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Der Studiengang Musical der Folkwang-Hochschule feiert »The Wild Party« in der Weststadthalle in Essen

  • Wild Party in Essen © Stephan Drewianka
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  • Wild Party in Essen © Stephan Drewianka
  • Wild Party in Essen © Stephan Drewianka
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  • Wild Party in Essen © Stephan Drewianka
  • Wild Party in Essen © Stephan Drewianka
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Vom Off-Broadway nach Essen

»Queenie was a blond« – so beginnt das Gedicht »The Wild Party« von Joseph Moncure March, das bereits 1928 sehr freizügig über die Nachtclub-Tänzerin Queenie und ihren eifersüchtigen Freund Burrs erzählt. Diese Zeilen inspirierten rund 70 Jahre später Andrew Lippa zu einem Musical, das am Off-Broadway im Manhattan Theatre Club am 24. Februar 2000 seine Premiere feierte. Am 02. Juli 2005 diente dieses Stück 12 Studenten der Folkwangschule als Abschlussprojekt ihrer Ausbildung zum Musicaldarsteller. Erstmals diente die dem Colosseum-Theater benachbarte Weststadthalle, in der sonst die Blues Brothers, ABBA, die Beatles oder andere illustre »Stars In Concert« an die Gastronomietische bitten, als Rahmen für sieben Vorstellungen dieses Musicals.

Handlung der wilden Party

Queenie (Schirin Kazemi) hat die Launen ihres Freundes Burrs (Lars Kemter) satt und will mit einer extravaganten Party wieder Leben in ihre festgefahrene Beziehung bringen. Unter den schillernden Gästen trifft auch die ehemalige Prostituierte Kate (Ico Benayga) mit ihrem mysteriösen neuen Freund Mr. Black (Artur Molin) ein, der in Queenies Augen der perfekte Kandidat ist, um Burrs eifersüchtig zu machen. Während Queenie  wild mit Black tanzt, nutzt Kate die Chance, um sich an Burrs heranzumachen. Trotz eines sehr verlockenden Angebots von Kate erkennt Burrs schließlich seine Liebe zu Queenie, aber er überrascht seine Freundin in den Armen von Black. Nach einem heftigen Streit dröhnt sich Burrs mit Drogen voll, verwechselt ein anderes Pärchen mit Queenie und Black und wird daraufhin vom empörten Gast niedergeschlagen. Als er mit Kate Stunden später wieder zu sich kommt, sucht er Queenie im ganzen Haus, wo die Party längst mit schlafenden Gästen zum Stillstand gekommen ist. Er findet sie schließlich im Bett mit Black und zieht eine Waffe. Noch während er unschlüssig ist, wen von den beiden er nun töten soll, kommt es zu einem Handgemenge der drei Beteiligten. Dabei löst sich ein Schuss und jemand fällt tödlich getroffen auf das Bett…

Die jungen Folkwang Talente in der Einzelkritik

Alle jungen Talente der Folkwangschule machen ihre Sache als angehende Musicaldarsteller sehr gut. Die jazzige Musik, die das Stück wie ein roter Faden neben Gospel, Soul und sexy Tango wie ein roter Faden durchzieht, ist nicht jedermanns bzw. -fraus Sache, denn Schirin Kazemi fühlt sich deutlich bei ihren stimmstarken Balladen wohler als bei frei improvisierten Jazzstücken. Lars Kemter überzeugte neben seinen gesanglichen auch durch seine schauspielerischen Fähigkeiten,  Patrick Stauf und Susanna Mucha hatten neben ihren komödiantischen Aspekten als ungleiches Pärchen Eddie und Mae auch ein fantastisches Tanzsolo, während Arthur Molin als Black bei seinem überzeugenden ›Poor Child‹ nach flauem Start so richtig aus sich herauskam und Ico Benayaga eine herrlich intrigante Schlampe spielte. Aus dem restlichen Ensemble überzeugten Matthias Stockinger und Marc Liebisch als Komponisten-Brüder d´Armano, die die Party in Schwung bringen und der quirligen Kathrin Osterode, die als lesbische Madelaine True vergebens auf Frauenjagd geht.

Gelungene Reifeprüfung der neuen Musicaldarsteller

Präsentiert werden die Songs der Show in einem nicht immer schlüssigen Mix aus deutscher Übersetzung und englischem Original mit Unterstützung einer fünfköpfigen Band. Doch während alle Darsteller ihre Reifeprüfung auf der für die ausladenden Tanzszenen beängstigend kleinen Bühne fabelhaft meisterten, kann man der Tontechnik dieses Prädikat leider nicht ausstellen, da die Stimmen der Darsteller im viel zu laut abgemischten Orchester beinahe komplett untergingen und in der Weststadthalle im Echo verhallten. Auch waren die Paravent-Trennwände, die den Tatort Schlafzimmer von der restlichen House-Party abtrennen sollten, für einige Darsteller nicht so simpel zu handhaben. Trotzdem konnte die wilde Party mit ihrem erfrischend jugendlichen Discostil der 80er Jahre für sich einnehmen. Man darf freudig gespannt auf die nächsten Projekte dieser frischgebackenen Musicaldarsteller sein.

© Stephan Drewianka

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