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Technische Daten:

DVD Musical Romeo & Juliette; Regionalcode: 2; Sprachen: Französisch Dolby-Digital 5.1; Französisch DTS; Untertitel: Französisch, Französisch für Schwerhörige; Länge: 140 min +  90 min Bonusmaterial auf 2. Disc; Hersteller: TFI Video Universal France

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Französisches Musical Romeo & Juliette auf DVD

Musical Romeo & Juliette auf DVD

Mega Musical-Event

Momentan befindet sich das Genre des französischen Musicals in absoluter Höchstform. Wenn am Broadway, in London und in Deutschland die Lichter für so manches Long-Run Musical für immer verlöschen, werden in Paris die Scheinwerfer für ein Mega-Event nach dem anderen auf volle Leistung gedreht. “Notre Dame De Paris” war aufregend neu, “Ali Baba” ein fulminantes Vergnügen, “Les Dix Commandements” ein bombastischer Erfolg, doch das neue “Le Spectacle Musical” aus der Feder von Gerard Presgurvic, welches 2001 im gigantischen Palais des Congres de Paris aufgeführt wurde sprengt alle bisherigen Dimensionen: 13 hochtalentierte Hauptakteure lassen mit 32(!) Tänzern die tragische Love-Story von William Shakespeares “Romeo und Julia” in moderner Aufmachung, die jede Inszenierung der “West Side Story” wie eine angestaubte Gute-Nacht-Geschichte wirken lässt, zu einem theatralischen Highlight werden.

Die klassische Geschichte nach Shakespeare

Dabei hält sich die Story wirklich strikt an das klassische Vorbild: In Verona bekämpfen sich die beiden Adelsfamilien Montaigu und Capulet bis aufs Blut. Während sich Julia Capulet auf ihre Hochzeit mit dem arroganten Grafen Paris vorbereiten soll, streift der einzige Sohn der Familie Montaigu Romeo mit seinen Freunden Mercutio und Benvolio auf der Suche nach Abenteuern durch die Straßen. Julias Cousin Tybalt kommt mit seinem Gefolge dieser Gang in die Quere, was zu heftigen Auseinandersetzungen führt. Auf einem Maskenball sollen die Wogen geglättet werden. Verkleidet hinter Masken begegnen sich hier Romeo und Julia und verlieben sich auf den ersten Blick. Julia hat keinen Blick mehr für ihren Verlobten übrig, was natürlich die Eltern sehr verstört. Die unglücklich Verliebten erhoffen sich Hilfe von Verbündeten: Amme und Zofe Julias arrangieren heimliche Treffen und ein Abt nimmt den beiden ihre Liebesschwüre als Zeuge vor Gott in der Kirche ab. Aber wer will sich auf die Dauer nur im rankenden Efeu am hohen Balkon treffen, wenn Amors Pfeil so tief im Herzen steckt? Nach einem ausgedehnteren Treffen fliegt die heimliche Beziehung auf, beide Familienclans geraten aneinander und Tybalt tötet Mercutio, der seinen Freund Romeo in Schutz nehmen will, mit einem Messer. Wutentbrannt und voller Zorn rächt Romeo seinen Freund und ersticht den verdutzten Tybald. Durch das hohe Gericht wird Romeo aus der Stadt verbannt.

Das tragische Ende der Liebenden

Julia schmiedet einen Plan, um dem Ränketreiben der Familien endgültig ein Ende zu bereiten: mit einem starken Schlaftrunk will sie sich in Todesstarre versetzen, damit durch den Schock ihre Eltern zur Vernunft kommen und ihrer Liebe zu Romeo ihrem Tod den Vorrang geben. Doch die Nachricht vom Plan Julias geht auf dem langen Weg zum flüchtenden Romeo verloren. Die Nachricht vom angeblichen Tod Julias wird ihm aber sehr wohl von Benvolio überbracht. In Windeseile ist der leidende Liebende in der Gruft, in der Julia aufgebahrt wird. Und wie es der Zufall will, hat man als verzweifelter Teenager auch immer ein Fläschchen Gift in der Tasche, um der Dame des Herzens in die Ewigkeit zu folgen. Gerade als Romeo den letzten Atemzug getan hat, kommt die schlafende Schönheit wieder zu sich. Auf den Lippen des Geliebten findet sie Trost in den letzten Tropfen Gift. Als am Morgen die Familien die Toten in inniger Umarmung finden, beweinen beide Clans den Verlust ihrer Kinder und begraben mit Romeo und Julia endlich auch ihre uralte Fehde.

