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Interview mit Musical-Darsteller Ralf Novak

Ralf Novak feiert 30jähriges Bühnenjubiläum: Von der Elfe zum intriganten Löwen

Vor 30 Jahren stand Ralf Novak das erste Mal als Elfe in „Faust 1“ auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Er hatte gerade ein zweijähriges Schauspielstudium an der Theaterhochschule Leipzig hinter sich und absolvierte das dazugehörige zweijährige Praktikum am Staatstheater seine Geburtsstadt Dresden. „Eigentlich wollte ich ja Musiker werden“, lacht Ralf Novak. Vor seiner Ausbildung spielte und sang er in verschiedenen Bands, lernte Trompete und träumte von einer Karriere als umjubelter Rockstar. Doch seine damalige Freundin riet ihm, doch lieber das Schauspielfach zu probieren. Er tat ihr den Gefallen, spielte an der Theaterhochschule vor und wurde aus 2500 Bewerbern ausgewählt . „Zu meiner damaligen Freundin habe ich noch heute Kontakt“, verrät Ralf Novak, „sie hat mein Leben wirklich sehr beeinflusst“.

Ralf Novak aus der DDR über Budapest in die Bundesrepublik

Nach dem Schauspiel-Diplom 1977 hatte Ralf Novak kein festes Ziel vor Augen, sondern wollte „alles mal ausprobieren“. Nach Engagements an Stadt-, Musik- und Kindertheatern führte ihn der Weg nach Halle/Saale. Beim politischen Kabarett „Die Kiebitzensteiner“ bleib er dann sieben Jahre, das bisher längste Engagement für den unstetigen Dresdner. „Ich habe das Kabarett geliebt, aber es hat mir auch die Augen geöffnet. Die politische Auseinandersetzung war von der Regierung gewollt, aber auch von der Staatssicherheit kontrolliert. Ich fing an, mich mit der Politik intensiver auseinander zu setzen und beschloss, aus der DDR zu flüchten.“ Diesen Plan setzte Ralf Novak dann 1987 auch in die Tat um und kam über Budapest nach Deutschland. Sein erstes Engagement als Schauspieler in seiner neuen Heimat hatte er in Karlsruhe, und dort in der Nähe wohnt er auch heute noch mit seiner Frau und seinen drei Kindern.

Aber es hielt ihn nicht nur in Karlsruhe, in den nächsten Jahren spielte Ralf Novak an zahlreichen Theatern von Hamburg bis München und war auch in diversen Fernsehrollen zu sehen. Anfang 2004 las er Anzeige: ‚Akteure für Disneys Der König der Löwen gesucht!’ Die Herausforderung wieder Schauspiel mit Musik zu verbinden, führte das Multitalent zum Casting nach Stuttgart. Dort sang er für den bösen Königsbruder Scar vor und probierte sich auch als liebenswertes Warzenschwein Pumbaa. Im September kam dann die Nachricht: Ralf Novak war für die Erstbesetzung als Scar vorgesehen! Seit Februar 2005 steht Ralf Novak nun als intriganter Löwe auf der Bühne des Hamburger Theater im Hafen und wird allabendlich mit Standing Ovations bedacht. Dass die Kinder ihn manchmal leidenschaftlich ausbuhen, weil er die böse Rolle hat, nimmt er sportlich: „Das zeigt doch, dass ich Scar gut gespielt habe“, schmunzelt er, „Scar ist doch nicht nur böse, er kann einem auch Leid tun. Ich versuche, die Rolle mit einem Augenzwinkern zu spielen, da kommt wohl der Kabarettist in mir durch.“

Yoga und Krafttraining für die Rolle als König der Löwen

Für eine der wichtigsten Rollen in Disneys Musical Der König der Löwen hat Ralf Novak das Rauchen aufgegeben, trinkt kaum noch Alkohol und hält sich mit Yoga und Krafttraining fit: „Ich stehe sechs Tage die Woche auf der Bühne, am Wochenende mit Doppelvorstellungen. Das in meinem Alter durchzustehen, ist eine große Herausforderung“, sagt der 52jährige. „Ich freue mich, dass ich mein 30-jähriges Bühnenjubiläum bei so einer Produktion feiern kann. Jeder tut hier alles, damit Disneys Musical Der König der Löwen ein Mega-Erfolg bleibt. Ich erinnere mich an meine Probenzeit. Es gibt eine Szene, in der ich von einem hohen Felsen stürze. Ich hasse diese Szene noch heute , weil ich entsetzliche Höhenangst habe. Aber während der Proben, als ich schon dachte, ich schaffe es nicht, stand der Künstlerische Leiter plötzlich neben mir auf dem hohen Felsen – ich sah die blanke Panik in seinen Augen – aber er sagte tapfer zu mir „Siehst Du, ist doch gar nicht so schlimm hier oben…“ – da wusste ich, ich will es unbedingt schaffen!“ erzählt der Vollblutschauspieler von seinem derzeitigen Engagement.

Ralf Novak schaut mit Dankbarkeit auf seine 30jährige Bühnenvergangenheit: „Ich hatte immer ein Engagement und habe tolle Rollen gespielt – was will man als Schauspieler mehr?!“ Und er weiß: „Manche Dinge werden sich auch nie ändern: Ich kann monatelang über eine Niederlage mosern, aber auch kämpfen , so bin ich halt…“ Kämpfen wird sicher auch für sein ganz privates Ziel: „Ich träume davon, dass ich irgendwann in einem Schaukelstuhl vor meinem Haus sitze und ein Enkelkind auf dem Schoß habe.“ Aber jetzt freut er sich erst mal auf seine Frau und Kinder, die zu seinem 30jährigen Bühnenjubiläum im September nach Hamburg kommen. Und vielleicht kommt ja seine alte Bekannte aus Dresden, die ihm damals geraten hat, ins Schauspielfach zu wechseln. Eingeladen hat er sie jedenfalls…

© Texte & Fotos: Pressestelle Der König der Löwen