Technische Daten: Gangster Guildo Horn überfällt in „Kiss me, Kate“ die Aalto-Oper Wer bei Guildo Horn nur an Schlager und Nussecken denkt, hat sich getäuscht. Und wer das renommierte Aalto-Theater Essen nur
mit Wagner, Strauss und Mozart in Verbindung bringt, muss sich ebenfalls eines Besseren belehren lassen. Denn seit Oktober 2004 heißt es mit Cole Porters „Kiss me, Kate“ wieder Musicaltime am
Aalto-Theater. Und mit von der Partie ist Guildo Horn als Gangster. Der amerikanische Komponist Cole Porter, dessen Todestag sich am 15. Oktober zum vierzigsten Mal jährt, gilt als einer der
erfolgreichsten Revuekomponisten am Broadway. Neben seinen Musicals schrieb er auch zahlreiche Filmmusiken. „Kiss me, Kate“, eines seiner bekanntesten Werke, war einer der Wegbereiter des
Genres in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Es entstand in den 1940er Jahren gemeinsam mit dem Ehepaar Spewack und basiert auf der Shakespeare-Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“. Die Essener „Kate“-Produktion greift auf eine musikalische Fassung zurück, die 1999 für eine Broadway-Show erarbeitet
wurde und das Jazzelement stärker betont. Bis auf drei Ausnahmen, u. a. die Openings, wird das Musical in deutscher Sprache präsentiert. Schlag´ nach bei Shakespeare Fred Graham und Lilli Vanessi sind ein geschiedenes Ehepaar und spielen gemeinsam in der bekannten Shakespeare-Komödie “Der Widerspenstigen Zähmung” die Rollen des Petrutio und der Katharina. Beide haben zwar mittlerweile die Fühler nach anderen Partnern ausgestreckt, doch in der Garderobe schwelgen sie noch in “wunderbar” alten Erinnerungen. Fred hat sich in die junge Schauspielerin Lois Lane verguckt, die im Stück die Bianca spielt, und ihr ein Blumenpräsent geschickt, das versehentlich bei Lilli abgeliefert wird. Als diese den Irrtum bemerkt, lässt sie ihrer Wut auf Fred auf offener Bühne freien Lauf, ist als Kätchen widerspenstiger als es die Rolle erlaubt und will am liebsten gar nicht mehr weiterspielen. Doch einfach die Forke ins Heu zu werfen, erweist sich als schwieriger als geglaubt, denn sie wird von zwei Gangstern gezwungen, die Vorstellung zu Ende zu spielen. Die Gangster wurden eigentlich geschickt, um die Spielschulden von Ensemblemitglied Bill Callhoun, Lois Lanes derzeitigem Freund, einzutreiben, der sich beim Pokern als Fred Graham ausgegeben hatte. Fred erkennt sofort die gefälschte Unterschrift auf dem Schuldschein, sieht in der Gangsterbedrohung aber die Chance, sein Stück zu retten, indem er vorgibt, nur dann seine Schulden einlösen zu können, wenn er die Einnahmen der Show nicht an das Publikum zurückgeben muss. Und so zwingen die Gangster mit Waffengewalt Lilli erneut auf die Bühne und bewachen diese sogar während der Show als Statisten. Natürlich spielt Lilli daraufhin ihre Katharina mit noch mehr Wut - was dem Publikum gefällt. Obwohl den Gangstern ihr Spiel auf der Bühne sichtlich Spass macht, brechen sie ihre Überwachung sofort ab, als sie erfahren, dass ihr Auftraggeber von einem Rivalen liquidiert worden ist. Lilli ist frei und packt auf der Stelle ihre sieben Sachen, um zu ihrem verlobten, einem einflussreichen Millionär aus Washington zu fliehen. Fred will Lilli noch davon überzeugen, wie langweilig ihr zukünftiges Leben als brave Politikergattin sein wird, doch es nützt nichts: Lilli verlässt Theater und Ex -Ehemann. Fred geht auf die Bühne und will dem Publikum erklären, dass er sein Kätchen nun doch nicht heiraten wird, da stürmt Lilli im Kostüm in die Arme ihres Ex-Ehemanns zurück: die Widerspenstige ist gezähmt.
