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Großes Interview mit den Musical Darstellern Monika-Julia Dehnert und Ethan Freeman

Die Bühne als Heimat von Musical Darsteller Ethan Freeman

Musical-World: Bei dem Titel Ihres Konzerts »Is This Home« liegt eine Frage nahe: Wo fühlt sich Ethan Freeman zu Hause?

Ethan Freeman: Die primäre Antwort lautet natürlich: Auf der Bühne. Unser Abend geht von seiner Botschaft auch in diese Richtung. Ich fühle mich in der Musik, in einem Stück und in einer Geschichte zu Hause. Natürlich gibt es daneben das weltliche zu Hause, ich war erst kürzlich zwei Tage in New York. Im Laufe der Zeit hat man ebenso in Deutschland einige Domizile aufgebaut, sei es in Bremen, Berlin und jetzt in Hamburg, doch wir sind leider viel zu selten dort. Deshalb bleibe ich bei meiner ersten Antwort: Auf der Bühne.

Konzert mit dramaturgischer Handlung

Musical-World: Und was bietet der erste Soloabend von Ethan Freeman dem Zuschauer?

Ethan Freeman: Zu hören gibt es eine ganze Menge, nach dem letzten Stand haben wir 25 Lieder aus unterschiedlichen Musicals und einige Eigenkompositionen sowie ein italienisches Canzone. Der Schwerpunkt liegt aber bei den Musicals, meist moderne Stücke, aber auch einige Stücke, die mir in meiner Jugend sehr bedeutsam waren, z.B. aus Fantastics oder Pippin, die für mich sehr prägend waren. Um diese Lieder haben wir eine Geschichte um zwei Personen gebaut, es ist ein Konzert mit einer dramaturgischen Handlung. Wir haben diesen Weg gewählt, weil ich mich nicht als Entertainer sehe, der allein und nicht in der eigenen Muttersprache auf der Bühne stehen kann, um dort Autobiographisches zu erzählt, Witze zu machen und eine nette Unterhaltung mit dem Publikum führt. Ich möchte durchaus etwas von mir preisgeben, aber dies nicht auf eine autobiographische Weise. Ich erzähle mit meiner Frau Monika, die bei der Entwicklung auch kräftig mitgearbeitet hat, nicht meine eigene Geschichte, sondern von einer Person, mit der ich mich zwar identifizieren kann, die mit meinem Lebensweg aber eigentlich gar nichts zu tun hat. Für mich zählt nicht, bei einem Konzertabend all das aufzuzählen, was ich im Repertoire habe, sondern den Zuschauer mit einer Geschichte zu berühren oder ihn zum Lachen zu bringen. Das kann ich als Theatermensch eher erreichen als reiner Sänger.

Entstehung des Konzerts »Is This Home«

Musical-World: Wie war der Entstehungsprozess von »Is This Home«?

Monika-Julia Dehnert: Wir beide arbeiten am besten unter Druck. Die Grundidee war schon länger da, aber wann diese beiden Figuren entstanden sind, kann ich gar nicht genau sagen. Als diese Idee, ein Konzert über diese Rahmenhandlung zu entwickeln, konkrete Formen annahm, ging es eigentlich sehr schnell. Mit der Erfindung der Figuren kam der Prozess so richtig in Gang. Da war es nicht mehr wichtig, aus welchem Musical nun welcher Song stammen sollte, sondern wir suchten Stücke, die genau auf die Gefühlssituation der Charaktere in unserem Stück passten. Und das ging dann relativ schnell.

Ethan Freeman: Konzeptionell hat die Idee über viele Monate gebrütet. Ich wollte einige Kunstgriffe einbauen, die ich auch durchgesetzt habe, weil sie mir wichtig waren. In den letzten zwei Wochen kam noch Regisseur Dr. Jürgen Schwalbe dazu, um seinen erfahrenen Blick darauf zu werfen, wo die Richtung vielleicht noch nicht stimmte. Das war auch eine sehr nette Zusammenarbeit. 

