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Rock The Block am tic Kassel © Stephan Drewianka
Rock The Block am tic Kassel © Stephan Drewianka
Rock The Block am tic Kassel © Stephan Drewianka

Uraufführung des Elvis-Musicals „Rock The Block“ am tic in Kassel

Rock The Block am tic Kassel © Stephan Drewianka
Rock The Block am tic Kassel © Stephan Drewianka
Rock The Block am tic Kassel © Stephan Drewianka
Rock The Block am tic Kassel © Stephan Drewianka
Rock The Block am tic Kassel © Stephan Drewianka
Rock The Block am tic Kassel © Stephan Drewianka
Rock The Block am tic Kassel © Stephan Drewianka
Rock The Block am tic Kassel © Stephan Drewianka

Rhythmus hinter Gittern - Heartbreak Hotel "Teil 2"

Das Theater im Centrum (kurz tic) in Kassel spielt seit Jahren erfolgreich Musical-Compilation-Shows zu einem bestimmten musikalischen Thema. Neben „echten“ Musicals wie „Die letzten 5 Jahre“ oder erst kürzlich „Die Drei von der Tankstelle“ stammen die übrigen Stücke aus der Feder von Theaterleiter Michael Fajgel und beschäftigten schon einen Swinging Detective, Jekyll & Heidi, rockende Nonnen und lokale „Splash“-Bademeister. Selbst unheimliche Begegnungen der dritten Art gab es in „Rhapsody in Space“ Teil 1 und Teil 2. Kein Stück war jedoch so erfolgreich wie das Elvis-Musical „Heartbreak Hotel“, das seit seiner Premiere am 24.08.2007 immer wieder auf dem Spielplan des tic stand und für über 300 ausverkaufte Vorstellungen in über 9 Jahren sorgte. Dieses Musical war ein Stück im Stück: Ein kleines Theater plant ein Elvis-Musical, doch während der Proben springt der Hauptdarsteller ab und die weibliche Hauptrolle bekommt eine Kehlkopfentzündung. Da das Theater nur niedrige Gagen zahlt, reduziert sich das neue Casting auf nur zwei Bewerber, die zwar gute Stimmen haben, schauspielerisch aber komplett versagen. Während die Regieassistentin schon alle weiblichen Rollen im Stück übernimmt, schmeißt der gestresste Regisseur zunächst die zwei neuen Sänger raus und wirft dann selbst das Handtuch. Eigentlich ist der Traum von der Premiere geplatzt, aber die Assistentin gibt nicht auf und findet im Beleuchter ihren talentierten Elvis.

Musical Rock the Block - Uraufführung 2016 in Kassel

Nachdem „Heartbreak Hotel“ mit den größten Elvis-Hits der 50er Jahre jahrelang das Zugpferd des tic war, wurde es Zeit für eine Version 2.0 bzw. für eine Fortsetzung dieses Stoffes. Der King of Rock `n Roll (und ich meine jetzt nicht den King of Pop Michael Jackson) hatte schließlich noch viel mehr Hits als „Jailhouse Rock“ in den Charts. Und so präsentierte Regisseur, Hauptdarsteller und Autor Michael Fajgel am 15. April 2016 die Uraufführung von „Rock the Block – Das neue Elvis-Musical“.

Handlung Rock the Block

Im kleinen „Theater am Rand“ läuft der Vorverkauf zum neuen Stück „Rhythmus hinter Gittern“ schlecht und ein Sponsor springt auch noch ab. Der Theaterchef (Claudius Freyer) sieht sich gezwungen, den No-Name Hauptdarsteller Phil (Michael Fajgel) durch seinen Jugendfreund zu ersetzen, der als Darsteller schon in der erfolgreichen Vorabendserie „Hinter Gittern“ gespielt hat. Und dieser Martino Brando (Frank Felicetti) sagt tatsächlich sehr zur Freude der weiblichen Partnerin Patrizia (Inga Jamry oder alternativ Tanja Krauth) zu. Allerdings muss Phil nun seine Rolle abgeben, doch da ihm das kleine Theater und auch Regisseurin Wiebke (Sabine Guth) sehr am Herzen liegen, führt er Martino Brando gern in seine Rolle ein. Doch Mr. Brando ist nicht nur ein Schürzenjäger, der das weibliche Ensemble flachlegt, sondern zudem auch arrogant und hält es nicht für nötig, seinen Text zu lernen oder bei einem Radio-Interview pünktlich zu sein. Am Premierenabend ist das Theater ausverkauft, doch der Hauptdarsteller verschwunden. Können Phil und Patrizia mit Wiebkes Einfallsreichtum den Abend noch retten?

