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Musical Chess in Essen

  • Musical Chess im Aalto-Theater, Essen © Harald Reusmann
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Premiere Musical Chess 2008 im Aalto-Theater in Essen

In den 80er Jahren schoss der Song »One Night In Bangkok« von Murray Head an die Spitze der Charts und auch das Duett »I Know Him So Well« feierte in zahllosen Cover-Versionen (u.a. von Whitney Houston und ihrer Mutter Cissy) beachtliche Erfolge. Musicalfans wissen natürlich, dass diese Songs aus der Feder des ABBA-Teams Benny Andersson und Björn Ulvaeus stammen, die 1984 ihr erstes Musical Chess am Londoner West End auf die Bühne brachten.

Nobody´s On Nobody´s Side

So erfolgreich die Songs von Chess auch waren und es immer noch sind, so undurchsichtig und unnötig kompliziert ist die Handlung des Musicals Chess, die dem großen Durchbruch des Stücks – zumindest am Broadway – im Wege stand. Das Ränkeschmieden zwischen Russen und Amerikanern im kalten Krieg, das im Musical Chess auf den Schultern zweier um dieselbe Frau rivalisierender Schach-Weltmeister ausgetragen wird, überforderte zwischen politischen Intrigen und psychologischen Verwirrspielen das Publikum und ließ nach rund 210 Minuten zu viele Fragen offen. Die Story des Musicals Chess wurde mehrfach überarbeitet und in jeder Neuinszenierung fand sich ein anderes Finale, trotzdem blieb immer ein fader Nachgeschmack zurück. Nicht zuletzt wegen des Kinoerfolgs von Mamma Mia! (Mitte Oktober wurde die 4 Millionen Besuchermarke in Deutschland überschritten, was den Film bis dahin zum erfolgreichsten Kinohit 2008 machte) entdecken nach 24 Jahren die Stadttheater jetzt das immense musikalische Potential des Musicals Chess wieder neu und versuchen, das Stück modern ohne die Thematik des kalten Krieges im Vordergrund neu zu interpretieren.

Am 13. September 2008 feierte das Aalto-Theater in Essen die Premiere seiner Neuinterpretation des Musicals Chess in der Inszenierung von James de Groot und Paul Kribbe. Die erfahrenen Musicalexperten schmissen viel unnützen Ballast über Bord, strafften das Stück rigoros auf knapp 2 Stunden Spielzeit und konzentrierten sich dabei ausschließlich auf die Personenkonstellation der Hauptakteure. Dies kommt der Story zwar zu Gute, jedoch bleiben am Ende für all die Zuschauer, die die Handlung genauer hinterfragen, immer noch zu viel Fragen ungeklärt. Das kann jedoch den positiven Gesamteindruck, den diese opulente Show hinterlässt, kaum trüben. In Essen wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um eine professionelle High-Tech-Show des Musicals Chess auf die Beine zu stellen, die so manche Großproduktion locker in den Schatten stellt!

Haupt-Darsteller Musical Chess: Henrik Wager und Serkan Kaya

Renommierte Gastkünstler stehen auf der Chess Besetzungsliste: Die Rockröhren Henrik Wager (Frederick Trumper) und Serkan Kaya (Anatoly Sergievsky) machten bereits beim Essener Jesus Christ Superstar eine gute Figur. Kaya als besonnener und introvertierter Russe interpretiert das heimliche Highlight der Show »Anthem« zu Beginn ungewohnt ruhig, was dem intensiven Song über (Vaterlands-)Liebe einmal anders sein Gänsehautpotential entlockt. Wager ist als aufbrausendes Ekelpaket die Verkörperung des arroganten Amerikaners, zeigt im zweiten Akt aber seinen menschlichen Kern, als er versucht, seine verlorene Liebste zurückzugewinnen. Ihnen zur Seite stehen Femke Soetenga, die die Rolle der Florence Vassy zeitgleich ebenfalls in Dresden spielt und Claudia Dilay Hauf als Svetlana Sergievsky, die gemeinsam beim Duett »I Know Him So Well« ein harmonisches Frauenduo abliefern. Romeo Salazar als unparteiischer Schiedsrichter weiß seine kleine Rolle effektvoll zu nutzen und macht als Energiebündel positiv auf sich aufmerksam. Sollte einmal diese Erstbesetzung verhindert sein, hat man mit Ann Christin Elverum, Kai Hüsgen und Kristian Vetter einen nicht minder prominenten, alternierenden Cast besetzt, auf den man sich genauso freuen darf.

Symphonische Perfektion mit rockigen Tönen

Doch was wären die Darsteller des Musicals Chess ohne Musik? Die kommt mit symphonischer Perfektion unter der sicheren Hand des musikalischen Leiters Heribert Feckler aus dem Orchestergraben. Spätestens hier muss man bei Großproduktionen in letzter Zeit immer mehr Abstriche hinnehmen, da aus Kostengründen der gefürchtete Rotstift bei den Musikern immer als erstes ansetzt. Doch beim Musical Chess ist die Philharmonie Essen mit seinem Opernchor noch nicht opulent genug, denn für die rockigen Töne hilft das bereits bei Jesus Christ Superstar bewährte »United Rock Orchestra« aus. Ein Lob an den Ton von Helmut Baar und Axel Vent, der die kraftvollen Interpretationen der Darsteller nie im imposanten Musikteppich untergehen lässt.

Ausstattung des Musicals Chess

Die Ausstattung der vielen verschiedenen Szenen von Meran bis zum bunten Bangkok von Manfred Gruber ist ebenso üppig und verschwenderisch: beim »Mountain Duett« begegnen sich Florence und Anatoly auf einer imposanten Brücke, eine wirklich gigantische Buddha-Statue beherrscht die Bühne in einer ruhigeren Schlüsselszene im zweiten Akt, die Hebebühne lässt den Opernchor auf- und abtreten und ein Fernsehteam filmt das Geschehen der beiden Schachweltmeisterschaften in Rückprojektion, was bereits bei der Chess Premiere im West End die Emotionen der Darsteller selbst für die Zuschauer in den hinteren Reihen sichtbar machte. Bis auf den Rock, den Florence im Finale tragen muss und der an eine Schürze einer Kellnerin in einem Cafe erinnert, sind die über 400 Kostüme im Stil der 80er Jahre von Ulrich Lott und Sylvia Zuhr ein Augenschmaus.

Trotz perfekter Umsetzung des Musicals Chess in Essen nur zurückhaltende Reaktion des Premieren-Publikums

Warum war das Premierenpublikum des Musicals Chess bei einem solchen Feuerwerk an zündenden Ideen und perfekter Umsetzung so zurückhaltend beim Premierenapplaus? Vielleicht war die druckvolle Rockmusik in den Ohren der älteren Zuschauerfraktion doch einen Tick zu laut? Oder konnten die Damen und Herren der komplexen Handlung doch nicht folgen, da zudem in Essen alle Songtexte im englischen Original mit deutschen Übertiteln gespielt wurden? Denn einen Haken hat der neue Musical-Hit in der Ruhrmetropole leider immer noch, und das ist das Buch.

© Text: Stephan Drewianka, Musical-World.de; Pressefotos: Harald Reusmann

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