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Kiss Me, Kate in Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate in Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate in Kassel © N. Klinger

Premiere des Musicals Kiss Me, Kate in Kassel

Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © N. Klinger

Shakespeares vier Jahreszeiten am Staatstheater Kassel

Tom Ryser inszeniert den Cole Porter Musical-Klassiker Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel modern und eigenwillig. So öffnet sich zur Premiere am 24. Oktober 2015 der Vorhang zu einer leeren und dunklen Bühne, bei der hinten rechts eine Tür aufschwingt und sich der alte Pat (Peter Schenk) suchend nach dem richtigen Knopf zum Öffnen der Hinterbühne umschaut. Von dort betritt das gesamte Ensemble nebst Chor und Orchester schweigend den Theatersaal, um ihn zu erkunden. Erst als das Orchester im absenkbaren Orchestergraben Platz genommen hat, beginnt Hattie (Lona Culmer-Schellbach), den Showopener „Premierenfieber“ zu singen.

Susan Rigvava-Dumas als Lilli, Dirk Schäfer als Fred

Eine glänzende Einleitung für das Tournee-Ensemble um Fred Graham (Dirk Schäfer), das in Baltimore ihre Musical-Version von Shakespeares Der Widerspenstigen Zähmung aufführen will. Der Star der Show ist Filmsternchen und Ex-Ehefrau Lilli Vanessi, gespielt von Susan Rigvava-Dumas. Und genauso spannend wie das Theater im Theater auf der Bühne stellt man sich als Zuschauer in Kassel die Frage, ob die galante und vornehme Ex-Mrs. Denvers aus „Rebecca“ auch rotzfrech wie Katharina in der italienischen Komödie sein kann. Um gleich alle Zweifel zu beseitigen: sie kann es und zwar überzeugend! Im Zusammenspiel mit Dirk Schäfer gelingt ihr ein pointierter und schneller Schlagabtausch mit giftigen Worten und gut platzierten Backpfeifen, bis der Herr des Hauses zur Peitsche greift, um sein Kätchen mit Gewalt zu bändigen. Neben den ewigen Streithähnen, die ihren Rosenkrieg auf offener Bühne und Backstage austragen, wird das noch frisch verliebte, jugendlichere Paar energiestrotzend von einem blendend aussehenden Tobias Bieri als Bill Calhoun und dem sympathischen „Flittchen“ Charlotte Irene Thompson als Lois Lane perfekt verkörpert. Das dritte Pärchen ist zugleich das humorvollste, denn Tom Schimon als Klein und Bernhard Modes als Bernie dürfen als Gangster-Duo nicht nur aktuellstes Zeitgeschehen (Beckenbauer-FIFA und VW-Abgas-Skandal) dokumentieren, sondern bei den vielen Reprisen von „Schlags nach bei Shakespeare“ auch mal rappen. Aber bis zum finalen Happy-End ist es ein langer Weg und auch der Zuschauer hat bis dahin mit dem ein oder anderen ausgefallenen Regie-Einfall zu kämpfen.

Bühne in der Bühne

Auf der Haben-Seite steht das pfiffige Bühnendesign von Mayke Hegger, das tatsächlich auf der leeren Bühne des Staatstheaters aufbaut und immer als Backstage-Bereich der Show klar erkennbar bleibt. So sind selbst die Verkleidungen der Seitenbühnen entfernt worden, wo sich die Darsteller auf drei Etagen umziehen. Die beiden Garderoben der Hauptdarsteller, die in anderen Inszenierungen gern eng nebeneinander und mit ewig schlagenden Verbindungstüren versehen sind, fahren in Kassel als transparente Schminkspiegel seitlich rechts und links mit dem Orchester in die Höhe und werden vor dem Orchestergraben bespielt, was aufgrund der langen Wege schon sehr viel Dynamik ins Stück bringt. Dahinter steht auf der Hauptbühne ein kleinerer Drehkasten, der mit minimalen Requisiten und nur mit dem bunten Licht von Albert Geissel die Theaterbühne in Baltimore darstellt und mit seitlichen Treppen auch von oben betreten werden kann, wenn z.B. Schnee rieseln soll.

