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Mozart in Tecklenburg

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Patrick Stanke rebelliert als „Mozart“ in Tecklenburg

Auch Ethan Freeman, Anne Welte, Karin Seyfried und Adrian Becker am Start

Die Tecklenburger Freilichtspiele haben, passend zum Vorverkaufsstart Anfang diesen Monats, die Besetzung für ihr mit Spannung erwartetes 2008-er Saisonhauptstück, „Mozart!“, bekannt gegeben. Nachdem es die Spatzen bereits von den Dächern des nur im Winter etwas verschlafenen wirkenden Kleinstädtchens gepfiffen hatten, ist es nun auch offiziell. Patrick Stanke wird die Haupt- und Titelrolle in der ersten Freilichtinszenierung dieses Meisterwerks von Sylvester Levay und Michael Kunze übernehmen. Nach seiner überzeugenden Darstellung des Henry Jekyll und Edward Hyde in diesem Jahr schien der talentierte Wuppertaler für diesen Part, in dem der Norweger Ynge Gasoy-Romdal weiland in Wien und Hamburg ja ziemlich große Fußspuren hinterlassen hat, erste Wahl. Dies aber auch deshalb, weil Stanke bereits in einer anderen Mozart-Inszenierung, jener im Deutschen Theater in München, das rebellische Salzburger Musikgenie gegeben hatte – wenn auch ohne Perücke.

Aber auch die anderen Hauptrollen sind hochkarätig besetzt. Die Cast ist vom Feinsten und dürfte die Herzen vieler Musicalfans höher schlagen lassen. Kein Geringerer als Ethan Freeman, ein alter Tecklenburg-Veteran, wird, wie einst auch in der Neuen Flora in Hamburg, den Papa Leopold geben. Als großer, mächtiger Gegenspieler der Beiden in Gestalt des Fürstbischofs Colloredo tritt Marc Clear an, der spätestens seit seinem überzeugenden Debüt als Inspektor Javert  vor zwei Jahren einen dicken Stein im Brett der Münsterländer hat. Zum zweiten Male in Tecklenburg dabei ist Karin Seyfried – diesmal als Mozarts Schwesterherz Nannerl. Der Österreicherin war hier 2007 in beiden Produktionen (“Jekyll & Hyde“ und „Miami Nights“)  als „Lisa“ bzw. „Laura Gomez“ ein glänzender Einstand geglückt. Und Adrian Becker hat im Theater auf der Burg, egal in welcher Rolle, sowieso immer ein Heimspiel. Der Künstler aus Saarlouis schlüpft kommendes Jahr in die Rolle des Schikaneder. Anne Welte dürfte als Cäcilia Weber die richtige Frau am richtigen Ort sein. Wolfgang Höltzel ist als Graf Arco mit im Spiel, Michael Schüler übernimmt den Part des Fridolin Weber. Und die „Lucy“ dieses Jahres, Simone Geyer, singt „Irgendwo wird immer getanzt“. Sie spielt Mozarts Frau Constanze. Offen ist vorerst noch, wer es an den Ausläufern des Teutoburger Waldes „Gold von den Sternen“ regnen lässt. Auf die „Baronin von Waldstätten“ haben sich die Verantwortlichen noch nicht verständigen können. Für die Regie (und Choreografie) der weltweit ersten Mozart-Open-Air-Inszenierung zeichnet Cusch Jung verantwortlich, jener Mann, der in diesem Jahr in Tecklenburg auch „Jekyll & Hyde“ so packend umgesetzt hatte. Die musikalische Gesamtleitung liegt in den bewährten Händen von Tjaard Kirsch, bei der Ausstattung wird Karin Alberti wieder ganz tief in ihre Trickkiste greifen. 

Die Tecklenburger „Mozart!“-Cast ist komplett: Jana Werner als „Baronin von Waldstätten“

Damit wäre die Cast für die weltweit erste Freilicht-Inszenierung des Levay/Kunze-Hits „Mozart! komplett. Jana Werner wird im kommenden Jahr in Tecklenburg die Rolle der „Baronin von Waldstätten“, der Mentorin des rebellischen Musikgenies, übernehmen. Dies war bislang noch die einzige offene Position im Aufgebot der Produktion. Die beliebte Sopranistin genießt im Theater auf der Burg allemal Heimvorteil und war hier in den vergangenen Jahren in vielen Rollen zu sehen: bei „Joseph“ als Erzählein, bei „Camelot“ als Guenevere oder bei „Les-Miz“ als Fantine. Ob es freilich noch für die „Prinzessin der Herzen“ langt, bleibt offen. Das „Diana“-Musical , das unter der Regie von Eddy Habbema ja eigentlich diese Woche in Düsseldorf Premiere feiern und in dem Jana Werner neben anderen populären Künstlern wie Chris Murray, ihrem Mann Dean Welterlen, Mara Dorn und Gabriele Ramm die Titelrolle spielen sollte, ist ja ins (finanzielle) Schlingern geraten. Jetzt soll sich der Vorhang erstmals am 23. Februar in Dortmund heben. Aber auch das gilt als noch nicht ganz sicher.
 
Tecklenburgs „Mozart!“ hingegen ist in trockenen Tüchern. Auf und in Deutschlands größter Freilichtbühne muckt der Salzburger Komponisten-Gott  (mit oder ohne Rastafrisur) am 21 Juni erstmals gegen Papi und den Fürstbischof auf. Regie führt Cusch Jung, der in diesem Jahr daselbst auch „Jekyll & Hyde“ inszeniert hatte. Jung zeichnet in Personalunion auch für die Choreografie verantwortlich. Für die Hauptrolle haben Intendant Radulf Beuleke und sein Team Patrick Stanke verpflichtet, als Leopold Mozart wird Tecklenburg-Veteran Ethan Freeman (vergeblich) versuchen, den widerspenstigen Junior zur Räson zu bringen. Karin Seyfried ist das „Nannerl“ mit von der Partie, Marc Clear gibt den „Colloredo“. In weiteren Rollen Anne Welte als „Cäcilia Weber“, Adrian Becker als „Schikaneder“, Wolfgang Höltzel als „Graf Arco“ und Simone Geyer als „Constanze“.

Premiere von „Mozart“ ist übrigens am 21. Juni, während „Footloose“, das zweite große Stück der neuen Saison, am 1. August erstmals über die Bühne geht.

© by Jürgen Heimann

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