Monika-Julia Dehnert: In dem Moment, wo wir beide auf der Bühne stehen und gemeinsam proben, war es sehr hilfreich, zwei erfahrene Augen zu haben, die einmal aus der Zuschauer-Perspektive beurteilen, was wir uns da ausgedacht haben ohne gleich unser Konzept umstellen zu wollen. Ethan hat durch sein Engagement in Stuttgart auch gar nicht so viel Zeit gehabt, das jetzt bis ins kleinste Detail auszuarbeiten. Im Ebertbad haben wir schon so etwas wie ein Tryout.

CD Produktion des Konzerts geplant

Musical-World: Soll dies denn die einzige Vorstellung bleiben?

Ethan Freeman: Zunächst haben wir nur diese eine Vorstellung geplant, aber sollte es Zuspruch finden, hoffe ich schon, dass wir das auch in Zukunft noch häufiger aufführen können. Wir haben nur Marina Kommisartchik am Klavier, die auch locker ein ganzes Orchester ersetzt. Es ist schon sehr unmittelbar der Sänger auf der Bühne, obwohl sich unser Konzert deutlich von einem reinen Liederabend unterscheidet. Da wir den ganzen Pomp einer Großproduktion nicht haben und nur mit wenigen Dingen auf der Bühne auskommen, ist es mehr als wenn ich praktisch nackt nur als Ethan Freeman etwas präsentieren würde. Ich könnte nicht mit Geschichten aus meinem Privatleben über den Zeitraum von zwei Stunden das Publikum fesseln, deshalb habe ich diesen dramaturgischen Weg gewählt. Wir zeichnen diesen Abend auf und möchten gerne eine CD produzieren, doch da müssen wir erst sehen, ob die Qualität auch ausreichend ist und ob wir beide gut in Form sind. Wenn wir genügend gutes Material haben, ist es in unserem Interesse, möglichst zeitnah auch eine CD herauszubringen. Ich hoffe, dass es klappt.

Musical-World: Wie sind Ihre Eigenkompositionen zu Stande gekommen?

Ethan Freeman: Der Komponist in mir ist auch ein Teil von meiner Arbeit als Künstler. Kleine Inspirationen vor einigen Jahren haben mich dazu veranlasst, einige Songs zu schreiben. Ich bin kein Liedermacher, weil ich nicht zehn Songs im Jahr schreibe, sondern eher einen Song in einem Jahrzehnt. Aber mir gefallen die Dinge, die ich schreibe. Für das Konzert »Von Engeln und Dämonen« habe ich das Titellied konkret für den Anlass geschrieben. Meine Songs, die in »Is This Home« vorkommen, sind aber bei ganz anderen Anlässen entstanden. Ich hoffe, dass sie in diesen neuen Kontext passen und auch gut ankommen. Wenn man einen Song selbst kreiert, verliert man leicht die Objektivität, deswegen war uns auch die Mitarbeit eines Regisseurs in der Endphase wichtig, damit wir uns nicht selbstverliebt in unsere eigenen Ideen verknallen. Eine meiner Eigenkompositionen ist deshalb auch fast komplett gestrichen worden, weil wir einfach gemerkt haben, dass sie an dieser Stelle nicht richtig passte. Will man einem dramaturgischen Buch treu bleiben, kann man nicht jedes seiner Lieblingslieder auf Biegen und Brechen in die Show einbauen. Wenn alles gut läuft, kann man einen solchen Titel immer noch als Zugabe präsentieren.

Private Musik-Favoriten von Ethan Freeman

Musical-World: Was hören Sie privat am liebsten?

Ethan Freeman: Meine Eigenkompositionen gehen in die Richtung Jazzballade und das ist schon mein Geschmack. Musicals höre ich privat eigentlich sehr selten.

Monika-Julia Dehnert: Zu einem Musicalsong gehören eigentlich immer die Bilder auf der Bühne. Für mich zählt das Gesamterlebnis, da reicht es nicht, sich eine CD anzuhören. Klar, wenn man die Show gesehen hat, ist es eine schöne Erinnerung, oder wenn ich mich auf eine Audition vorbereite, kann ich mich inspirieren lassen, aber eigentlich ist Musical für mich ein Live-Erlebnis, wo ich drinsitzen muss.

Inhalt eines Musicals wichtiger als die Form

Musical-World: Sie spielen in kleineren Projekten wie Robin Hood, Bonifatius oder Dracula genauso wie in Großproduktionen wie Jekyll & Hyde, Das Phantom der Oper oder Die 3 Musketiere. Wo fühlen Sie sich eher zu Hause?