Stimmungsvolle Show mit tollen Hauptdarstellern

Mit Bravour ist es Gerard Presgurvic gelungen, die Gefühlswelt in stimmungsvolle Musik umzusetzen, die dabei jedoch keinesfalls klassisch, sondern in zeitgemäßem Pop- und Discosound die französischen Charts im Fluge erklommen hat. Lange bevor das Spektakel auf der Bühne realisiert worden ist, waren bereits mehrere goldene CDs fällig. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt den charismatischen Hauptdarstellern Cecilia Cara (Julia), Damien Sargue (Romeo), Gregori Baquet (Benvolio) und Philippe D´Avilla (Mercutio), die neben begnadeten Stimmen eben auch noch medienwirksam rein optisch mehr als eine gute Figur machen. Im Nu hatten die Franzosen neue Teenie-Idole, die die Vorfreude auf die Show mit ganzen fünf Nr. 1 Hits über beinahe 6 Monate hoch hielt. Geschickt wechselt Presgurvic aufwendige Ensemble-Nummern mit intimen Solostücken, bei dem jeder der Hauptakteure während der Show seinen eigenen umjubelten Auftritt zelebrieren kann, die schon vorab auf dem Studio-Album (mehr dazu in meiner CD-Kritik!) bewundert werden konnten.

Aufwendige Produktion

Enttäuscht wurden die Erwartungen des Publikums aber nicht: unter der Regie und Choreographie von Redha ist eine aufwendige und beeindruckende Realisation des Musicalprojektes auf die Beine gestellt worden. Eine multifunktionelle Bühnendekoration, die durch ihre Aufmachung von zwei gigantischen Säulen mit horizontaler Querverbindung die überdimensionale Bühne in sechs Rechtecke teilt, erinnert an die Neuinszenierung von “Jesus Christ Superstar”. Mit fahrbaren Trennwänden entstehen aus diesem permanenten Rahmen mal Ballsaal, Straßenszene, berühmter Balkon und intimes Schafzimmer, sakrale Kirche oder unheimliches Giftmischer-Labor. Geschickt platziertes Litchtdesign lässt aufwendigere Kulissen, die Dreh- oder Hebebühnen erfordern würden, nicht im geringsten vermissen und lenkt nicht von den spektakulären Kostümen der Darsteller ab: Phantasievoll geschnittene Lederkluft in kräftigen Farben (Rottöne für die Capulets, Blau für die Montaigues) lässt nie einen Zweifel an der Clanzugehörigkeit der Protagonisten. Ein besonderes Highlight des Spektakels ist dann auch die Maskenballsequenz: aufwendig kostümiert, umrahmt von zwei riesigen Phantom-Masken, treffen sich Romeo und Julia zu bassbetonten Technoklängen wie es sie nicht besser in der hippsten In-Disco geben könnte nahezu identisch wie in der berühmten Filmversion der “West Side Story”.

DVD Umsetzung

Obwohl zunächst nur eine Videofassung dieses Musicals angekündigt war, erschien wegen des großen Erfolges nun eine Doppel-DVD in Frankreich. Neben der Live aufgezeichneten Show mit brillantem Bild, atmosphärischen Farben, durchdachtem Schnitt vieler abwechslungsreicher Kameraeinstellungen und einem überragend kristallklaren in bester 5.1 Dolby Digital und DTS(!) Technik abgemischten Ton, gibt es auf der zweiten DVD sehenswertes Bonus-Material:

  • alle fünf Nummer 1 Chart-Hits in der Videofassung: “Aimer”, “Les Rois Du Monde”, “Verone”, “On Dit Dans La Rue” und “Avoir Une Fille”
  • zwei exklusiv nur in der DVD-Fassung enthaltene zusätzliche Songs aus der Show (“La Folie” und “Pourquoi”)
  • sechs Lieder in einer alternativen Kameraposition (fahrende Kamera, die direkt am Bühnenrand aufgestellt wurde und ferngesteuert die gesamte Kulisse entlangfährt)
  • Highlights aus dem Casting der Hauptdarsteller
  • ein Backstage Making Of mit Fernsehauftritten, Einsingen für CD-Aufnahmen, Foto-Shootings in Italien, Besetzung der Break-Dancer und Candel-Light Dinner mit a Capella Version von “Aimer”, dem Liebesduett von Romeo & Julia
  • 14 Interviews mit allen Hauptdarstellern und dem Komponisten
  • einem TV-Spot für die Show und
  • einem DVD-ROM-Teil mit Web-Links

Einziger Wermutstropfen für semi-frankophile Schul-Lateiner wie mich: Es fehlen außer den Untertitelfunktionen in Französisch jegliche weitere Texttafeln in anderen Sprachen (wenn schon nicht in Deutsch, so hätte ich mich doch sehr über englische Untertitel gefreut).

Fazit: Das Musical Romeo & Juliette ist ein lupenreiner Musicaldiamant, der in keiner Sammlung fehlen sollte!

© by Stephan Drewianka, Musical-World.de

Lesen Sie auch unsere CD-Kritik zu Romeo & Juliette!

Alles zum Musical Romeo & Juliette bei Sound Of Music.