Wetterphänomene beim Musical Kiss me Kate in Kassel

Schnee bei Shakespeare? Jahreszeiten sind ein zentrales Thema beim Stück im Stück, denn die Kostüme von Uta Meenen decken das Wetterspektrum ab vom tiefsten Winter in Padua mit pelzbesetzten Mänteln, die aus Dr. Schiwago stammen könnten, über herbstliche Einmal-Plastik-Regencapes bis hin zu sommerhaften Shorts für den genial choreografierten Song „Es ist viel zu heiß“ zu Beginn des zweiten Aktes. Hier führt der alte Pat erstaunlich beweglich das Ensemble an, das sich unter den tief hängenden Deckenleuchten wie im Solarium erotisch räkelt. Trotzdem mutet das Theater im Theater abgesehen von den ausgefallenen Kostümen, die die Herren des Balletts auch mal in Corsagen stecken, recht karg an. Andere Produktionen trumpfen hier mit einer Balkonszene auf, in der Katharina gerne mit Topfpflanzen nach ihrem Freier wirft, aber ein schlichter weißer Vorhang mit einem in vielen Farben strahlenden Leuchtrahmen tut es in Kassel auch. 

Kiss Me, Kate in Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate in Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate in Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © Stephan Drewianka

Lillian Stillwell spornt als Choreografin mit den Dance Captains Hakan T. Aslan und Victor Rottier die zehn Tänzer/innen des Balletts auch während anderer Nummern im Stil modernsten Tanztheaters Porter untypisch, aber doch irgendwie zur Musik passend, zu Höchstleistungen an. Wenn es nach einem überraschenden Fächertanz mit eher für das Musical üblichem Jazz-Dance weitergeht, beteiligen sich praktisch alle Darsteller inklusive des großen Opernchores an den schmissigen Tanzschritten.

Leider war bei der Premierenvorstellung die Tontechnik bis zur Hälfte des ersten Aktes nicht in der Lage, Stimmen und Gesang gegen das üppige Orchester unter der versierten Leitung von Alexander Hannemann ausgewogen auszusteuern. Bemerkenswert ist, dass durch die Garderobenszenen der Orchestergraben auch immer wieder hochgefahren wird und so präsenter Teil der Backstage-Atmosphäre wird. Dazu gehört auch die offen auf der Bühne sitzende Souffleuse und eine rasselnde Geräuschkiste, die als running Gag gerne von Ensemblemitgliedern zur Unterstreichung der gespielten Szene scheppernd geschüttelt wird.

Cole Porters Musical-Klassiker in deutscher Sprache

In Kassel begegnet man einem entstaubten Porter-Klassiker komplett in deutscher Sprache in der Neufassung von Peter Lund, der mit einer exzellenten Besetzung auftrumpfen kann, dem man in der modernen Inszenierung aber nicht bis ins letzte Detail folgen kann. Vielleicht zollte das Premierenpublikum deshalb zwar gebührend Applaus, für Standing-Ovations reichte es jedoch nicht. „Kiss Me, Kate“ in Kassel ist zeitgemäße Musicalunterhaltung, die trotzdem nicht jedem gefallen wird.

© Stephan Drewianka, dieser Bericht erschien in gekürzter Fassung auch in der Fachzeitschrift Blickpunkt Musical, Ausgabe 79 (06/15), Dezember 2015 - Januar 2016, Bühnenfotos: N. Klinger, Schlussapplausfotos: Stephan Drewianka

Alles zum Musical Kiss me Kate bei Sound Of Music.

Kiss Me, Kate in Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate in Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate in Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate in Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate in Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate in Kassel © N. Klinger
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © Stephan Drewianka
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © Stephan Drewianka
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © Stephan Drewianka
Kiss Me, Kate am Staatstheater Kassel © Stephan Drewianka