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Technische Daten:

Original Wien Cast CD Musical Hair mit Drew Sarich, Kyrre Kvam, Pheton D. Quirante, Susa Meyers, Ilse La Monacas
Höhepunkte der Neuinszenierung des Raimund Theaters
Musik: Galt McDermont
Texte: Gerome Ragni, James Rado
66 min, 33 sec
BMG Classic 2001

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Musical Hair - Wiener Fassung auf CD

Musical Hair Wien Cast CD

Radikale Neuinszenierung des Musicals Hair

Dort, wo vor 33 Jahren bei der Uraufführung noch eine wilde Haarmähne wucherte, ziert nun ein glattrasierter Kahlkopf das Musical Logo - erste Zeichen für die radikale Neuinszenierung des Hippi-Klassikers Hair von 1968 als Musical, welches am 10 März 2001 die altehrwürdigen Hallen des Raimund Theaters in Wien mit ungewohnten Rock-Klängen erstmals erzittern ließ und ab Herbst 2001 die Nachfolge von Jekyll & Hyde in Bremen antritt.

Auflehnung gegen das Establishment und Realitätsflucht in Drogen, Sex und Sekten

Vergessen sind Flower-Power, Haschisch und Vietnam-Krieg: Love-Parade, Ecstasy und Balkan-Krieg stehen auf dem Programm. Auch wenn man heutzutage niemanden mehr mit sexueller Revolution und Nackedeis auf der Bühne schockieren kann, ist das Grundthema “make love not war” auch im Jahre 2001 aktuell. Und so wollen die nach Freiheit strebenden Jungs immer noch ihre Einberufungsbefehle zum Militärdienst verbrennen und in Demonstrationen gegen Umweltverschmutzung, Rassenhass und Ausländerfeindlichkeit marschieren. Die Auflehnung gegen das Establishment in der Flucht in eine starke Gemeinschaft, die mit Religion und Regeln nichts anzufangen weiß und die Realitätsflucht in Drogen, Sex und Sekten sucht, scheint immer noch ein aktuelles Thema zu sein, auch wenn heute die emotionale Zusammengehörigkeit der Individualitätsverwirklichung gewichen ist. Die Grundhandlung von Hair hat sich kaum verändert, auch wenn die Grundhaltung eine neue ist.

Kennengelernt habe ich das Musical Hair durch die Verfilmung von Milos Forman von 1979. Die veränderte Handlung konzentrierte sich hauptsächlich auf die zwei verschiedenen Freunde Claude und Berger, bei der Claude seine Anti-Kriegs-Haltung doch nicht umsetzt und für das Vaterland ehrenhaft im Vietnamkrieg stirbt. Bewegter war ich beim Besuch einer Tourneeproduktion vom Broadway, die vor 10 Jahren durch Deutschland tourte. Zwar war die Handlung immer noch relativ flach, aber in den rund 180 Minuten vermittelten die Schauspieler mir durchaus ein Verständnis der Hippie-Kultur, so daß man doch wesentlich mehr Mitgefühl für die Flower-Power-Clique entwickeln konnte.

Modernisierung des Musicals mit Relikten aus 60er Jahren

Die Wiener Inszenierung des Musicals Hair macht hier einen Rückschritt, denn durch die ungewohnte Modernisierung der Thematik ins neue Millennium bleiben einige unglaubwürdige Relikte aus den 60er Jahren übrig, die nicht so recht ins Bild der Neuinterpretation passen wollen, oder kennen Sie Teilnehmer der Love-Parade, die fanatisch “Hare Krischna” grölen würden?

Ähnlich erging es mir beim Hören der CD-Einspielung dieser Fassung des Musicals Hair. Für Wien mehr als ungewöhnlich, beließ man die Stücke im englischen Original, ersetzte aber den weichen Woodstock-Gitarrensound durch harte E-Gitarre und scratschte sich im Trip-Hop, Alternate, Hip-Hop und Chill-Out-Stil durch alte Klassiker wie “Aquarius”, “Sodomy”, “Manchester England”, I Got Life”, “Hair”, “Easy To Be Hard” und “Black Boys - White Boys”. Der Gitarren-Rock ist mir persönlich bei einigen Stücken einfach zu hart und trifft daher nicht immer die emotionalen Stimmungen auf der Bühne. Andererseits sind die Songs “Where Do I Go?”, “Let The Sunshine In” und “Good Morning Starshine” (hier im netten Samba-Sound) immer noch umwerfend und bieten im neuen Soundgewand eine willkommene Abwechslung zu älteren Produktionen. Alle Darsteller sind nach österreichischer Sitte top besetzt, auch wenn in den vornehmlich auf Ensemble-Nummern ausgerichteten Songs überragende Einzelleistungen einfach untergehen.

Fazit: Die 68er im neuen Jahrtausend - Die CD der Wiener Produktion des Musicals Hair ist vornehmlich hart, aber manchmal auch herzlich. Für einen 33 Jahre alten Musical Klassiker gibt es bei Hair für Rockfans Interessantes zu entdecken.

© Stephan Drewianka, Musical-World.de

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