds of Alfred Hitchcock.

Inszenierung

Thomas Winter war Sänger der Kölner Soulfunk Band Upstairs, bevor er von 1995 bis 1999 an der Folkwang Hochschule Essen Schauspiel, Gesang und Tanz studierte. 1997 gewann er den 1. Preis beim Bundeswettbewerb Gesang Berlin (Musical, Chanson, Song). Von 1999 bis 2001 war er als Schauspieler am Theater Heilbronn und von 2001 bis 2005 am Staatstheater Oldenburg engagiert. Seit 2005 arbeitet er als freier Schauspieler, war in Film- und Fernseh-produktionen wie Das Duo, Um Himmels Willen oder Der Baader-Meinhof-Komplex zu sehen und spielte u. a. am Theater Münster, in der Bar jeder Vernunft in Berlin und an der Deutschen Oper am Rhein. Er singt und spielt den Harry Frommermann im Ensemble der Urauffüh-rung Comedian Harmonists – Jetzt oder Nie am Theater am Kudamm in Berlin. Für dieses Ensemble schrieb und inszenierte er den szenischen Abend Comedian Harmonists – Ein neuer Frühling, welcher u. a. am Theater Trier, Theater Coburg, Theater Konstanz, dem Winterhuder Fährhaus Hamburg oder am Gasteig München aufgeführt wurde und wird. In Bielefeld war er bereits häufig auf der Bühne als Gast zu sehen, unter anderem als Sam im Musical Crazy for You und als Tapioca in der Oper L’Étoile (Der Stern). Seit der Spielzeit 2011/12 leitet Thomas Winter außerdem das LOFT im Theater Bielefeld. Dort inszenierte er zuletzt Die letzten fünf Jahre und Was machen Sie eigentlich hauptberuflich? und begründete Projekte wie Klassik ab Null oder Oper legt auf. In der Spielzeit 2012/13 führte er beim Musical City of angels im Stadttheater Regie.

Bühne und Kostüm

Ulv Jakobsen wurde 1962 in Berlin-Pankow geboren. Er studierte Design- und Bühnenbildstudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und machte 1993 sein Diplom. 1992 war er Assistent bei Robert Wilson. Jakobsen war an über 80 Produktionen als Bühnen- und Kostümbildner an verschiedenen Theatern beteiligt. Darunter das Nationaltheater Lubljana (Slowenien), das Deutsche Theater Berlin, das Staatstheater Schwerin und das Theatret Vart in Norwegen. Darüber hinaus arbeitete Jakobsen als Theater- und Filmautor in Schwerin, Bremerhaven und für den Kinofilm Die Datsche D (2003). Seine Theaterplakate wurden mehrfach ausgezeichnet und fanden Aufnahme in staatliche und private Sammlungen. Jakobsen lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Berlin.

© Pressestelle Theater Bielefeld