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CD

Technische Daten:

Original Studio Cast mit Chiara Zeffirelli, Elena Cojocaru, Jade Laura d´Angelis, Nikola Todorovitch, John Greaves
Musik: Jean-Patrick Capdevielle
Texte: Jean-Patrick Capdevielle
51 min, 56 sec
Universal France (Pendragon Records) 2001

Musical Atylantos - Original Frankreich Cast auf CD

Musical CD Atylantos Atlantis Frankreich Cast

“Atlantis, sagenumwobene Insel, größer als Asien und Libyen zusammen, lag jenseits der Säulen des Herakles im Atlantischen Ozean. Ihr erdgeborener erster Bewohner, Euenor, heiratete Leukippe, und sie hatten eine Tochter, Kleito. Poseidon, der Schutzgott der Insel, wurde Kleitos Liebhaber, und sie gebar fünfmal Zwillingssöhne. Poseidon teilte die Insel und ihre Bevölkerung unter diese Söhne auf und machte Atlas, den ältesten, zum Oberkönig. Atlas lebte in einem Palast auf einer Akropolis genau in der Mitte der Insel. Poseidon hatte diesen Hügel mit kreisförmigen Ringen von Wasser und Land umgeben, um Kleito zu schützen. Die arbeitsamen Bewohner von Atlantis verbanden ihn mit dem Rest der Insel und dem Meer mittels Brücken, Kanälen und Tunneln.

Die Bewohner von Atlantis wurden wohlhabend und äußerst mächtig, als sie ihre Herrschaft in Europa bis nach Norditalien und in Libyen bis nach Ägypten ausdehnten. Die Nachkommen des Poseidon herrschten viele Generationen lang mild und gütig, aber als ihr göttliches Blut immer mehr durch sterbliches geschwächt wurde, wurden sie anmaßend und tyrannisch und wollten die übrigen Völker der Welt unterwerfen. In einem lange währenden Krieg wurden sie von diesen Völkern unter der Führung Athens besiegt. Später wurde Atlantis durch ein ungeheures Erdbeben vernichtet. Die Insel versank im Meer. Das Erdbeben und die nachfolgenden Flutwellen schwemmten die meisten Völker der bekannten Welt einschließlich der Athener hinweg.

Die Legende von Atlantis ist nur aus zwei eng zusammenhängenden Dialogen Platons bekannt, dem Timaios und dem unvollständigen Kritias. Hiernach soll sie Solon von Ägyptern berichtet worden sein, und die Ereignisse sollen sich um 9500 v. Chr. zugetragen haben. In der griechischen Mythologie spiegeln sich jedoch keine Erinnerungen an Atlantis wider, und da Platon die Geschichte erzählt, um eine politologische These zu verdeutlichen, könnte er sie gut zu diesem Zweck erfunden haben. Dennoch sind unzählige Theorien entwickelt worden, die die Lage und das Schicksal des 'untergegangenen Atlantis' betreffen. Die neueste berücksichtigt die katastrophalen Explosionen, die bei mehr als einer Gelegenheit große Teile der Insel Thera zerstörten.” 

Lit.: Reclams Lexikon der antiken Mythologie (Stuttgart 1974, S. 117).

Die Sage von Atlantis inspirierte bereits viele Dichter und Künstler zu bewegenden Werken über Liebe und Tod. Noch vor dem Disney-Flop, der das Thema des hochzivilisierten untergegangenen Volkes in einem ungewöhnlich brutalen Zeichentrickfilm mit fliegenden Fisch-Flugzeugen und rotierenden Mega-Kristallen verballhornte, gab es bereits mehrere Musical-Adaptionen, die den klassischen Sagencharakter viel besser umsetzten. Nach einem erfolgreichen schwedischen Musical, welches stilecht in einem Wasserturm aufgeführt wurde, sorgen nun mal wieder die Franzosen für eine moderne Umsetzung als Musical.

Klassik meets Pop: Ganz unter diesem Motto vereint Komponist Jean-Patrick Capdevielle hier diese zwei gegensätzlichen Musikstile, die noch am ehesten an ein Album von Sarah Brightman und den 3 Tenören mit einem Schuss gregorianischer Gesänge erinnern. Zu Synthesizer-Percussion mit großem orchestralen Geigenhintergrund singen die vier klassisch ausgebildeten Solisten und ein üppiger Chor in der Opernsprache Italienisch! Nur einleitende Worte des Erzählers in Englisch helfen, der Handlung in ihren Grundzügen zu folgen:

Die hochmütigen Bewohner der Insel Atlantis verurteilen die Liebe von Prinzessin Aira zu einem Dieb. Als die beiden flüchten wollen, werden sie vom wütenden Mob verurteilt, auf dem Scheiterhaufen zu sterben. Doch die unsterbliche Liebe hat die Götter bewegt und so löschen sie mit sintflutartigen Regenfällen die bereits entzündeten Feuer. Als die Menschen jedoch nicht zur Einsicht gelangen, lassen die Götter Atlantis durch ein Erdbeben im Meer versinken.

Zu sphärischen Klängen mit permanenter Regenkulisse zwischen den einzelnen Songs verwöhnt Capdevielle den Hörer mit bezaubernden Kompositionen mit verblüffenden Rhythmen und klassisch hochkarätigen Stimmen, auch wenn mitunter die permanent hohen Töne der Sängerinnen das ungeübte Ohr enervieren. Während Freunde der Klassik wegen des permanenten Percussion-Basses sicher den Kopf schütteln werden, werden Pop und Techno-Freaks mit den klassischen Stimmen der Darsteller nichts anfangen können. Mir als Fan der Klassik-Pop-Kultur eines Londoner Symphonieorchesters, das auch schon mal Pavarotti, Carreras, Domingo & Co. auf ihren Abwegen in die Unterhaltungsmusik begleitet, gefällt diese moderne Klassik trotz italienischer Sprache jedenfalls ungemein.

Fazit: Ein Musical-Sonntagskonzert der besonderen Art.

Per Frankreich-Import kann das gute Stück von Amazon.fr im Briefkasten landen.

Alles zum Thema Atylantos bei Sound Of Music.

© Stephan Drewianka