Ethan Freeman: Es geht um die Geschichte: Der Inhalt eines Musicals ist wichtiger als die Form, in der es präsentiert wird. Es ist immer schön, wenn man in beiden Richtungen tätig sein kann. Bei kleineren Produktionen hat man mehr Zeit für das Leben zwischendurch, als wenn man ein Jahr lang sieben Shows die Woche spielt, wie ich es grade jetzt mache. Momentan muss ich mir jede freie Minute aus Granit herausschlagen, doch für ein gutes Stück wie Die 3 Musketiere, das auch ein Publikumsrenner ist, nimmt man das gern in Kauf. Wenn man am Ende auf der Bühne steht und das Publikum tobt, dann ist man als Darsteller sehr zufrieden. Ausgeglichenheit ist mir aber auch sehr wichtig, deshalb kann ich mir gut vorstellen, nach dieser Zeit wieder in kleineren Produktionen zu spielen.

Musical-World: Ist es für Sie einfacher, in eine rein fiktive Person wie das Phantom, oder in eine historisch reale Persönlichkeit wie Bonifatius zu schlüpfen?

Ethan Freeman: Da gibt es keine Unterschiede, denn selbst eine reale Person wird auf der Bühne zu einer reinen Kunstfigur. Es würde vielleicht problematischer sein, wenn diese Person zeitnah sehr im Bewusstsein der Menschen ist, so dass jeder sie noch unverwechselbar vor Augen hat. Wenn ich den Leopold in Mozart! gespielt habe, hat niemand im Publikum diese Person jemals erlebt und die Person ist quasi gefiltert durch die Brille von Kunze/Levay und Harry Kupfer. Man erschafft deren Figur und keine Dokumentation über das wirkliche Leben von Mozart.

Interaktive Zusammenarbeit mit Regisseuren

Monika-Julia Dehnert: Ein Regisseur sieht sich den Darsteller in seiner Rolle auf der Bühne an und fragt sich, wie er mit genau diesem Schauspieler die fiktive Rolle mit Leben füllen kann. Er hat dabei nicht eine feste Traumgestalt im Kopf und versucht nicht, den Schauspieler genau in dieses Raster zu pressen, sondern möchte die Potentiale des Darstellers am besten für die Rolle nutzen.

Ethan Freeman: Mit einem guten Regisseur ist die Arbeit immer sehr interaktiv und es entsteht eine gemeinsame Kreation. Das kann ich besonders erwähnen bei der Arbeit für Jekyll & Hyde, da haben der Regisseur und ich unglaublich viel gemeinsam geschaffen, obwohl wir am Anfang gar nicht gleicher Meinung waren. Während der Proben haben wir durch lange Gespräche einen Weg gefunden, die Rolle so zu gestalten, dass sie unser beider Visionen entsprach. Bei einer Großproduktion, die direkt aus London importiert wurde, hat man als Darsteller viel weniger Spielraum, etwas komplett Neues zu schaffen als bei einer deutschen Uraufführung. Man hat in diesem Fall einen konkreteren Rahmen zu erfüllen. Trotzdem ist z.B. das Phantom eine so reichhaltige Rolle, dass es keinen Darsteller gibt, der nicht an seine Grenzen stößt. In Essen gab es vier Hauptdarsteller als Phantom und obwohl die Rolle stark vorgegeben war, hat jeder Schauspieler etwas völlig anderes gezeigt.

Monika-Julia Dehnert: Bei der Premiere habe ich Thomas Borchert gesehen und später dann Ethan, den ich in dieser Rolle noch nicht vorher gesehen hatte und es war ein komplett anderes Erlebnis. Keine Darstellung war falsch oder richtig, oder genauso, wie es sein sollte. Es liegt einfach jedes Mal eine andere Grundpersönlichkeit vor und die schimmert selbst durch die Maske hindurch.

Alte Klassiker Lieblings-Musicals von Ethan Freeman

Musical-World: Ihre Lieblingsmusicals sind aber eher die alten Klassiker wie West Side Story und Pippin. Wie kommt das?