Zuschauer, die das Stück „Heartbreak Hotel“ bisher nicht gesehen haben, dürfen ruhig zum Theaterticket von „Rock The Block“ greifen, denn der Handlung kann man unbesorgt auch ohne Hintergrundwissen folgen, obwohl es sicherlich den besonderen Reiz ausmacht, die Vorgeschichte des jetzigen Hauptdarstellers Phil als ehemaligen Lichttechniker und Regisseurin Wiebke, die in Teil 1 ja nur das „Mädchen für Alles“ als Assistentin war, zu kennen. Das Bühnenbild von Oliver Doerr zeigt drei Gefängniszellen als Bühne des vielleicht gar nicht so fiktiven, kleinen Theaters. In einer Zelle hocken die zwei Live-Musiker Harry Stingl und Niklas Werner, die den 16 Elvis-Songs den instrumentalen Background geben und dabei besten Rock ´n Roll abliefern. Leider typisch für einen vorher ungeplanten zweiten Teil ist die Tatsache, dass die bekanntesten Elvis-Welthits schon im ersten Teil gespielt wurden und im neuen Elvis-Musical etwas unbekanntere Lieder wie „Surrender“, „Teddy bear“, „Stuck on you“, „Kiss me quick“ oder „Treat me nice“ auf der Songliste stehen. Zuschauer, denen das Lebenswerk von Elvis nicht so geläufig ist, werden zwar mit untypischen Songs überrascht, aber „Rock The Block“ funktioniert auch ohne den 100%igen Wiedererkennungswert recht gut. Denn die Rhythmen hinter Gittern gehen mit der Choreografie von Roman Komassa auch so in die Beine des Publikums. Die fünf Sänger interpretieren ihre Songs recht individuell und versuchen nicht, den King authentisch nachzuahmen, was eigentlich auch nicht gelingen kann. Die Kostüme von Riet Hannah Bernard beschränken sich nur in den Theater-Szenen auf Sträflings-Schwarz-Weiß im klassischen Streifenmuster. Im „realen“ Leben tragen die Darsteller knallige Primär-Farben, die als Ensemble einen harmonischen Kessel Buntes ergeben.

Anders als in den anderen Klamauk-Stücken des tic, die gegen Ende maßlos in ein furioses Finale gipfeln, das oftmals den Bogen überspannt, gelingt es in der Regie von Tanja Krauth diesmal, die Personen bis zum Schluss glaubwürdig zu zeigen, ohne dass alles im absoluten Chaos versinkt. So hat jeder Charakter seine liebenswerten Ecken und Kanten und selbst die eigentlichen Miesepeter, der überforderte Theaterdirektor oder der arrogante Brando, spielen sich Sympathiepunkte ein. Etwas vergeben ist indes, dass man als Zuschauer nicht wirklich in die Geschichte des Stücks im Stück eintauchen kann. Die Einzelszenen von „Rhythmus hinter Gittern“ bleiben Fragmente und ergeben kein geschlossenes Bild von der Handlung, die Regisseurin Wiebke eigentlich inszenieren möchte.

Ganz an den grandiosen Erfolg von „Heartbreak Hotel“ wird „Rock The Block“ vielleicht nicht anknüpfen können. Typisch für eine Fortsetzungsgeschichte fehlt dafür einfach ein Quäntchen Originalität. Wer gerne in die gute alte Zeit der 50er Jahre abtauchen möchte, findet im tic aber vielleicht gerade in den unbekannteren Elvis-Hits einen Nostalgie-Mix, der einen unterhaltsamen Abend garantiert. So darf zum Happy End nicht nur das „Theater am Rand“ eine erfolgreiche Premiere des neuen Elvis-Musicals feiern.

© Text & Fotos: Stephan Drewianka; dieser Bericht erschien ebenfalls in der Musical-Fachzeitschrift "Blickpunkt Musical", Ausgabe 82 (3/16), Mai-Juli 2016