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Musical Chess am Aalto Theater Essen

Einführungsmatinee Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Einführungsmatinee Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Einführungsmatinee Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Einführungsmatinee Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Einführungsmatinee Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Einführungsmatinee Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Einführungsmatinee Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Einführungsmatinee Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Einführungsmatinee Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Einführungsmatinee Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Premieren Schlussapplaus Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Premieren Schlussapplaus Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Premieren Schlussapplaus Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Premieren Schlussapplaus Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Premieren Schlussapplaus Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Premieren Schlussapplaus Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Premieren Schlussapplaus Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Premieren Schlussapplaus Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka
Premieren Schlussapplaus Musical Chess in Essen © Stephan Drewianka

Stimmen zum Musical Chess

Bei der Einführungsmatinee zum Musical Chess am Sonntag vor der Premiere sprachen die Produzenten James De Groot und Paul Kribbe sowie der musikalische Leiter Heribert Feckler und die Darsteller über die Umsetzung des Stücks für das Aalto-Theater in Essen.

Die Produzenten des Musicals Chess in Essen

Paul Kribbe: Ich habe Chess in den 80er Jahren im Londoner West End gesehen. James und ich haben schon fünf Stücke hier in Essen gemacht und wir sind immer auf der Suche nach interessanten Werken. Wir haben oft darüber gesprochen, Chess hier im Aalto-Theater zu machen und jetzt kam auch vom Haus das O.K. Bei Chess geht es um das Spiel, das zu bekommen, was man will. Der Russe Anatoly Sergievsky tritt gegen den Amerikaner Frederick Trumper bei der Schach-Weltmeisterschaft 1980 an. Natürlich gibt es auch eine Frau, das ist die Managerin Florence Vassy, eine in den Staaten aufgewachsene Ungarin, die immer mit ihrer Familie auf der Flucht war und nicht weiß, ob ihr Vater tot oder in russischer Gefangenschaft lebt. Der Amerikaner ist ein unerwünschtes Kind, das von seinen Eltern nie wahrgenommen wurde. Das Problem des Russen ist, dass er als Wunderkind nicht er selbst sein darf, sondern mit all seinem Tun immer Russland repräsentiert. Diese drei Hauptfiguren haben jeder ein kompliziertes Jungendtrauma, das sie mit sich rumtragen. Florence wechselt in diesem Spiel vom Amerikaner zum Russen, und das bringt viele Verwicklungen. Im Stück spielt der Kalte Krieg noch eine große Rolle, in unserer Inszenierung aber weniger. Uns geht es mehr um die psychologischen Spiele, die man spielt, um ans Ziel zu kommen.

James De Groot: Bei Chess geht es vor allen Dingen um Macht und Manipulation zwischen den drei Hauptpersonen, die aber von Hintermännern, von amerikanischen Agenten und dem KGB getrieben werden. Am Ende stellt sich heraus, dass auch diese Personen nur Schachfiguren waren und nur eine Einzelperson alle manipuliert hat, so dass diese ihr Ziel durchsetzen konnte. Florence und Frederick sind ein Liebespaar und gleichzeitig auch wieder nicht: Florence versucht ihre Ziele durchzusetzen, während Frederick durch seine verkorkste Kindheit nie Liebe erfahren hat und ihr nicht die Liebe entgegenbringen kann, die Florence von ihm erwartet. Wir haben während der Proben festgestellt, dass es in ihrer Beziehung viele Parallelen zu Richard Burton und Elisabeth Taylor gibt: jeder reitet auf den Schwächen des Anderen herum und trotzdem sind beide hoffnungslos abhängig voneinander.

Stimmen der Darsteller des Musicals Chess in Essen

Femke Soetenga: Ich bin Holländerin und keiner kann meinen Nachnamen aussprechen. 2003 kam ich nach Hamburg zu Tanz der Vampire, habe Jekyll & Hyde gemacht und auch selbst ein Soloprogramm geschrieben. Die Rolle der Florence Vassy habe ich in Chess vorher schon zweimal gespielt. Für Essen habe ich versucht, in die Rolle so leer wie möglich zu gehen. Für mich ist es das erste Mal, dass ich diese Rolle auf Englisch singe. Die Dialoge sind hier zwar auch in Deutsch, aber sie unterscheiden sich stark von meinen früheren Engagements. Da steht mir eventuell etwas im Wege, es in Dresden komplett in Deutsch und am nächsten Tag hier in Essen dann auf Englisch zu singen. Die drei Chess-Produktionen sind so unterschiedlich, dass ich jedes Mal versucht habe, die Rolle komplett neu zu erarbeiten. Manchmal entdecke ich eine neue Seite der Rolle und denke, oh ja, das macht auch Sinn oder würde in der anderen Produktion auch gut funktionieren. Es ist interessant, die Rolle in jeder Produktion anders zu spielen, so dass es genau für diese Produktion das Richtige ist.