Ethan Freeman: Das ist reine Sentimentalität. Ich mag auch am liebsten die Popmusik aus den 70ern. Als Oldie ist das auch mein gutes Recht. Ich finde die Shows so phänomenal konstruiert, bei denen sich Komödiantisches und Ernsthaftes die Waage halten und auch noch eine Botschaft vorhanden ist. Das macht für mich ein gutes Musical aus, wenn man sich totlachen kann und im nächsten Augenblick heulen muss. Das passiert natürlich auch in aktuellen Musicals, aber die Qualität der Texte hat seit der Popkultur einfach nachgelassen, moderne Stücke sind nicht so textbezogen wie die Klassiker. Die Rockmusik ist ja auch nicht unbedingt für intelligente Texte bekannt. In den 80er Jahren war es Mode, ein Musical komplett wie eine Oper durchzukomponieren und nur etwas Rock-Rezitative einfließen zu lassen, wie bei Les Miserables. Mir gefällt es eigentlich besser, wenn mehr Schauspielszenen in einem Musical vorhanden sind, wo der Dialog mit Musik unterlegt wird und der Zuschauer schon am Rhythmus merkt, dass jetzt ein Wandel einsetzt und die Musik dann zu einem gesungenen Solo oder Duett wird. So kann man noch mehr ausdrücken und das spricht mir genau aus dem Herzen. Diese Art Dialog und Musik vermisse ich aber in vielen modernen Musicals.

Ich stelle natürlich viel über den Gesang auf der Bühne dar und vielleicht fehlt mir sogar etwas von einem echten Schauspieler, der alles nur mit Dialogen und Mimik macht. Vielen Musical-Darstellern fehlt der richtige Schauspielunterricht und auch ich war oft zu faul, in diese Sparte mehr Arbeit zu investieren. Mein Vorteil ist vielleicht meine natürliche Begabung, insbesondere auf die dramatischen, großen Dinge bezogen. Wenn ich Jekyll & Hyde als Spielfilm oder als Sprechtheater machen sollte, bin ich mir nicht sicher, ob ich das könnte. Mir gefallen deshalb auch nicht alle Musical-Verfilmungen. Die Magie des Phantoms der Oper liegt darin, dass es ein Bühnenstück ist und der Kinofilm hat mir deshalb aus vielen Gründen nicht gefallen. Harold Princes Konzeptionierung des Bühnenstücks fand ich wesentlich interessanter, der damals eine Dokumentation im Fernsehen über das sexuelle Verlangen körperlich behinderter Menschen gesehen hatte. Das war sein Ausgangspunkt und das fand ich wesentlich interessanter, als das, was daraus im Film gemacht wurde. Bei der Verfilmung von Evita konnte man mit den Massen an Menschen und den Originalschauplätzen einmal eine realistische Version der historischen Ereignisse zeichnen, was auf der Bühne mit 20 Leuten nicht möglich ist. Chicago war als Film ebenfalls super.

Musical-World: Was bedeutet es Ihnen, auf einer CD-Einspielung vertreten zu sein.

Ethan Freeman: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es bedeutet mir nichts. Auf einer Original-Cast-CD dabei zu sein, ist auch etwas für die Nachwelt. Da kann ich in 30 Jahren sagen: »Guck mal, was ich damals gemacht habe«. Das ist schon eine Ehre…

Monika-Julia Dehnert: Mit einer Videoproduktion ist das noch etwas anderes. Ich habe in der deutschen Originalversion von Die Schöne und das Biest aus Köln die Belle gespielt und die Produzentin wollte die Show an zwei Tagen aufzeichnen lassen, um davon eine DVD zu produzieren. Da waren alle Darsteller tierisch nervös und ich bin mir sicher, dass wir am Wochenende davor viel stimmigere Shows hatten als die, die aufgezeichnet wurden. Es ist ein Druck da, wenn dich plötzlich Kameras filmen. Bei der Live-Show gibt es mal Tage, da ist die Show alberner als sonst, weil alle gut drauf sind oder eben mal ernster – das schwankt tatsächlich, doch bei der DVD wird das irgendwie statisch. Das Live-Erlebnis ist jeden Tag anders und das macht den Beruf so abwechslungsreich, selbst wenn man über einen langen Zeitraum immer die gleiche Rolle spielt.

