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Disney´s Musical Die Schöne und das Biest Backstage © Stephan Drewianka
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Hinter den Kulissen: Musical Die Schöne und das Biest

2005 tourte Disneys Musical Beauty and the Beast mit großem Erfolg durch die Niederlande, dem Heimatland der Stage Entertainment. Im Vergleich zur Broadwayfassung des Musicals, die von Dezember 1997 bis 2000 auch in Stuttgart zu sehen war, waren immense Anpassungen an Bühnentechnik, Licht, Kostüme und Maske notwendig, um die barocke Liebesromanze zwischen der schönen Belle und dem garstigen Biest in verschiedene Theater schicken zu können. Der Disneykonzern autorisierte diese völlig neue Stilrichtung, die ohne das gewaltige Schloss und die überfrachteten Kostüme auskam. Madame Pottine konnte ohne Goldrand und englischem Porzellanblumenmuster auch als modernere, schlanke Teekanne überzeugen und der Disney-Zauber mit den herrlichen Songs von Alan Menken verführte das niederländische Publikum auch in abgespeckter Version zum märchenhaften Träumen.

Dem niederländischen Erfolg der Tourneeproduktion haben wir es wohl zu verdanken, dass Das Musical Die Schöne und das Biest in dem komplett umgebauten ehemaligen TheatrO CentrO in Oberhausen, das nun unter dem Namen Metronom Theater geführt wird und mit 1700 Plätzen eine der größten Spielstätten der Stage Entertainment ist, am 18.12.2005 ziemlich genau 5 Jahre nach dem letzten Vorhang in Stuttgart seine Wiederauferstehung feiern konnte. Auch wenn mit Hauptdarstellerin Leah Delos Santos als schöne Belle die Erstbesetzung aus Stuttgart wieder mit von der Partie ist, hat sich bei der exklusiven Neuinszenierung eine ganze Menge verändert. Zwar orientierte man sich an der niederländischen Tourproduktion, die durch die permanente Spielstätte in der neuen Mitte in Oberhausen jedoch mit einem eigens für das Metronom Theater konzipierten, drehbaren Schlossportal erweitert wurde. Dieser ›Wandel‹ wird mit einem neuen Song für Belle im zweiten Akt, in dem ihr die Veränderungen im Verhalten des Biestes zum ersten Mal bewusst werden, unterstrichen, der am Broadway unter dem Titel ›A Change in Me‹ für Toni Braxton komponiert wurde und in Oberhausen nun seine Deutschlandpremiere feiern darf.

Musical-World geht weiteren Veränderungen der Neufassung hinter der Bühne bei Kostümen und Maske nach. Die Verwandlung von Menschen in belebte Gegenstände im verwunschenen Schloss des selbstsüchtigen Prinzen ist ein zentrales Thema bei »Die Schöne und das Biest«. Kaum einem Zuschauer des Musicalspektakels ist bewusst, wie viel Liebe zum Detail hinter den Kulissen ein wahres Heer an Schneidern, Maskenbildnern, Theaterplastikern, Licht- und Tontechnikern, Bühnenarbeitern, Requisiteuren, Schlossern, Tischlern und Kostümdesignern allabendlich investieren müssen, damit auf der Bühne aus Phantasie Realität wird.

Die 13-köpfige Kostümabteilung steht vor der einzigartigen Herausforderung, die menschlichen Darsteller in Kerzenleuchter, Teekannen und Pendeluhren zu verwandeln. Dazu wurden die voluminösen und schweren Kostüme in London jedem einzelnen Darsteller als Unikat auf den Leib massgeschneidert. Geradezu einfach gestrickt ist da noch Belles Ballkleid, bei dem 70 Meter feinste Organzaseide und Tüll und 30 Meter Spitze verarbeitet wurden. Zum Einsatz kommen bei den insgesamt 400 Kostümen auch Schaumstoff, Schaumgummi und Plastik. Kommen die sperrigen Kostüme, in denen einige Darsteller weder sitzen, noch geradeaus durch Türen spazieren können, in Deutschland an, geht die Feinarbeit bei den deutschen Kostümbildnern los: mit Sprühfarbe werden die makellosen Kostüme auf alt getrimmt und viele Kleider werden durch eine Spezialimprägnierung feuerfest gemacht. Denn Kerzenleuchter Lumière macht mit seinen beiden Flammenwerfern, die er an den Händen als Kerzen trägt, so manchem Darsteller Feuer unter dem Hintern. Da offenes Feuer auf der Theaterbühne eine Seltenheit ist, mussten Darsteller, Dresser und Bühnentechniker an einer speziellen Feuerschulung teilnehmen. Hier wird eine weitere Besonderheit dieses Stückes deutlich, denn backstage gibt es fest definierte Verantwortlichkeiten, doch gehört so ein Flammenwerfer nun zur Requisite oder den Kostümen?