Henrik Wager: Ich bin vor kurzem Vater geworden. Meine Frau Deborah habe ich hier in Essen bei Jesus Christ Superstar kennengelernt. Das hat mich in den letzten Wochen Energie gekostet, aber jetzt ist unser Baby da und ich mache Chess und Jesus Christ Superstar in Ulm. Als Amerikaner Frederick Trumper zeige ich bei »Chess« nur wenig meiner weichen Seite, die zeige ich nur, wenn ich damit etwas erreichen will. Frederick ist laut, unhöflich, aber trotzdem hoch intelligent. Alles, was er macht, hat den Grund, mehr Geld zu verdienen oder seine Karriere voranzutreiben. Er hatte als Kind viele Probleme und ist ein schwieriger Typ, der auch keine Verantwortung für sein Verhalten anderen gegenüber übernehmen will . Ich kenne einen alten Arbeitskollegen, den ich mir als Basis für diesen Charakter genommen habe; der konnte auch nie zugeben, wenn er etwas falsch gemacht hat. Später im Stück zeigt Frederick aber auch eine andere Seite…

Serkan Kaya: Ich komme gerade von Dreharbeiten und spielte einen türkischen Fußballstar bei einer Folge von »Kommissar Rex«, die im November ausgestrahlt wurde. Das war sehr interessant, aber ich bleibe definitiv der Bühne treu – das macht wesentlich mehr Spaß! Beim Film beginnt man am Ende und dreht gar nicht chronologisch weiter, bis man plötzlich am Anfang ist. Hier in Chess spiele ich den Russen Anatoly, der von dem Wunsch getrieben wird, das auszuüben, was ihn ausmacht, und das ist Schach. Dieses Spiel basiert nur auf der Geschicklichkeit der einzelnen Spieler. So etwas wie Glück gibt es dabei nicht, jeder macht abwechselnd seinen Zug. In dieser Welt fühlt er sich wohl, doch die Umstände führen ihn dazu, Entscheidungen treffen zu müssen, die er eigentlich nicht treffen wollte. So wird er zum Spielball verschiedener Mächte, und das missfällt ihm zutiefst. Wie ein guter Schachspieler versucht er, einen Ausweg zu finden mit einer ganz überraschenden Wendung, selbst für ihn.

Romeo Salazar: Ich bin in Manila geboren, doch meine Familie ist nach Amerika ausgewandert und seit zwölf Jahren ist Deutschland mein zu Hause. Ich wohne am Niederrhein in einem kleinen Ort mit mehr Pferden als Einwohnern. Ich habe in Mary Poppins gespielt, doch das hat jetzt leider in London geschlossen und geht auf Tournee. In Essen spiele ich den Schiedsrichter, und ich bin James und Paul sehr dankbar, dass ich diese Rolle spielen darf. Im Musical gibt es leider nur wenige Rollen für Asiaten und ich kenne keine Inszenierung von Chess, in der diese Rolle ein Philippine spielt. Ich hoffe, dass es klappt.

Heribert Feckler: Als musikalischer Leiter freut man sich über ein Stück wie Chess. Da ist von Klassik bis zur Rockmusik einfach alles drin. Ich kenne kaum ein Musical, in dem harmonisch so viele verschiedene Stilrichtungen vorkommen. Es geht los mit rockig-aggressiven Klängen, aber es gibt auch klassisch orchestrierte Momente, die an Puccini erinnern, die man den beiden ABBA-Männern in dieser Form gar nicht zugetraut hätte. Dann gibt es große instrumentale Zwischenspiele, die spätromantisch klingen und hervorragend wie Filmmusik instrumentiert sind. Und es gibt Songs, die mit ihrem leichten Pop-Sound genau nach ABBA klingen, was die beiden über die Jahre natürlich perfektioniert haben. Seit Jahren freue ich mich darauf, dieses Stück zu machen. Es ist authentische Musik, die auch den Text perfekt integriert, so dass mir musikalisch kaum ein besseres Musical einfällt. Nach handwerklich kompositorischen Aspekten haben die ABBA-Jungs hier wirklich ein künstlerisch hochwertiges Stück geschrieben.
Ich habe meine eigenen Vermutungen, warum das Stück am Broadway kein Erfolg war. Für New York wurde das Musical komplett umgeschrieben, auch inhaltlich, und das war bereits der erste Fehler. Die Amerikaner haben glatt den Sieger des Spiels im Finale umgedreht. In Amerika kann es nicht sein, dass der Russe gewinnt! Das war ein kompletter Schuss ins Knie, denn die Geschichte machte in dieser Form nicht wirklich Sinn. Dazu kam, dass die Show unglaublich aufgeblasen wurde, die erste Show ging noch über vier Stunden lang. Nach den Previews war man immer noch bei drei Stunden und zwanzig Minuten. Die Kritiker schrieben nach der Premiere: Große Kunst, aber man ist irgendwann einfach gelangweilt.