Ethan Freeman zu Unterschieden der weltweiten Phantom der Oper Produktionen

Musical-World: Sie haben das Phantom in London, Toronto, Wien und Essen gespielt. Gab es da hausspezifische Unterschiede?

Ethan Freeman: Gerade in diesem Fall waren die Unterschiede minimal. Es ist schon etwas Business as usual, weil es ein Job ist. Andererseits fühlt man der Rolle und dem Stück gegenüber über die Jahre hinweg eine gewisse Verantwortung. Man steckt viel Seele in diese Rolle und hat den Willen, jeden Abend sein Bestes zu geben. Natürlich gibt es Tage, bei denen man nicht so gut drauf ist, oder an denen auch von der Technik nicht alles reibungslos funktioniert, aber das soll das Publikum gar nicht merken. Man hat auch einen gewissen Trieb, eine Show bis zum Ende perfekt zu präsentieren, vielleicht ist das das Adrenalin. Mir ist es bei Elisabeth mal passiert, dass ich am Ende der Show über das Kleid von Pia Douwes gestolpert bin und von einer Seitenplattform einen Meter auf meinen Ellbogen gestürzt bin. Mein Kinn blutete, mein Ellbogen war gebrochen, aber das habe ich erst richtig gemerkt, nachdem der Schlussapplaus vorbei war und ich ins Krankenhaus musste. Es ist leichter, mit körperlichem Schmerz zu spielen, als wenn die Stimme nicht funktioniert. Diesen Grenzweg bin ich leider auch schon einige Male gegangen, wo man dann mitten in der Vorstellung merkt, dass man besser nicht aufgetreten wäre. Mir ist es bisher noch nicht passiert, dass die Zweitbesetzung während der Show einspringen musste, obwohl das im Nachhinein das ein oder andere Mal vielleicht besser gewesen wäre. Meist heißt es aber Augen zu und durch. Ich habe mir für die Zukunft vorgenommen, es mir vor der Vorstellung zu überlegen, ob ich eine Show in der Qualität durchziehen kann oder nicht. Die letzten Jahre war ich aber sehr gut bei Gesundheit, so dass sich diese Frage eigentlich nicht gestellt hat.

Ethan Freemans Pläne für die Zukunft

Musical-World: Ändern sich ihre Rollen mit zunehmendem Alter und was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Ethan Freeman: Vielleicht subtil. Das Phantom habe ich sicherlich mit 29 Jahren anders gespielt als mit 48. Natürlich will man die Rolle nicht bewusst anders spielen, aber man ist einfach reifer und hat eine andere Lebenserfahrung. Das bereichert die Rolle und ich denke, dass ich nach 19 Jahren vielleicht eine stimmigere Vorstellung geben konnte als das sehr junge Phantom mit 29 Jahren. Meinen Weg, den ich damals unter den Fittichen von Regisseur Harald Prince beschritten habe, habe ich nie verlassen, auch wenn der Charakter darunter reifer geworden ist. Bei Charakterrollen hat man selbst im Musical, wo häufig auch nach dem äußeren Erscheinungsbild besetzt wird, einen größeren Spielraum, wer nun auf diese Rolle passt. Das Aussehen und vor allen Dingen die Ausstrahlung, die auch noch in 25 Metern Entfernung vom Publikum wahrgenommen wird, entscheiden, wer die Rolle bekommt. Der Typ muss stimmig sein. Nach weiteren 6 Monaten Kardinal Richelieu in den 3 Musketieren möchte ich wieder in einer kleineren Produktion spielen. Vielleicht auch mal selbstständig eine Eigenproduktion entwickeln. Ich habe Informationen über interessante Projekte, die ich gerne in den nächsten zwei Jahren machen möchte. Und eine Traumrolle, die ich neben Sweeney Todd sehr gerne einmal spielen würde, ist der Tevje aus Anatevka.

Musical-World: Viel Erfolg für ihre Zukunft.

© Interview & Fotos by Stephan Drewianka; dieser Bericht erschien in gekürzter Fassung auch in der Fachzeitschrift Blickpunkt Musical, Ausgabe 04/07, Juli-August 2007

Alles über Ethan Freeman und Monika Dehnert bei Sound Of Music!