Selten wird im traditionellen Opernhaus des Aalto-Theaters in Essen ein Musical gespielt und natürlich ist das Ensemble des Theater eher auf klassische Werke getrimmt. Cole Porters Musik mit Stücken wie “Wunderbar”, “Too Darn Hot”, “So In Love” und “Brush Up Your Shakespeare” kann die Brücke zwischen klassischer Oper und seichtem Musicalgeplänkel perfekt schliessen. Gerade den beiden Hauptdarstellern Astrid Kropp als Lilli/Katherina und Peter Bording aus Fred/Petrutio hört man stimmlich die klassische Ausbildung an, die nicht immer perfekt mit der jazzigen Partitur Porters harmonieren will. Zudem erschallt die herrliche Musik dermassen imposant aus dem Orchestergraben, dass die Mikroport verstärkten Stimmen der Darsteller keine Chance gegen die Instrumente haben - hier muss bei der Abmischung des Tons noch dringend nachgebessert werden! Unverständlich auch der Entschluss, drei Songs im Englischen Original zu spielen, während alle anderen Stücke in der durchaus passablen deutschen Übersetzung von Günther Neumann erklingen. Gerade beim entscheidenden Finale fehlten mit den englischen Textzeilen dem älteren Publikum der inhaltliche Zusammenhang - schade. Ansonsten erwartet den Zuschauer jedoch ein farbenprächtiges Spektakel mit aufwendigen Kostümen in
opulenter Kulisse - die Drehbühne verknüpft das Spiel auf der fiktiven Theaterbühne unkompliziert mit dem turbulenten Geschehen hinter den Kulissen. Auf hohem Niveau auch die Choreographie von Paul Kribbe
und James de Groot, die nicht nur das Ballettensemble, sondern auch die Hauptdarsteller tänzerisch zu einer Einheit verschweissen.
Fazit: Klassische Opernstimmen zu jazzigem Sound mit leichten Abstrichen beim Ton, dafür aber ein Augenschmaus. ©by Stephan Drewianka, Pressetext Aalto Theater, Photos: Bettina Stöß, Stage Picture mit freundlicher Genehmigung des Aalto Theaters, Essen
Kolping-Musiktheater Schwäbisch Gmünd spielt KISS ME, KATE! Unter der Regie von Michael Schaumann und der musikalischen Leitung durch Marcus Englert und Markus Wamsler wird das
Kolping-Musiktheater Cole Porters Erfolgsmusical „KISS ME;KATE!“ auf die Bühne bringen. Die beiden Schauspieler Lilli Vanessi und Fred Graham, die die Hauptrollen in einer Aufführung von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ spielen, sind zwar seit einiger Zeit geschieden, dennoch knistert es immer noch heftig zwischen ihnen. Als Lilli erfährt, dass Fred sich für eine junge Schauspielerin zu interessieren scheint, kocht sie vor Wut. Während der berühmten Szene im Stück Shakespeares, bei der Katharina und Petrucchio das erste Mal aufeinander treffen, kommt es zum Eklat: Lilli lässt ihrem Zorn freien Lauf – mitten auf der Bühne… Die Bühnendarsteller setzen sich wie gewohnt aus professionellen und semi-professionellen Künstlern
sowie aus engagierten Amateuren und Laien zusammen. So wird die weibliche Hauptrolle (Lilli/Kate) von Fawn Arnold gespielt, die noch vor Kurzem im Erfolgsmusical „MAMMA MIA!“ im Stuttgarter SI
-Centrum in der weiblichen Hauptrolle als Donna auf der Bühne stand. Siehe www.fawn-arnold.com. Für die männliche Hauptrolle (Fred/Petruchio) konnte der Gmünder Claus Biechele gewonnen werden, der bis
zuletzt in der Schweizer Produktion des Musicals „Lucky Stiff“ spielte. Siehe unter www.claus-biechele.de . Dieses Jahr bietet das Kolping-Musiktheater das erste Mal ihren Musicalbesuchern ein KISS ME, KATE! SPECIAL an. 2 Stunden vor jeder Aufführung werden die Besucher auf Ihr ganz persönliches Musical Erlebnis eingestimmt. Während eines festlichen Menüs im Rokokoschlösschen wird Walter Böhnlein, bestens bekannt durch seine jahrzehntelange Tätigkeit als Schauspieler und Spielleiter des Kolping-Musiktheaters, eine amüsante und informative Einführung in das Stück KISS ME, KATE! geben. Alles zum Thema Kiss Me Kate bei Sound Of Music.
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