Nach rund 50 Vorstellungen war Schluss am Broadway. Bei uns dauert es nur eine Stunde vierzig Minuten. Wir haben alles Gute drin gelassen und alles, was nicht das hohe Niveau halten konnte, wurde rausgeschmissen. So sind wir zu einem kurzen und knackigen Stück gekommen, wo wir nur die musikalischen Highlights zeigen. Das Symphonieorchester wird unterstützt von den engagierten Künstlern des »United Rock Orchestra«, das ich zu solchen Gelegenheiten immer gerne dazu hole. Ich kenne diese eingeschworene Truppe schon seit Jahren und bin überzeugt, dass mit dieser Unterstützung unsere Spielfreude auch über den Orchestergraben hinausreichen wird.

James De Groot: Da wir viele Dialoge und Songs gestrichen haben, wo sich die einzelnen Charaktere mit ihren vielen Facetten vorstellen konnten, sind gerade bei den weiblichen Rollen die warmherzigen und liebenswerten Seiten verschwunden. Florence wurde dadurch zu hart als reine Karrierefrau dargestellt. Um mehr Farbe in die Charaktere zu bringen, mussten wir viele Dialoge umschreiben, die dann als roter Faden das ersetzten, was wir durch die Streichung einiger Songs verloren hatten. Die Rolle der zweiten Frau im Stück, Svetlana, haben wir nicht gekürzt, die ist wirklich so kurz: sie ist die Frau von Anatoly, noch nicht geschieden, aber von ihrem Mann verlassen. Zwischen den beiden gibt es keine Kommunikation mehr, aber sie ist das Ass im Ärmel des KGB, als sie bei einer Fernsehshow in Bangkok im zweiten Akt plötzlich als Druckmittel auftaucht. Svetlana ist nicht die leidende Frau mit zwei kleinen Kindern, die verlassen wurde, sondern wir haben sie als starken Charakter eingeführt, damit Anatoly einen Grund hätte, zu ihr zurückzukehren. Beim Duett »I Know Him So Well« treffen beide Frauen aufeinander , die zwar voneinander wussten, aber sich noch nie gesehen haben. Anstatt sich zu streiten ist da aber plötzlich ein großes gegenseitiges Verständnis, bei dem jede einsieht, was sie in der Beziehung zu demselben Mann falsch gemacht hat – es ist ein beinahe freundschaftliches Verhältnis, welches die beiden Frauen durch ihre Erfahrungen teilen.

Claudia Hauf: Am Aalto-Theater wirkte ich bei Jesus Christ Superstar als Soul-Girl mit und bin jetzt als Svetlana zum ersten Mal in Chess mit dabei. Gerade das Duett »I Know Him So Well« lag mir immer schon am Herzen. Dieses Lied wollte ich nicht nur singen, sondern wirklich auch auf der Bühne spielen. Deshalb war mir das Casting so wichtig, und ich freue mich auf dieses Engagement. Ab und zu treibt es mich als Schauspielerin in den Fernsehbereich. Ich arbeite als Sprecherin oder als Songwriterin, doch das Musical steht für mich immer im Mittelpunkt.

Paul Kribbe: Das grandiose Bühnenbild sollte noch erwähnt werden! Im ersten Akt ist alles Schwarz -Weiß. Wir haben überdimensionale Schachfelder auf der Bühne und der Chor tritt als Schachfiguren auf. Die Schachfelder können angeleuchtet werden und vermitteln eine unglaubliche Tiefe, da sie bis über den Orchestergraben reichen. Jede Fläche bekommt durch andere Ausleuchtung einen anderen Inhalt. Unser Fernsehreporter, der die Schachweltmeisterschaft als Videoprojektion dokumentiert, steht z.B. genau auf so einer Fläche. Und wenn Frederick bei »Pity The Child« in seine Kindheit zurückreist, verwandeln sich die weißen Flächen in bunte Bauklötze in den Primärfarben. Es ist toll, wie man mit so einfachen Mitteln diese grandiosen Effekte erreichen kann.

Der zweite Akt spielt in Bangkok und das ist im Gegensatz zum minimalistischen Schwarz-Weiß wirklich schrill, bunt und überladen. In Bangkok interessiert sich kein Mensch wirklich für die Schachweltmeisterschaft, während im ersten Akt Meran das Ereignis gebührend feiert. Und dann ist da noch unser Ballett, das wir eigentlich in dieser Produktion entlasten wollten. Doch die haben so enthusiastisch mitgearbeitet, dass wir jetzt mehr Tanzszenen haben, als ursprünglich geplant war. Mehr wird aber nicht verraten, den Rest wird das Publikum selbst herausfinden.

© Text & Fotos by Stephan Drewianka, Musical-World.de

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