Ähnliche Verwirrung gibt es bei den 220 Perücken, die mit Hüten und anderen exotischen Aufbauten mehr als nur Kostüm, Maske oder Requisite sind, jedoch ist aus anfänglicher Verwirrung schnell präzise Routine geworden. Während des Stückes verwandeln sich die Darsteller weiter und sind im zweiten Akt wesentlich gegenständlicher und starrer als noch im ersten Teil – vor ihrer endgültigen Rückverwandlung in echte Menschen. So muss jeder Charakter im Stück 3 Perücken tragen und die Kostüme werden unbeweglicher, bevor sie gegen alltägliche Kleider getauscht werden. Es verwundert deshalb nicht, dass in der so genannten Blackbox, die sich als dunkler Schlauch hinter der Hauptbühne befindet, ein reges Treiben der schwarz gekleideten fünf Dresser herrscht, die den Ensemblemitgliedern während der Vorstellung schnell und unkompliziert mit ihren am Kopf befestigten Lampen in ansonsten trüber Dunkelheit in die bereit gelegten Kostüme helfen. Insbesondere beim Quickchange zum Ende des ersten Aktes müssen innerhalb von 23 Sekunden mehrere Tänzerinnen von Tellern in Servietten verwandelt werden – das funktioniert nur, wenn vorher fleissig mit der Stoppuhr die Umzieh-Choreographie minutiös geprobt wird. Herr von Unruh kann stolz auf sein Geschirr sein, denn es ist bisher noch nie zu einer Panne gekommen.

Perfektion ist Trumpf - und das gilt natürlich auch für die furchteinflössende Maske des Biestes, die ebenfalls im Vergleich zur Stuttgarter Version einige Veränderungen erlebt hat. Die auffälligste ist vielleicht die jetzt nach hinten gebogenen Hörner, die eher an einen Widder erinnern, in der früheren Fassung aber bedrohlich spitz wie Stierhörner nach vorne zeigten (wie es übrigens immer noch auf dem stilisierten Musicallogo zu sehen ist). 90 bis 120 Minuten muss Hauptdarsteller Yngve Gasoy-Romdal die Schminktortur über sich ergehen lassen. Mittlerweile nimmt der sympathische Norweger die Verwandlung zum Biest gelassen hin, liest einen Roman oder hört während des Schminkens Musik.

Unangenehm mit klaustrophobischem Gefühl sei das Anfertigen der Kopfskulptur gewesen, bei der der komplette Kopf des Hauptdarstellers bis auf zwei kleine Nasenlöcher zum Atmen eingegipst wurde und über eine halbe Stunde aushärten musste. Jetzt dient dieses Schädeldouble den Maskenbildnern als Muster für Maskenteile der Nasen-, Kiefer- und Kinnpartie. Direkt auf diesem Ersatzkopf werden für jede Vorstellung die Latexschaumteile passgenau modelliert, die anschliessend in einem Ofen ausgebacken werden. Eine besondere Herausforderung sei es schon, mit den aufgesetzten Zähnen zu singen, doch auch dies meistert der Schauspieler perfekt. Es grenzt schon an ein kleines Wunder, dass die Rückverwandlung vom Biest in den perfekt gestylten Prinzen hinter der Bühne innerhalb weniger Minuten gelingt, aber das bleibt das Geheimnis der Maskenbildner…

Wenn die Show zu Ende ist, gehen die Dresser noch auf einen Kontrollgang, um auf der Bühne die wertvollen Straussenfedern von Staubwedel Babette, von denen 180 am Saum des Kostüms angenäht sind, einzusammeln. Am nächsten Morgen gehören sie mit zu den ersten, die das Theater betreten, um kleinere Reparaturen an den Kostümen durchzuführen. Dann werden die Kostüme gereinigt, gebügelt und zurecht gelegt, während die Kolleginnen und Kollegen aus der Maske einige der Perücken waschen und die Echthaarfrisuren neu frisieren, was bei einigen der bis zu 6 Kilogramm wiegenden Perücken einen vollen Tag in Anspruch nehmen kann. Die guten Geister der Show legen dann auch schon die 20 Kilo Haarnadeln bereit, die täglich verbraucht werden, damit es auf der Bühne wieder glaubwürdig erklingen kann: ›Märchen schreibt die Zeit‹…

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© Text & Fotos by Stephan Drewianka, Musical-World.de; dieser Artikel erschien auch in der Fachzeitschrift Blickpunkt Musical, Ausgabe 03/06, Mai-Juni 2006

Alles zum Musical Beauty and the Beast bei Sound Of Music!